Gebäudeverzeichnis

Mauerstraße 6

Ostansicht, Juni 2007. Foto: Dietmar Hencke (StadtA Schwäb. Hall DIG 03921) Ansicht vergößern
Adresse: Mauerstraße 6
Primärkatasternummer: 563
Besitzer
Braun, Friedrich Albrecht, Nagelschmied, zu 1/2 und Neidhardt, Johann Lorenz, Schlosser, zu 1/2


Besitzerliste

Der erste identifizierbare Besitzer des Hauses war der Strumpfstricker Johann Georg Mayer; aus den Beetlisten (Bürgersteuerlisten) lässt sich erschließen, dass er seit 1653 dort lebte. Ein Vorbesitzer kann aus den Beetlisten nicht herausgelesen werden.

1662: Der Strumpfstricker Johann Georg Mayer verkauft das Haus mit Gärtlein am 20. Februar 1662 für 200 Gulden an den Leineweber Hans Heinrich Bauß. Dieser hat offenbar zuvor (seit 1656) bereits im Haus gelebt.

1671: Nach dem Tod von Hans Heinrich Bauß am 4. September 1671 fällt das Haus offenbar an seine Witwe Marie Bauß geb. Häfner.

1683: Nach dem Tod der Marie Bauß geb. Häfner am 29. Januar 1683 erwirbt der Sohn Joseph Heinrich Bauß, Leineweber, das Haus mit Garten aus dem Nachlass der Mutter für 264 Gulden.

1712: als Besitzer genannt: Johann Heinrich Bauß, Weber [richtig = Joseph Heinrich Bauß, Leineweber, Vater des Johann Heinrich Bauß jun. und Sohn des Johann Heinrich Bauß sen.]

1720: Nach dem Tod des Joseph Heinrich Bauß am 11. Mai 1720 fällt das Haus mit dem zugehörigen Garten in der Erbteilung an dessen zweite Ehefrau und nunmehrige Witwe Anna Margaretha geb. Hofmann und deren vier Kinder Anna Margaretha, Johann Heinrich, Johann Jacob und Maria Margaretha. Die drei Kinder aus erster Ehe werden mit der Zahlung von jeweils 20 Gulden und Siedensanteilen abgefunden.

1728: Anna Margaretha Bauß, die Witwe des Leinewebers Joseph Heinrich Bauß, verkauft ihre Behausung jenseits Kochens nebst dem Küchengärtlein am am 10. September 1728 für 350 Gulden an den Salzsieder Georg Heinrich Seyboth. Seyboth hat 100 Gulden bar zu erlegen, in Schulden von insgesamt 105 Gulden bei der Michaelspflege, der Reichalmosenpflege und der Katharinenpflege einzutreten und die restliche Summe mit 15 Gulden pro Jahr abzutragen. Die Verkäuferin hat noch auf 4 Jahre das Recht "das untere Logament frey zu genießen", und darf dort nach Ablauf dieser Frist  gegen eine jährliche Miete von 5 Gulden bis zu ihrem Tod wohnen, "wie dann derselbe [= Hausbesitzer] sie nicht höher zu treiben noch auszustoßen befugt sei". 

1731: Georg Heinrich Seyboth verkauft "diese Behaußung und Gärtlein" am 7. August 1731 für 300 Gulden an den Schlosser Wilhelm Heinrich Bubinger, der die Hälfte des Kaufpreises bar erlegt.

1739: Nach dem Tod des Wilhelm Heinrich Bubinger am 14. Januar 1739 erwerben dessen Witwe Susanna Dorothea und deren Sohn erster Ehe, der Schlosser Georg Andreas Neidhardt, das Haus gemäß einer Verschreibung von 1736 aus dem Nachlass für 654 Gulden und 12 Schilling. Im Preis enthalten sind 50 Gulden Reparaturkosten sowie 219 Gulden 12 Schilling für die Erstellung eines Anbaus mit einer Esse. Die beiden Söhne Bubingers aus erster Ehe werden anderweitig abgefunden. 

1767: Nach dem Tod der Susanna Dorothea Bubinger verw. Neidhardt geb. Wüst am 4. Januar 1767 fällt das Haus an ihr einziges Kind, den aus ihrer ersten Ehe stammenden Schlosser Georg Andreas Neidhardt.

1784: Nach dem Tod des Georg Andreas Neidhardt am 4. Januar 1784 fällt das Haus gemäß seiner testamentarischen Verfügung von 1777 seinen fünf Kindern aus der zweiten Ehe mit Maria Barbara geb. Schmid zu.

1795: In diesem Jahr findet eine Teilung des Hauses statt, deren genaue Modalitäten nicht feststellbar sind, da der entsprechende Vertrag vom 20. Februar 1795 nicht auffindbar ist. Das Haus wurde offensichtlich zwischen Johann Lorenz Neidhardt einerseits und seinem Stiefvater Friedrich David Fritsch und seiner Mutter Maria Barbara andererseits aufgeteilt bzw. den anderen Erben (den vier anderen Kindern) abgekauft. Erbansprüche der fünf Kinder der Marie Barbara Fritsch aus ihrer ersten Ehe von insgesamt 919 Gulden und 25 Kreuzern wurden auf dem Haus versichert (d.h. als  Hypotheken eingetragen) (siehe 19/1001, Bl. 61aff).

1810: Der Nagelschmied Friedrich David Fritsch und seine Frau Marie Barbara verw. Neidhardt geb. Schmid verkaufen in einem undatieren, am 17. Juli 1810 lehensherrlich genehmigten Kaufvertrag ihren Hausanteil für 500 Gulden an den Sohn Georg David Fritsch. Dieser hat 150 Gulden bar zu bezahlen, weitere 200 Gulden werden zu 5% verzinst, 150 Gulden als Heiratsgut angerechent und abgezogen. Der Verkäufer behält sich für sich und seine Ehefrau ein untentgeltliches Wohnrecht in der hinteren Stube unter der Wohnung seines Stiefsohns Johann Lorenz Neidhardt vor, ebenso die Nutzung des "Bödeles" in der neu erbauten Werkstatt. Auf dem Haus haften noch 222 Gulden 24 Kreuzer Erbansprüche der fünf Kinder der Marie Barbara Fritsch aus iher ersten Ehe mit Georg Andreas Neidhardt. Der Rest wurde bereits bezahlt.

1825: Der Nagelschmied Georg David Fritsch verkauft seine - die vordere - Haushälfte mit neuerbauter Werkstatt, Anteil am Garten und Keller sowie Nagelschmiedsgerechtigkeit am 1. November 1825 für 385 Gulden an Johanna Margaretha Kochendörfer, die ledige Tochter des Nadlers Kochendörfer. Die Käuferin räumt den "alt Nagelschmidt Fritsch'schen Eheleute[n]" ein lebenslanges Wohnrecht ein, insbesondere in der hinteren Stube, die sich unter Schlossermeister Neidhardts Wohnung befindet. Zur "Ausdingstube" kommt das Nutzungsrecht an einem "Bödelein" über der neu erbauten Werkstatt sowie der Aus- und Eingang.

1826: Am 4. Juni 1826 heiratet Johanna Margaretha Kochendörfer den Nagelschmied Friedrich Albrecht Braun aus Oppenweiler und bringt die ihr gehörende Haushälfte in die Ehe ein.

1845: Johann Lorenz Neidhardt verkauft am 6. Mai 1845 seine Hälfte des Hauses (hinterer Teil, bestehend aus einer Stube, Stubenkammer, Küche, den beiden oberen Böden im hinteren  Haus, unten in der Tenne die vordere Kohlenkammer, einem Anteil an der gemeinschaftlichen Tenne, der Werkstatt im vorderen Haus und dem halben Keller) an seine Tochter Sophie Neidhardt und ihren Bräutigam Christian Oettinger aus Vellberg. Vom Kaufpreis von 1.200 Gulden werden 300 Gulden Heiratsgut abgezogen. Weiterhin müssen die Käufer 230 Gulden zum Heiratsgut des Bruders (Kaminfeger  Neidhardt) beisteuern. Die Verkäufer behalten sich ein lebenslanges Wohnrecht in der Wohnstube, Kammer, Küche und Holzkammer im zweiten Stock vor. Außerdem darf Neidhardt weiterhin die Werkstatt nutzen, wenn er "etwas auf seiner Profeßion arbeiten" wolle. 

1862: Der Nagelschmied Friedrich Albrecht Braun verkauft seinen Anteil am Haus (der vordere Teil mit Wohnstube, Kammer, Küche, Tenne mit Abtritt, Kohlenkammer, Holzstall, Gesellenkammer neben dem Dach, 1 heizbarem Stüble unter dem Wohnhausanteil des Öttinger, der Hälfte des Kellers, Nagelschmiedwerkstatt, halbem Gemüsegarten) am 25. Juni 1862 für 800 Gulden an seine jüngste Tochter Karoline Marie Braun und deren Bräutigam, den Nagelschmied Johann Georg Michael Haas aus Storchsnest (Geißelhardt). Vom Kaufpreis werden der Tochter 300 Gulden als Heiratsgut nachgelassen, weitere 300 Gulden erlegt das Paar in bar, die restlichen 200 Gulden bleiben als nicht verzinste Schuld bis 1. Mai 1865 stehen. Die Verkäufer behalten sich auf Lebenszeit das unentgeltliche Wohnrecht in der hinteren Stube vor, ebenso die Mitbenutzung der Küche "zum Kochen und Waschen", des Abtritts, des Kellers und des Bödeles, "in welchem der Blasbalg sich befindet" sowie des Schweinestalls bzw. der Holzlege. Weiterhin wird Braun die Mitbenutzung der Werkstatt und seines bisherigen Arbeitsplatzes gestattet. Das Eigentumsrecht geht mit dem Tag der Trauung des Paares (15. Juni 1862) auf die Käufer über.

1866: Der mittlerweile in Esslingen wohnhafte Christian Oettinger verkauft am 14. November 1866 seinen Hausanteil (im hinteren Haus die Stube, Stubenkammer, Küche, die beiden oberen Böden, unten in der Tenne die vordere Kohlenkammer, ein Anteil an der gemeinschaftlichen Tenne, die Werkstatt im vorderen Haus und der halbe Keller) für 1.840 Gulden an den bisherigen Mieter, den Feilenhauer Franz Friedrich Wilhelm Reitmeier. Als Datum des Besitzübergangs wird der 11. November festgelegt, Steuern und Abgaben gehen auf 1. Januar 1867 auf Reitmeier über. 

1868: Durch den Tod des Johann Haas am 16. August 868 wird seine Witwe Karoline Marie Haas geb. Braun wieder alleinige Eigentümerin des vorderen Hausanteils.

1870: Karoline Marie Haas geb. Braun (*1835), Witwe des Nagelschmieds Johann Haas, heiratet am 18. Juni 1870 den aus Mainhardt stammenden und zehn Jahre jüngeren Nagelschmied Heinrich Zwick (*1845). Da das einzige Kind aus erster Ehe, Rosalie Haas, (*1865) am 27. Juni 1872 stirbt, wird Zwick ohne Einschränkungen Miteigentümer des (vorderen) Haus- und Grundstücksanteils. Während der von Johann Zwick in die Ehe eingebrachte Besitz einen Wert von nur 183 Gulden 19 Kreuzern hat, schätzt man die Besitzungen seiner neuen Frau auf 1.259 Gulden und 32 Kreuzer, wovon 900 Gulden auf den Haus- und Grundstücksanteil entfallen.

1875: Der Feilenhauer Franz Reitmeier verkauft am 4. Oktober 1875 seinen Hausanteil (im hinteren Haus die Stube, Stubenkammer, Küche, die beiden oberen Böden, unten in der Tenne die vordere Kohlenkammer, ein Anteil an der gemeinschaftlichen Tenne, die Werkstatt im vorderen Haus und der halbe Keller) für 3.600 Gulden an den Bürstenmacher Johann Georg Hohbach. Die Übergabe ist bereits am 1. Oktober erfolgt, auf dieses Datum tritt  der Käufer auch in die bestehenden Mietverhältnisse ein.  

1886: Nach dem Tod von Johann Georg Hohbach wird seine Witwe Catharine Rosine Hohbach geb. Herrmann alleinige  Eigentümerin des Hauses.

1894: Durch den Tod von Caroline Marie Zwick am 11. Mai 1894 fällt das Eigentum an dem von ihr in die Ehe eingebrachten Hausanteil an den Witwer Heinrich Zwick und die beiden Kinder Friederike und Lina.

1896: Durch die  zweite Eheschließung des Nagelschmieds Heinrich Zwick vom 13. Februar 1896 mit Johanna Semmelrath aus Schwaigern (*1862) wird diese Miteigentümerin von dessen Haus- und Grundstücksanteil.

1910: Nach dem Tod des Nagelschmieds Heinrich Zwick am 12. Januar 1910 wird in der Erbteilung die Übernahme der Haushälfte und des zugehörigen Grundstücks durch die zweite Ehefrau und nunmehrige Witwe Johanna Zwick geb. Semmelrath vereinbart, die Kinder erster Ehe werden mit Zahlungen bzw. Ansprüchen darauf abgefunden (Friederike Bach geb. Zwick in Rheinau, Lina Fischer geb. Zwick in Ludwigshafen).  Der Anteil am Haus "an der Mauer" und an einem halten Gemüsegarten "im Schlossersgäßle" hat einen Wert von 2.800 Mark. 

1912: Der Hohbach'sche Hausanteil wird zufolge eines Kaufvertrags  vom 6. Juli 1912 an  Johanna Zwick veräußert, die damit alleinige Besitzerin des ganzen Hauses wird. 

1933: Nach dem Tod der Johanna Zwick geb. Semmelrath am 25. Juli 1933 in Weinsberg fällt das Haus an die Tochter Rosine Schwarz geb. Zwick (*1896), Ehefrau des Postschaffners Hermann Schwarz in Schwäbisch Hall.

1939: Nach dem Tod der Rosine Friederike Katharine Schwarz geb. Zwick am 22. April 1939 fällt das Eigentum am Haus laut Nachlassauseinandersetzung an den Ehemann Hermann Schwarz und die beiden Kinder Heinrich (*1923) und Hanna (*1929).

1964: Nach dem Tod des Postsekretärs Hermann Schwarz am 9. Mai 1964 wird dessen zweite Ehefrau Berta Schwarz geb. Weller (*1913) dessen Alleinerbin und übernimmt das Haus.

1996: Das Anwesen wird vom Betreuer der Berta Schwarz an den jetztigen Eigentümer veräußert.

Befunde aus Bauforschung

Keller aus dem 14. und 15. Jahrhundert, Dach datiert auf 1447/1448 (StadtA Schwäb. Hall BF 248)

Holzteile aus dem 15. Jahrhundert, dendrochronologisch datiert auf 1446-1448. (StadtA Schwäb. Hall BF 73)

Bergseitiger Hausteil dendrochronologisch datiert auf 1447/48. (BF Lohrum/Bleyer)

Das Dach ist dendrochronologisch datiert auf 1447/48,Gewölbekeller stammt von einer Vorgängerbebauung wahrscheinlich Ende des 14. Jahrhunderts. Der bergseitige Teil des Areals gehörte wohl zu einer hochmittelalterlichen Großparzelle, deren Zentrum das heutige Haus Schlossergasse 1 war (hier im Kellerbereich Reste eines hochmittelalterlichen Baus). Ein Zusammenhang zwischen diesem Bau und der Ummauerung der Katharinenvorstadt in dieser Phase wird angenommen (vgl. Datenbank Bauforschung Baden-Württemberg).

Errichtet um 1447/48 als Ständergeschossbau, wesentliche Teile des Hausgerüsts erhalten. Fachwerkfassade mit gefassten Gefachen erhalten, ebenso Dachstuhl mit Ständer, Sparren, Pfetten, Kehlbalkenlagen und Teilen der verblatteten Verstrebungen. Im EG im SW-Eckzimmer noch bemalte Holzdecke vorhanden. Barocker Innenausbau und Erweiterung nach Osten (nordöstl. Anbau). Zahlreiche Elemente aus dieser Zeit erhalten  (Fußböden, Türen, Stuckprofile). Südöstlicher (von der Mauerstraße aus gesehen linker) Anbau aus dem 19. Jh. (vgl. Gutachten Landesdenkmalamt in Bauakten). 

Befunde aus Bauakten

(Angaben, soweit nicht anders vermerkt, aus den Bauakten im Baurechtsamt)

1731-1739: Wilhelm Heinrich Bubinger führt am Haus Reparaturarbeiten für 50 Gulden aus und lässt ein "Anbäule" mit einer neuen "Oeß"(= Esse) für 219 Gulden 12 Schilling erstellen (laut Inventur von 1739, 14/2301).

vor 1810: Der Nagelschmied Friedrich David Fritsch baut eine Werkstatt; im Kaufvertrag von 1810 über den Verkauf seiner Haushälfte ist von dieser als "neuerbaut" die Rede (19/1001, Bl. 60b)

1870: Feilenhauer Reitmaier bricht in seiner Werkstatt (im rechten der beiden zur Mauerstraße hin giebelständigen Häuser) ein weiteres Fenster zur Mauerstraße hin ein. 

1901: Heinrich Zwick lässt einen neuen, unbesteigbaren Kamin mit 25 x 25 cm lichter Weite erstellen.

1916: Johanna Zwick, Witwe des Heinrich Zwick, lässt einen (zweiten?) unbesteigbaren Kamine mit 25 x 25 cm lichter Weite an Stelle eines alten, besteigbaren Kamins aufbauen.

1939: Für den Anschluss an die städtische Kanalisation wird ein "Kanalisationsbeitrag" von 148,95 RM festgelegt. 

1972: Die Besitzerin Berta Schwarz lässt im nordöstlichen Anbau einen Spülabort einbauen.

1997/98: Die in schlechtem Zustand befindlichen Gebäude sollen zunächst abgerissen und neu aufgebaut werden, nachdem jedoch die Eigenschaft des als Kulturdenkmal festgestellt wird, verzichtet der Eigentümer auf einen Abbruch und lässt eine grundlegende Sanierung durchführen, in deren Verlauf u.a. der Dachaufbau am Hauptgebäude entfernt wird (abgeschlossen 2000).

Beschreibungen

historische Beschreibungen

1662 (Kaufbuch 1601-1662): ...seine Behaußung ienseit Kochers im Semmen- oder Keckengäßli gelegen, sampt dem Gärttlin daran, neben H. Tit. Albrecht Carolo Textoris Pfarrern zu Under Lympurg gelegen, so dem Heyl. zu St. Michael 1 ß ewigs Zinß gültet, sonsten aber ganz frey, ledig und aig[en] ist..."

1683 (Inventur M. Bauß): "Eine Behaußung jenseit Kochens im Semmen- oder Kecken-Gäßle, sambt einem darbey liegenden Gärtlin, neben Herr M. Albrecht Carolin Textoris, Pfarrer zu St. Cathrin, sel. Fr. Wittibin Hause gelegen, gültet dem Heil. zu St. Michael 18 ß Vorgelt und zu St. Cathrin 1 fl ewiges Zinßes..."

1717/18 (Güterbuch): "Jenseit Kochers ... Eine Behaußung taxirt pro 300 fl Erkaufft a 250 fl Gültet in St. Mich. Pfleeg 18 ß Mart."

1720 (Inventur J. H. Bauß): "Eine Behaußung sambt einem Gärdtelein darhinter jenseits Kochens im sogenannten Semmer- oder Märthins-Gäßlein neben Tit. Herrn Johann Adam Freyens, deß Inneren Raths und Ambtmanns über Iltzhoffen etc. Behaußung und Gardten gelegen, welch obige Behaußung und Gärdtlein laut pergamentinen Brieffs de dato 20ten Februarii 1662 löbl. St. Michels Pfleeg jährlich mit 18 ß Vorgeldt gülltbar und bey löbl. Beethstuben in Anschlag ist pro 300 fl."

1728 (Verlauf an G. H. Seyboth): "...ihre Behaußung jenseits Kochens zwischen H. Consulent Bonhöffers Behaußung und der Mauer am Gäßlein gelegen, nebst dem Küchen Gärtlein dabey."

1739 (Inventur W. H. Bubinger): "Eine Behaußung nebst einem neüen Anbau, einer Oeß, und Gärtlen jenseith Kochers zwischen Herr Land Comissarii Doetschmanns Behaußung und der Maur am Gäßle gelegen, in St. Mich. Pfleeg jährl. mit 18 ß Vorgeldt gültbar: Welche Behaußung der Defunctus bey seinen Lebzeiten der Wittib und ihrem Sohn Georg Andreas Neidharten mit Obervormunds-Gerichtlicher Ratification vom 10. Martii 1736 um den nemlichen Kauffschilling der 385 fl wie er solches von Georg Heinrich Seybothen, laut Kauff-Briefs dd. 7ten Aug. 1731 überkommen, nebst Einschliessung derer in daselbe verwendeten Baucosten ad 50 fl zusammen pro 435 fl und das Anbäule samt der neüen Oeß um die darauf verwandte Baucosten, laut Consign. ad 219 fl 12 ß 6 x mit der Bubinger. Söhne erster Ehe von sich gestellten schrifftl. Einwilligung vom 17ten Nov. 1736 verschrieben..."

1825 (Anteil des Georg David Fritsch): "Die Hälfte an einem Wohnhauß jenseits Kochens und zwar der vordere Theil, bestehend in
1 Stube, 1 Stubenkammer, 1 Küche, einer Kohlenkammer, einem c.v. Schweinstall vornen und dem Secret zur Hälfte, ferner in der neuerbauten Werkstatt, dem halben Keller und halben Gärtlen, samlt dem untern Stüblen unterm obern Hauß mit Nagelschmidts-Feuer-Gerechtigkeit. Zur Geistlichen Verwaltung Hall jährlich auf Martini mit 18 ßg Vorgeld gültbar."

1827: Wohnhaus mit 12,8 Ruten und Werkstatt (Braun allein) mit 1,1 Ruten, insgesamt 13,9 Ruten In Schlossers Gässle 

1862 (Anteil des Johann Haas): "Zu dießem Haus Antheil gehört der vordere Theil des Hauses und enthaelt 1 Wohnstube, 1 Kammer, 1 Küche, der ganze Tennen mit Abtritt, 1 Kohlen Kammer, ein Holzstall, 1 Gesellen Kammer neben dem Dach; unter dem Wohnhaus Antheil des Öttinger 1 heizbares Stüble. Endlich die unabgetheilte Haelfte des gewölbten Kellers. Ferner Eine an dem Braunschen Haus angebaute Nagelschmid Werkstätte; die Haelfte an 9,6 Rt. Gemüse Garten am Haus."

1896: Anteil des Heinrich Zwick: "1/2 an 1 a 05 qm VIII 563 einem 2stock. Wohnhaus j[enseits] K[ochens] an der Mauer neben der Straße und Bürstenb[inder] Hohbachs W[itw]e mit gewölbtem Keller, wozu gehört:
im vordern Theil: eine Stube, Stubenkammer, Küche, Kohlenkammer, Schweinstall, ein gemeinschaftliches Sekret, die neuerbaute Werkstatt das untere Stüble unter dem oberen Haus und der halbe Keller.
Infolge Kaufbriefs vom 23. April 1810 hat der Besitzer an der Dachrinne seinen Anteil, sowie die verschiedene Wohnung allein im baulichen Zustand zu erhalten, sodann an der Unterhaltung der 2 weiter vorhandenen Dächer seinen Betreff zu leiden.
Über die Anlage, Unterhaltung u[nd] Entleerung des mit dem Mithausbesitzer gemeinschaftlichen Abtritts s. Beil. No. 221  z. G. B." (18/8292)

Eintrag in der Denkmalliste

Mauerstraße 6 (Flst.Nr. 0-404/1). Wohnhauskomplex. Giebelständiges Wohnhaus (zur Mauerstraße hin). Giebelständiges Wohnhaus (zur Schlossergasse hin). 1448 (d). § 2 ( aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Besonderheiten

Biografien von Besitzern und Bewohnern

Johann Georg Mayer (1627-1706, Maria Barbara geb. Schneider (1632-1674) und Kunigunde geb. Weiß (1652-1707)

Johann Georg Mayer wurde am 3. März 1627 als Sohn des Salzsieders Johann Mayer und der Barbara geb. Strauß in Schwäbisch Hall geboren. Am 23. August 1652 heiratete er Maria Barbara Schneider, die 1632 geborene Tochter des Zieglers David Schneider. Von den sieben Söhnen und sechs Töchtern aus dieser Verbindung waren 1706 noch ein Sohn und zwei Töchter am Leben. Maria Barbara Mayer geb. Schneider starb am 3. September 1674, "alß eine Kindbetterin durch einen Schlagfluß", was auf einen Tod durch einen Schlaganfall hinweist. Der Witwer heiratete im Alter von 52 Jahren am 10. April 1679 die deutlich jüngere Kunigunde Weiß (*1652), eine Tochter des Spitalfuhrmanns Veit Weiß. Die Eheschließung fand einen Tag vor dem 27. Geburtstag der Braut statt, die 12 Jahr "gedienet" (d.h. als Dienstbotin gearbeitet) hatte. Die fünf Kinder aus dieser zweiten Ehe starben alle jung. Johann Georg Mayer litt gegen Ende seines Lebens an "Frost, Hitz und Seitenstechen" und starb kurz vor dem 10. März 1706 (Datum der Beerdigung) im Alter von 79 Jahren.
Das Haus in der Mauerstraße, in dem er laut Steuerliste gemeinsam mit seinem Vater Hans Mayer lebte, hatte Mayer bereits 1662 verkauft. Zuletzt gehörte ihm eine Haushälfte in der Gelbinger Gasse neben dem "Selhaus" (heute Gelbinger Gasse 46) und dem Färber Hans Konrad Baumann. Die Inventur des Verstorbenen weist auf ärmliche Lebensverhältnisse. Neben dem auf 175 Gulden veranschlagten Hausanteil und dem nötigsten, vielfach als alt bezeichneten Hausrat besaß er im wesentlichen nur ein aus Strümpfen und Wolle bestehendes Warenlager im Wert von 33 Gulden. Den insgesamt 217 Gulden Vermögenswerte standen zahlreiche Schulden gegenüber, bei denen es sich neben kleineren ausgeliehenen Geldbeträgen vielfach um ausstehenden Stricker- und Färberlohn handelte. Nach Abzug dieser Verbindlichkeiten blieben noch 123 Gulden, die auf die Witwe, den Sohn Hans Michael Mayer, Schulmeister in Speyer, die als Pfründnerin im "Lazarethhauß" lebende ledige Tochter Maria Euphrosina und Ursula Maria Fugmann geb. Mayer verteilt wurden.
Die Witwe Kunigunda geb. Weiß heiratete bereits am 10. August desselben Jahres den Strumpfstricker Johann Heinrich Feuchter, über den nichts genaueres bekannt ist. Die beiden "haben aber gar nicht wohl miteinander gelebt", weshalb der Rat Kunigunda in das Armenhaus aufnahm, "allda sie auch immer baufällig und geschwollen, bald gestorben." Nach ihrem Tod im Alter von 55 Jahren wurde sie am 29. November 1707 bestattet.

Johann Heinrich Bauß d.Ä. (um 1628-1671) und Marie geb. Häfner (1623-1683)

Johann Heinrich Bauß wurde um 1628 in Colmar als Sohn des Zimmermanns Jakob Bauß geboren. Spätestens ab 1653 lebte er in Schwäbisch Hall. In diesem Jahr heiratete er im Alter von etwa 25 Jahren Marie Häfner (*1623), eine 29 Jahre alte Tochter des Rotgerbers Hans Häfner und der Sofie geb. Seifferheld. Von den drei Kindern aus dieser Ehe erreichten der spätere Hausbesitzer Joseph Heinrich Bauß (1657-1720) und seine Schwester Maria (1660-1730) das Erwachsenenalter, während Johann Heinrich (1654-1655) als Säugling starb. Johann Heinrich Bauß selbst ist am 4. September 1671 im Alter von etwa 43 Jahren "alß ein bußfertiger Christ ... an der hitzigen Kopfkranckheit in seinem Erlöser ... sanfft und selig eingeschlaffen..."
Seine Witwe Marie Bauß überlebte ihn um 12 Jahre und starb am 29. Januar 1683. In der Inventur wurde ihr vor allem aus dem Haus bestehende Vermögen auf 267 Gulden geschätzt. Diesen standen Verbindlichkeiten in genau derselben Höhe entgegen, zu denen neben echten Schulden auch jeweils 40 Gulden Heiratsgut der beiden überlebenden Kinder Joseph Heinrich und Maria kamen. Möglicherweise hatte Marie Bauß das Handwerk ihres Mannes weitergeführt, denn sie besaß "Leineweber-Werkzeug", zu dem unter anderem ein "Model-Buch" und drei "Weber Stüehle" gehörten. Bei den Schulden finden sich unter anderem Zahlungen für einen Webstuhl, für Färberarbeiten und für Leder.

Joseph Heinrich Bauß (1657-1720) und Anna Margaretha geb. Hofmann (1669-1729)

Joseph Heinrich Bauß wurde am 1. April 1657 in Hall als Sohn des aus Colmar stammenden Leinewebers Johann Heinrich Bauß und dessen Ehefrau Marie geb. Häfner geboren. Er erlernte das väterliche Handwerk und heiratete am 6. August 1678 im Alter von 21 Jahren die 28 Jahre alte Anna Salome Schiller (*1649), eine Tochter des Schlossers Johann Ludwig Schiller. Von den sieben Töchtern aus dieser Ehe lebten 1720 noch drei. Anna Salome Bauß starb kurz vor dem 3. Juni 1694, offenbar nachdem sie sich bei der Krankenpflege mit der "Kopfkranckheit" infiziert hatte. Ihr Witwer heiratete bereits am 5. September dieses Jahres im Alter von 37 Jahren die 25 Jahre alte Anna Margaretha Hofmann (*1669), eine Tochter des Tuchmachers Johann Heinrich Hofmann. Von den fünf Söhnen und drei Töchtern aus dieser zweiten Ehe lebten beim Tod des Vaters noch zwei Söhne und zwei Töchter.
Seit 1706 führte Bauß zusammen mit mehreren Genossen einen langwierigen Prozess gegen den Haalmeister Johann David Hornung und andere um einen von Ulrich Blinzig herrührenden Erbsiedensanteil. Im Zusammenhang mit einem von Hornung angestrengten Berufungsverfahren vor dem Reichshofrat in Wien bat Bauß den Rat 1710 um Unterstützung für eine Reise dorthin, um seine Sache persönlich zu vertreten. Die Ratsherren sahen dieses Unterfangen sehr skeptisch, denn "wann schon Bauß selbsten uf Wien kombt, wird Er mit seinen bekandten Schwäzhändeln mehr verderben als gut machen." Deswegen sei es am besten, "der Supplicant Bauß bleibe hinter seinem Weberstuhl sizen und laße der Justiz ohne weitere Schrifthandlung ... ihren Lauff..." Man wollte ihm die Sache ausreden,"will er aber nicht folgen, mag er auf sein Abentheuer thun was er nicht lassen kann." Aus den Prozessakten geht nicht hervor, ob Bauß diese Reise angetreten hat oder nicht. Insgesamt zog sich der Prozess noch bis 1741 hin, also bis lange nach dem Tod des reiselustigen Leinewebers.
Joseph Heinrich Bauß starb am 11. Mai 1720 im Alter von 63 Jahren an einer nicht genannten Krankheit. Seine Inventur weist ein Vermögen von 363 Gulden auf, wobei das auf 300 Gulden veranschlagte Haus den Hauptteil ausmachte. Dem gegenüber standen Schulden von 274 Gulden. Neben kleinen Beträgen für Wein, Brot usw. fallen einige Posten für Arzneien, Medikamente (u.a. Brandsalbe), Chirurgen und Bader auf. Hauptposten waren aber Schulden bei der Michaels- und Katharinenpflege von über 80 Gulden und von seiner zweiten Frau eingebrachte Werte von 141 Gulden. Die drei Töchter aus erster Ehe wurden mit jeweils 20 Gulden in bar und Siedensrechten abgefunden, während das Haus an die Witwe und ihre vier Kinder aus der zweiten Ehe fiel.
Anna Margarethe Bauß geb. Hofmann überlebte ihren Mann um etwa neun Jahre; ein Totenbucheintrag für sie ist nicht auffindbar, sie muss jedoch vor dem 15. November 1729 gestorben sein, an dem ihre Inventur angefertigt wurde. Sie hat offensichtlich bis zu ihrem Tod in dem ihr beim Verkauf des Hauses zugestandenen "unteren Logament" gelebt. Die Inventur weist wiederum auf bescheidene, aber nicht ärmliche Verhältnisse. Der Besitz der Anna Margaretha Bauß wurde inklusive Außenstände (vor allem die ausstehenden Zahlungen aus dem Verkauf des Hauses) auf 211 Gulden geschätzt. Die Schulden weisen neben Posten für Medikamente, abgeholtem Wein und abgeholtem Brot "Leich- und andere Uncosten" sowie Erbansprüche der beiden unverheirateten Töchter Anna Margaretha und Maria Margaretha auf. Damit reduzierte sich das verbleibende Vermögen auf 119 Gulden und 18 Schillinge. Es wurde auf die drei noch lebenden Kinder aufgeteilt - der 1720 noch lebende Sohn Johann Jacob war mittlerweile gestorben. Während der 1698 geborene  Sohn Johann Heinrich eine Familie gründete, heirateten die Töchter nicht. Sie wurden in das Hospital aufgenommen, Anna Margaretha (1696-1741) "weilen sie zu dienen nicht capabel geweßen", und Maria Margaretha (1704-1768) "wegen Blödigkeit des Verstands."

Johann Georg Seyboth (1690-1769)

Johann Georg Seyboth war nur kurzzeitig Besitzer des Hauses. Er wurde am 18. Dezember 1690 als Sohn des Salzsieders Johann Georg Seyboth sen. und der Catharina geb. Maurer geboren. Nach dem Schulbesuch erlernte er den väterlichen Beruf und heiratete am 16. Mai 1718 die zwei Jahre jüngere Anna Maria Horn geb. Eisenmenger (*1692) , die Witwe des Johann Kaspar Horn. in über 50 Ehejahren hatte das Paar zwei Söhne und sechs Töchter, die aber bis auf einen Sohn und eine Tochter als Säuglinge oder Kinder starben. Johann Georg Seyboth starb nach mehreren "Schlagflüssen" (vermutlich Schlaganfällen) im Alter von 77 Jahren am 17. Februar 1769. Seine Witwe überlebte ihn um fünf Jahre und starb am 17. Juni 1774.

Wilhelm Heinrich Bubinger (1673-1739), Euphrosine Marie geb. Frank (1673-1731) und Susanna Dorothea verw. Neidhardt geb. Wüst (1686-1767)

Wilhelm Heinrich Bubinger wurde am 20. Oktober 1673 in Bacharach am Rhein als Sohn des dortigen "Cranen-Knechts" Peter Bubinger und dessen Frau Anna Maria Rienagin geboren. Er verlor frühzeitig seine Eltern und hat "seines Unterhalts bei gutherzigen Freunden suchen müßen und gottlob auch erhalten cönnen." Nach dem Erlernen des Schmiedehandwerks verbrachte er sieben Jahre "unter gefährlichen Schicksalen" auf Wanderschaft. 1701 ließ er sich in Schwäbisch Hall nieder und heiratete am 7. Februar 1702 im Alter von 28 Jahren Maria Euphrosina Frank (*1673), die gleichaltrige Tochter des Schulmeisters Georg Melchior Frank. In 31 Ehejahren hatte das Paar vier Söhne und eine Tochter, von denen die beiden Söhne Georg Melchior (*1705) und Johann David (*1711) das Erwachsenenalter erreichten. Euphrosina Maria Bubinger starb am 12. September 1731 im Alter von 57 Jahren an einem nicht genannten Leiden.
Bereits am 27. November 1731 heiratete Bubinger in zweiter Ehe Susanna Dorothea Neidhardt geb. Wüst, die Witwe des Salinenschmieds Johann Julian Neidhardt. Sie war am 20. Dezember 1686 als Tochter des Pflästerers Georg Leonhard Wüst in Hall geboren worden und hatte Neidhardt am 7. Juli 1708 im Alter von 22 Jahren geheiratet. Für ihren 1646 geborenen, 40 Jahre älteren Ehemann war dies die dritte Ehe gewesen. Einziges Kind aus dieser Verbindung war der 1712 geborene, spätere Hausbesitzer Georg Andreas Neidhardt. Johann Julian Neidhardt starb 1727 im Alter von 81 Jahren an der Ruhr; nach vierjähriger Witwenschaft ging Susanna Dorothea als 44jährige ihre zweite Ehe mit Bubinger ein. Das Paar hat "8 Jahre liebreich zugebracht in der Ehe, doch ohne Leibes Erben." Bubinger, aus Sicht des Pfarrers ein "fleißiger, frommer und redlicher Mann", begann im Januar 1739 unter Frost, Hitze und starkem Erbrechen zu leiden. Acht Tage später starb er am 14. Januar 1739 im Alter von 65 Jahren. Sein Vermögen berechnete man auf 734 Gulden, wobei der Hauptteil auf das mit 654 Gulden veranschlagte Haus entfiel. Dem gegenüber standen Schulden von 254 Gulden, u.a. für ausgeliehene Kapitalien und Eisenlieferungen, so dass 480 Gulden und 14 Schilling übrig blieben. Auf einen gewissen Wohlstand deutet auch der Silberschmuck der Witwe, zu dem unter anderem 5 gefasste "Corallen" gehörten.
Susanna Dorothea Bubinger übernahm das Haus ihres Ehemanns zusammen mit ihrem Sohn, lebte 28 Jahre im Witwenstand "und nährte sich mit Wasch-Arbeit". Sie erreichte das hohe Alter von 80 Jahren und starb am 4. Januar 1767 an der Auszehrung.

Georg Andreas Neidhardt (1712-1784) Regina Appollonia geb. Laccorn (1706-1763) und Maria Barbara geb. Schmid (1743-1831)

Georg Andreas Neidhardt wurde am 18. Oktober 1712 als Sohn des Schlossers Johann Julian Neidhardt und dessen dritter Ehefrau Susanna Dorothea geb. Wüst geboren. Sein 1646 geborener Vater starb 1727, seine Mutter heiratete 1731 den Schmiedmeister Wilhelm Heinrich Bubinger. "Nach elterlicher Bestimmung" erlernte er das Schlosserhandwerk und hielt sich "viele Jahre" in der Fremde auf. Nach der Rückkehr nach Schwäbisch Hall heiratete er am 17. Juli 1736 im Alter von 23 Jahren die sechs Jahre ältere Regina Appollonia Laccorn (*1706), eine Tochter des Schreiners Johann Jakob Laccorn und - so der Pfarrer in ihrem Nekrolog - eine "gottseelige und häußlich geschäfftige Frau". Von den drei Söhnen und drei Töchtern erreichten zwei Söhne und eine Tochter das Erwachsenenalter, Johann Peter Neidhardt (*1737), später Hofuhrmacher in Stuttgart, Georg Friedrich Neidhardt (*1743), ebenfalls Uhrmacher, und Susanna Barbara (*1745).  
Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau, die am 20. Oktober 1763 an einem Geschwulst und in der Folge einsetzendem "kalten Brand" verstarb, heiratete Neidhardt am 7. August 1764 im Alter von 52 Jahren die 20 Jahre alte Maria Barbara Schmid (*1743), eine Tochter des Metzgers Jakob Heinrich Schmid. Von den fünf Söhnen und einer Tochter aus dieser zweiten Ehe lebten bei seinem Tod noch das Mädchen und vier Söhne. Neidhardt litt offenbar unter den Folgen einer Sturzes, wozu noch ein unausgesetzter Husten und Schleimauswurf kamen. Er starb am 4. Januar 1784 im Alter von 71 Jahren an einem "Steckfluß" (vermutlich Lungenödem nach Herzversagen). Der Verstorbene war seiner Inventur zufolge recht vermögend. Neben dem Haus (700 Gulden) und einem Grundstück bei Michelfeld (300 Gulden)  sind z.B. verliehene Kapitalien von 450 Gulden, Schmuck im Wert von 112 Gulden und eine umfangreiche Werkstattausstattung (70 Gulden) genannt. Insgesamt beliefen sich die Vermögenswerte auf 2.315 Gulden Demgegenüber standen Passiva von 1.213 Gulden,  von denen aber nur etwa 150 Gulden echte Schulden, der Rest Ansprüche der Kinder und der Witwe waren. Die neun Erben - drei Kinder aus erster Ehe, fünf aus zweiter Ehe und die Witwe - konnten sich demzufolge 1.001 Gulden teilen. Streitigkeiten, in deren Verlauf man die Witwe der Unterschlagung von Nachlassteilen und falscher Angaben über ihr Ehebeibringen bezichtigte, verzögerten den Abschluss des Teilungsgeschäfts bis 1786. Zu diesem Zeitpunkt war Maria Barbara Neidhardt geb. Schmid bereits eine zweite Ehe mit dem Nagelschmied Friedrich David Fritsch eingegangen, von dem sie 1785 einen unehelichen Sohn bekommen hatte (s.u.).

Johann Lorenz Neidhardt (1766-1847), Regina Barbara geb. Jotz (1771-1821) und Maria Barbara geb. Gräter (1789-1846)

Johann Lorenz Neidhardt wurde am 18. September 1766 in Hall als Sohn des Schlossers Georg Andreas Neidhardt und dessen zweiter Frau Maria Barbara Schmid geboren. Er erlernte das Handwerk des Vaters und heiratete am 14. Oktober 1794 im Alter von 28 Jahren die fünf Jahre jüngere Regina Barbara Jotz (*26. Oktober 1771), eine Tochter des Steinhauers Johann Georg Jotz. Von den acht Kindern des Paares erreichte nur der Sohn Johann David (*1804) ein höheres Alter. Die  beiden Geschwister Friedrich David (*1795) und  Albertina Susanna (*1799) starben 1817/18 als junge Erwachsene, alle anderen als Säuglinge oder Kleinkinder - ein dramatisches Beispiel für die zeittypische, hohe Kindersterblichkeit. Regina Barbara Neidhardt starb am 23. Juni 1821 im Alter von 49 Jahren.  Der 55 Jahre alte Witwer ging bereits am 11. September 1821 eine zweite Ehe mit der 31 Jahre alten Maria Barbara Gräter (*14. Dezember 1789) ein, einer Tochter des Kupferschmieds Georg David Gräter. Von den beiden Kindern aus dieser zweiten Ehe überlebte die 1823 geborene Tochter Johanna Sophia.
1845 übergab Neidhardt seine Haushälfte und seine Werkstatt an seine Tochter Sophia und den Schwiegersohn Christian Oettinger, behielt sich aber einige Räume als Alterssitz vor. Er scheint zumindest noch ein wenig in seinem Handwerk gearbeitet zu haben, da er sich ausdrücklich die Mitnutzung der Werkstatt vorbehielt. Ein Jahr danach starb Maria Barbara Neidhardt geb. Gräter am 11. Oktober 1846 im Alter von 56 Jahren. Johann Lorenz Neidhardt selbst verschied am 28. Februar 1847 im Alter von 80 Jahren. Da sich keine Inventuren und Teilungen aus dieser Zeit erhalten haben, ist über die Vermögensverhältnisse des Ehepaares nichts bekannt.

Friedrich David Fritsch (1752-1831) und Maria Barbara verw. Neidhardt geb. Schmid (1743-1831)

Friedrich David Fritsch wurde am 17. August 1753 in Schwäbisch Hall als Sohn des Salzsieders Georg Friedrich Fritsch und der Maria Elisabetha  geb. Schwend geboren. Am 31. Januar 1786 heiratete er Maria Barbara Neidhardt geb. Schmid, die neun Jahre ältere Witwe des 1784 verstorbenen Nagelschmieds Georg Andreas Neidhardt. Bereits am 9. Juni 1785 hatte Maria Elisabetha den "in Unehren" gezeugten (d.h. unehelichen) Sohn Georg David geboren, den Fritsch ausweislich eines Eintrags im Taufbuch später als sein eigenes  Kind anerkannte. Das Paar hatte noch die 1787 geborene Tochter Susanna Barbara. Daneben dürften im Haushalt noch ein Teil der Kinder aus erster Ehe gelebt haben. 1810 verkaufte das Ehepaar Fritsch seine Haushälfte an den Sohn Georg David, behielt sich aber dort eine "Ausdingstube" als Alterssitz vor. Maria Barbara Fritsch starb am 14. März 1831 im hohen Alter von 87 Jahren, am 31. August folgte auch der Tod des Witwers, der ein Alter von 79 Jahren erreicht hatte.

Georg David Fritsch (1785-1856), Charlotte Friederike Fritsch geb. Hofmann (1789-?) und Maria Katharina Philippina Kreß (1797-1845)

Georg David Fritsch wurde am 9. Juni 1785 in Hall als uneheliches Kind der Witwe Maria Barbara Neidhardt geb. Schmid geboren. Im Jahr darauf heiratete seine Mutter den Nagelschmied Friedrich David Fritsch, der Georg David später als leiblichen Sohn anerkannte. Georg David erlernte das Handwerk seines Vaters, übernahm 1810 Haushälfte und Werkstatt und heiratete am 13. August dieses Jahres im Alter von 25 Jahren die vier Jahre jüngere Charlotte Friederika Hofmann, eine Tochter des Straßenknechts Johann Adam Hofmann. Das Paar hatte einen Sohn, den 1811 geborenen Friedrich David. Die Ehe wurde jedoch 1818 geschieden, die Gründe sind unbekannt. Fritsch ging am 22. Februar 1819 eine zweite Ehe mit der 1797 geborenen Maria Katharina Philippina Kreß ein. Die beiden 1820 geborenen Zwillinge Johann Friedrich und Christian Friedrich starben wenige Wochen nach der Geburt, die Tochter Catharina Magdalena (*1821) erreichte das Erwachsenenalter. Das Ehepaar Fritsch verkaufte seine Haushälfte 1845, behielt sich aber ein Wohnrecht in denselben Räumen wie Georg Davids Eltern vor. Maria Catharina Fritsch starb bereits am 21. Oktober 1845 im Armenhaus (wohl aufgrund von dessen Funktion als Armenkrankenhaus), Georg David Fritschs Leben endete am 10. Juli 1856 im Alter von 71 Jahren. Die Inventur seines Nachlasses weist auf ärmliche Verhältnisse. Seine Besitzungen umfassten nur Fahrnis im Wert von 81 Gulden und 56 Kreuzern, die zur Bezahlung von Beerdigungskosten und kleineren Schuldposten verkauft wurde. Für die beiden Kinder blieben nur jeweils 5 Gulden und 58 Kreuzer väterliches Erbe übrig.

Friedrich Albrecht Braun (1794-1878) und Johanna Margaretha geb. Kochendörfer (1796-1880)

Friedrich Albrecht Braun wurde am 7. März 1794 in Oppenweiler (heute Rems-Murr-Kreis) als Sohn des Nagelschmieds Johann Friedrich Braun und der Maria Magdalena geb. Hägele geboren. Er erlernte das väterliche Handwerk und heiratete am 4. Juni 1826 Johanna Margaretha Kochendörfer, eine am 21. September 1796 geborene Tochter des Nadlermeisters Christoph Ludwig Kochendörfer und der Anna Sophie geb. Braz. Sie hatte das Haus in der Mauerstraße im Jahr vor ihrer Eheschließung erworben. Von den fünf Kindern des Paares starben drei als Säuglinge, nur die zuletzt geborenen Töchter Susanne Friderike (*1832) und Maria Caroline (*1835) erreichten das Erwachsenenalter. An letztere und ihren Ehemann Johann Georg Michael Haas verkaufte das Paar 1862 Hausanteil und Nagelschmiedwerkstatt. Beide erreichten ein hohes Alter, verbrachten ihre letzten Lebensjahre aber offenbar in Armut. Die Tochter Karoline teilte nach dem Tod ihres Vaters dem Gerichtsnotariat Hall mit: "Meine Eltern besitzen lediglich kein Vermögen; sie stehen schon seit fünf Jahren in öffentlicher Armenunterstützung. Schulden sind keine vorhanden. Von einer Erbschaft kann keine Rede sein. Ich bemerke noch, daß meine Mutter blind u. in der Folge hohen Alters kindisch geworden ist u. man mit ihr nicht verkehren kann." Friedrich Albrecht Braun starb am 25. Dezember 1878 im Alter von 84 Jahren, der Tod seiner Witwe Johanna Margaretha erfolgte zwei Jahre später am 29. Oktober 1880. Sie war ebenfalls 84 Jahre alt geworden. Ihre verbliebenen Besitzungen, bestehend "in ihren wenigen Kleidern, 1 Kasten, 1 Tisch u. Stuhl", hatten einen Wert von höchstens 50 Mark und wurde der Tochter Karoline als Ausgleich für "unsere Ansprüche für Wart u. Pflege" zugesprochen.

Johann Georg Michael Haas (1828-1868) und Maria Karoline geb. Braun (1835-1894)

Johann Georg Michael Haas wurde am 24. Juni 1828 in Storchsnest (Geißelhardt) als Sohn des Söldners (Kleinbauern und Taglöhners) Johann Michael Haas und der Margaretha Magdalena geb. Föll geboren. Er erlernte das Nagelschmiedhandwerk, ließ sich spätestens 1862 in Schwäbisch Hall nieder und heiratete am 15. Juni 1862 im Alter von 33 Jahren Marie Karoline Braun (*7. November 1835), die 26 Jahre alte Tochter  des Nagelschmieds Friedrich Albrecht Braun. Vor der Eheschließung erwarb das Paar vom Vater bzw. Schwiegervater dessen Hälfte am Haus in der Mauerstraße mit der bisher von diesem betriebenen Nagelschmiedwerkstatt. Der Ehemann brachte immerhin 537 Gulden Bargeld und weitere Fahrnis ein, insgesamt 693 Gulden. Zum auf insgesamt 546 Gulden geschätzten Einbringen der Braut gehörte u.a. ein umfangreicher Bestand an "Weibs-Kleidern" und Hausrat. Das Paar bekam zwischen 1863 und 1867 vier Kinder, die aber alle als Säuglinge starben. Nur die Tochter Friederike Rosalie (*1865) überlebte den Vater, starb aber 1872. Am 16. August 1868 verstarb auch Johann Georg Michael Haas im Alter von nur 39 Jahren. Seine Witwe ging knapp zwei Jahre später eine zweite Ehe mit dem Nagelschmied Heinrich Zwick ein (s.u.).

Christian Oettinger (1816-?) und Johanna Sophia geb. Neidhardt (1823-?)

Christian Oettinger wurde am 3. September 1816 in Gaildorf als Sohn des Färbers Johann Albrecht Friedrich Oettinger aus Vellberg geboren. Am 15. Juni 1845 heiratete er im Alter von 28 Jahren in Schwäbisch Hall die sieben Jahre jüngere Johanna Sophia Neidhardt (*10. Juni 1823), eine Tochter des Schlossers Johann Lorenz Neidhardt. Mit der Eheschließung wurde er auch Miteigentümer des Hauses in der Mauerstraße. Das Ehepaar bekam 1846 in Schwäbisch Hall einen Sohn, dürfte aber bald danach nach Esslingen verzogen sein. 1866 verkaufte Oettinger seine Haushälfte in der Mauerstraße an den bisherigen Mieter Reitmeier. Über das weitere Leben des Ehepaares lassen sich von Schwäbisch Hall aus keine weiteren Feststellungen machen.

Franz Friedrich Wilhelm Reitmeier (1837-1878) und Marie Katharina Franziska geb. Leutner (1831-?)

Franz Reitmeier wurde am 23. November 1837 in Heilbronn als Sohn des katholischen Feilenhauers Franz Reitmeier und der Johanne Marie geb. Grüdinger geboren. Er erlernte das Handwerk seines Vaters und heiratete am 30. September 1862 im Alter von 25 Jahren in Neresheim Maria Katharina Franziska Leitner (oder: Leutner, Leithner), eine Tochter des Johann Leuthner dort. Das Ehepaar hatte sieben Kinder, von denen zwei als Kleinkinder starben. Ebenfalls 1862 ließ sich das Ehepaar in Schwäbisch Hall nieder. 1867 erwarb Reitmeier den Oettinger'schen Hausanteil, in dem er zuvor zur Miete gewohnt hatte. 1875 verkaufte er ihn wieder und erwarb daraufhin das Haus Lange Straße 704 (heute: Lange Straße 15). Er starb am 20. September 1878 im Alter von nur 40 Jahren. Eine summarische Zusammenstellung seines Besitzes nennt ein Aktivvermögen von 15.428 Mark (v.a. das Haus im Wert von 10..428 Mark), dem allerdings Schulden von 10.600 Mark gegenüber standen. Die Witwe starb zu einem bislang unbekannten Zeitpunkt nach 1890.

Heinrich Zwick (1845-1910), Marie Karoline verw. Haas geb. Braun (1835-1894) und Johanne Katharine geb. Semmelrath (1862-1933)

Heinrich Zwick stammte aus Mainhardt, wo er am 10. November 1845 als Sohn des Nagelschmieds Johann Georg Zwick und der Helena  geb. Schreiber geboren wurde. Er erlernte das väterliche Handwerk und ließ sich in Schwäbisch Hall nieder, wo  er am 29. Mai 1870 die fast genau zehn Jahre ältere Maria Karoline Haas geb. Braun heiratete, die Witwe des Nagelschmieds Johann Georg Michael Haas (s. oben). Für Zwick war dies eine lohnende Partie, denn während er selbst nach Bezahlung der Bürgeraufnahmegebühr nur 183 Gulden in die Ehe einbrachte, verfügte seine Frau über ein Vermögen von 1.250 Gulden. Das einzige Überlebende von vier Kindern der Maria Karoline Zwick aus ihrer ersten Ehe, die Tochter Friederike Rosalie Haas, starb 1872 im Alter von sieben Jahren. Von den sechs Kindern aus der zweiten Ehe starben vier als Säuglinge oder Kinder. Nur die Töchter Friederike Karoline (*1870) und Lina Friederike (*1876) erreichten das Erwachsenenalter. Marie Karoline Zwick starb am 11. Mai 1894 im Alter von 58 Jahren.
Der 50 Jahre alte Witwer Heinrich Zwick heiratete nun seinerseits am 13. Februar 1896 eine wesentlich jüngere Frau, die 33 Jahre alte Johanne Katharine Semmelrath aus Schwaigern, eine Tochter des dortigen Schuhmachers Georg Adam Semmelrath. Zwicks Vermögen belief sich nun auf fast 3.000 Mark, wovon allerdings 768 Mark Schulden und 1.040 Mark Erbansprüche der Kinder aus erster Ehe abgingen. Die Braut brachte immerhin 775 Mark in die Ehe mit ein. Das Paar hatte noch ein gemeinsames Kind, die im Dezember 1896 geborene Tochter Rosa (Rosine Katharine) Zwick.
Heinrich Zwick starb am 12. Januar 1910 im Alter von 64 Jahren in Schwäbisch Hall. Vor seinem Tod kam es offenbar zu einem erheblichen Vermögenszuwachs, denn  Vermögenswerten von 7.370 Mark - neben dem mit 2.800 Mark veranschlagten Haus v.a. mehrere, bei Banken und Lebensversicherungen angelegte Beträge -, standenSchulden von nur 189 Mark gegenüber. Die Zwick'sche Haushälfte kam an die Witwe, die 1912 den anderen Hausanteil erwarb.
Johanna Zwick scheint am Ende ihres Lebens psychisch krank gewesen zu sein, denn sie starb am 27. Juli 1933 in der Heilanstalt Weinsberg. Ihr Haus fiel an ihre Tochter Rosine Schwarz geb. Zwick, Ehefrau des Postschaffners Hermann Schwarz. Sie überlebte ihre Mutter nur um sechs Jahre und starb am 22. April 1939. Hermann Schwarz starb am 9. Mai 1964, seine zweite Ehefrau Berta (*1913) war bis 1996 Besitzerin des Hauses an der Mauerstraße.

Johann Georg Hohbach (1839-1886) und Katharina Magdalena geb. Hermann (1835-1914)

Johann Georg Hohbach war ein Sohn des Schreiners Leonhard Hohbach und der Sibylle Charlotte geb. Kochendörfer und wurde am 6. Januar 1839 in Schwäbisch Hall geboren. Er erlernte das Bürstenmacherhandwerk und heiratete am 8. Dezember 1867 im Alter von 28 Jahren Katharina Hermann (*29. Januar 1835), die vier Jahre ältere Tochter des Pflästerers Johann Friedrich Hermann in Hall. Die ersten vier Kinder des Paares starben alle jung, Luise Karoline (*1869) und Luise Magdalene (*1874) innerhalb von zwei Tagen im März 1875. Die zuletzt geborenen Töchter Sophie Marie Magdalena (*1879) und Luise Caroline (*1881) erreichten das Erwachsenenalter. Diese beiden Kinder bekam Katharina Magdalena Hermann, als sie 44 und 46 Jahre alt. Johann Georg Hohbach starb am 2. August 1886 im Alter von nur 47 Jahren. Die Witwe heiratete nicht wieder, zog ihre beiden Kinder offenbar allein auf und lebte bis 1912 in ihrer Haushälfte in der Mauerstraße. In diesem Jahr verkaufte sie ihren Anteil an die ebenfalls verwitwete Johanna Zwick, die Besitzerin der anderen Haushälfte. Katharina Magdalene Hohbach starb am 21. September 1914 im Alter von 79 Jahren in Degerloch. Offenbar verbrachte sie die letzten beiden Jahre bei ihrer älteren Tochter Sophie Marie Magdalena, die 1902 einen Bankbeamten in Stuttgart geheiratet hatte.

Bilder

Ostansicht, Juni 2007. Foto: Dietmar Hencke (StadtA Schwäb. Hall DIG 03921) Ansicht vergößern

Ostansicht, Juni 2007. Foto: Dietmar Hencke (StadtA Schwäb. Hall DIG 03921)

Südostansicht, Juni 2007. Foto: Dietmar Hencke (StadtA Schwäb. Hall DIG 03923) Ansicht vergößern

Südostansicht, Juni 2007. Foto: Dietmar Hencke (StadtA Schwäb. Hall DIG 03923)

Südostansicht über den Kocher hinweg, April 2007. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 03922) Ansicht vergößern

Südostansicht über den Kocher hinweg, April 2007. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 03922)

Nordostansicht, März 2010. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 03920) Ansicht vergößern

Nordostansicht, März 2010. Foto: Daniel Stihler (StadtA Schwäb. Hall DIG 03920)

Baualtersplan für das Erdgeschoss,1998. Plan: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken) Ansicht vergößern

Baualtersplan für das Erdgeschoss,1998. Plan: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken)

Baualtersplan für das Obergeschoss, 1998. Plan: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken) Ansicht vergößern

Baualtersplan für das Obergeschoss, 1998. Plan: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken)

Baualtersplan für das 1. Dachgeschoss, 1998, Plan: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken) Ansicht vergößern

Baualtersplan für das 1. Dachgeschoss, 1998, Plan: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken)

Grundriss des Kellergeschosses, Plan: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken) Ansicht vergößern

Grundriss des Kellergeschosses, Plan: Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken)

Skizze der Fassade zum Umbau der Werkstatt des Feilenhauers Reitmaier, 1870 (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauakten) Ansicht vergößern

Skizze der Fassade zum Umbau der Werkstatt des Feilenhauers Reitmaier, 1870 (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauakten)

Auf einer Ansichtskarte von 1918 (StadtA Schwäb. Hall PK 03209) Ansicht vergößern

Auf einer Ansichtskarte von 1918 (StadtA Schwäb. Hall PK 03209)

Undatiertes Foto um 1928-1934. Fotograf unbekannt (StadtA Schwäb. Hall DIG 05906, Original: Ivo Lavetti / www.nostalgus.de, alle Rechte vorbehalten) Ansicht vergößern

Undatiertes Foto um 1928-1934. Fotograf unbekannt (StadtA Schwäb. Hall DIG 05906, Original: Ivo Lavetti / www.nostalgus.de, alle Rechte vorbehalten)

Foto von 1940. Das Gartenhaus ist mittlerweile einer Garage gewichen (StadtA Schwäb. Hall FS 08793) Ansicht vergößern

Foto von 1940. Das Gartenhaus ist mittlerweile einer Garage gewichen (StadtA Schwäb. Hall FS 08793)

Renovierungsarbeiten 1961 (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken) Ansicht vergößern

Renovierungsarbeiten 1961 (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken)

Bild von 1977.Foto: Haller Tagblatt (StadtA Schwäb. Hall FS 06449) Ansicht vergößern

Bild von 1977.Foto: Haller Tagblatt (StadtA Schwäb. Hall FS 06449)

Ostansicht vor Beginn der Renovierungsarbeiten, 1997 (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken) Ansicht vergößern

Ostansicht vor Beginn der Renovierungsarbeiten, 1997 (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken)

Nordostansicht vor Beginn der Renovierungsarbeiten, 1997 (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken) Ansicht vergößern

Nordostansicht vor Beginn der Renovierungsarbeiten, 1997 (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken)

Nordwestansicht vor Beginn der Renovierungsarbeiten, 1997 (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken) Ansicht vergößern

Nordwestansicht vor Beginn der Renovierungsarbeiten, 1997 (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken)

Südostansicht der beiden ehemaligen Werkstattanbauten vor Beginn der Renovierungsarbeiten, 1997 (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken) Ansicht vergößern

Südostansicht der beiden ehemaligen Werkstattanbauten vor Beginn der Renovierungsarbeiten, 1997 (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken)

Südansicht vor Beginn der Renovierungsarbeiten, 1997 (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken) Ansicht vergößern

Südansicht vor Beginn der Renovierungsarbeiten, 1997 (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken)

Detail der Südseite vom Garten aus, vor Beginn der Renovierungsarbeiten, 1997 (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken) Ansicht vergößern

Detail der Südseite vom Garten aus, vor Beginn der Renovierungsarbeiten, 1997 (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken)

Dachboden vor Beginn der Renovierungsarbeiten, 1997, mit Kalkanstrich aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken) Ansicht vergößern

Dachboden vor Beginn der Renovierungsarbeiten, 1997, mit Kalkanstrich aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs (Baurechtsamt Schwäb. Hall, Bauaken)


Quellen

Archivalien:

  • StadtA SHA 2/33 (Totenbuch St. Katharina), S. 380, 414, 566; 2/34 (Totenbuch St. Katharina), S. 107, 1388, 1693; 2/35 (Totenbuch  St. Katharina), S. 46; 2/36 (Totenbuch St. Katharina), S. 66b, 121b; 2/37 (Totenbuch St. Katharina), S. 176; 2/73b (Totenbuch St. Michael 1698-1717), Bl. 280; 2/76 (Totenbuch St. Michael 1763-75), S. 270; 2/87 (Totenbuch St. Urban 1707-59), S. 14; (4/656 (Kaufbuch 1601-62), Bl. 195a; 4/679 (Kaufbuch 1728-1733), Bl. 44a; 4/1544 (Unterpfandsbuch Vorstädte 1717/18), S. 454; 4/1545 (Häuserbuch 1712), S. 163; 4/1547 (Häuserbuch 1767), S. 144; 4/1547a (Häuserbuch 1782), S. 258; 6/696 1/2 (Testament des G. A. Neidhardt, 1777); 9/38 (Prozess wegen eines Erbsiedens) 1706-1742, Nr. 118-119 zur Wienreise; 14/1255 (Inventur M. Bauß, 1683); 14/1710 (Inventur J. L. Mayer, 1706); 14/1911 (Inventur J. H. Bauß, 1720); 14/2096 (Inventur der A. M. Bauß, 1729); 14/2301 (Inventur W. H. Bubinger, 1739); 14/3810 (Inventur G. A. Neidhardt, 1784); 18/1500 (Beibringensinventar J.G. M. Haas u. C.Braun, 1862); 18/1572 (Beibringensinventar F. Reitmaier u. M.F. Leithner, 1862); 18/3186 (Beibringensinventar H. Zwick u. K. Haas, 1872); 18/4466 (Verzicht auf Eventualteilung des F. Reitmeier, 1878); 18/4507 (Armutsurkunde A. Braun, 1878); 18/4903 (Armutsurkunde J.Braun, 1880); 18/7902 (Eventualteilung der K. Zwick, 1894); 18/8292 (Eventualteilung K. Zwick, 1896); 18/8293 (Beibringensinventar H. Zwick u. J. K. Semmelrath, 1896); 18/11098 (Nachlass H. Zwick, 1910ff); 19/835 (Güterbuch 10), S. 561; 19/842 (Güterbuch 17), S. 293; 19/1001 (Kaufbuch 1810-13), Bl. 60b; 19/1009 (Kaufbuch 1825-26), Bl. 31b; 19/1023 (Kaufbuch 1844-46), Bl. 197a; 19/1030 (Kaufbuch 1862/63), Bl. 82b; 19/1033 (Kaufbuch 14), Bl. 105b; 19/1040a (Kaufbuch 22), S. 445; 35/2475 (Vermögensverwaltung R. Zwick, 1911ff); Genealogische Kartei S27; Mikrofilm KB 1400, Bd. 131 (Familienbücher St. Katharina), Buchst. B, Bl. 101, Buchst. F, Bl. 17 u. 19; Mikrofilm KB 1401 Bd. 131, Buchst. H, Bl. 163b, 141b; Bd. 132 (Familienbücher St. Katharina), Bd. 133, Buchst. N, Bl. 747; Bd. 134, Buchst. R, Bl. 807; Bd. 135, Buchst. O, Bl. 789
  • Baurechtsamt SHA, Bauakten Mauerstraße 6
  • Notariat SHA, Grundbuchakten Mauerstraße 6