Gebäudeverzeichnis

Am Markt 5 - Widmanhaus: Kloster, Laden, Archiv

Adresse: Am Markt 5
Primärkatasternummer: 47
Besitzer
Glock, Johann Ludwig, Registrator, Witwe


Besitzerliste

Seit 1236 war das Barfüßerkloster oder Franziskanerkloster hier neben der Jakobskirche angesiedelt. Nach der Reformation wurde das Kloster 1524 aufgehoben. Zunächst wurde für wenige Jahre die Lateinschule im Haus untergebracht, die dann aber wieder in das Classgebäude neben St. Michael zurückverlegt wurde, als nach Abbrucharbeiten Risse am Haus auftraten.

Vor 1544 soll der südliche Teil des Gebäudes Am Markt 5 (mit der heutigen Prunktür und dem Wappen Widman/Schwert) noch nicht gestanden haben. An seiner Stelle habe ein kleines Büttelhaus gestanden, das später abgebrochen worden sei. Erst dann sei das Gebäude Am Markt 5 erweitert worden (zugemauerte Fenster im Gebäude Am Markt 4) zeigten die spätere Einfügung des Gebäudeteiles noch deutlich (Aussagen im Prozess 1687: StadtA Schwäb. Hall 10/283).

Das Gebäude Am Markt 5 blieb in städtischem Besitz.

1548 zog der Syndicus Dr. Georg Rudolf Widman in das ehemalige Franziskanerkloster ein. Neben einigen einfachen Tätigkeiten (die Fenster wurden gewaschen) wurden auch Mauern gezogen, neue Türen eingesetzt und ein Ofen errichtet. Widman bekam einen kupfernen „Höllhafen“ finanziert. Dann wurde auch neu gestrichen. Schreinerarbeiten fanden statt. Glasfenster wurden eingesetzt. Selbst ein „Kantenbrett“ ließ die Stadt auf ihre Kosten einbauen (1550). Umfangreicher war die Sanierung 1553: Widman erhielt einen neuen Keller und ein Badstüblein, auch die Fenster wurden verbessert. 1556 wurde ein Waschkessel im Haus eingemauert, 1557/58 eine Scheibe am Zug (dem Flaschenzug im Dachgeschoss) erneuert. Der Häfner Bonaventura Völcker baute 1558 zwei Öfen im Haus ein: einen in der Wohnstube und einen in der Badstube. 1560/1561 hatte der Rat genug von den ständigen Investitionen und verkaufte das Haus an den Syndicus. Der Kaufpreis von 400 Gulden erscheint als recht mäßig.

1561 besaßen also Dr. Georg Rudolf Widman, Syndicus, und seine Frau Barbara, geb. Schwert, das Haus.


Der Syndicus Dr. Georg Rudolf Widman starb 1584 im Alter von 64 Jahren. Das Haus wurde von seiner Witwe Barbara, geb. Schwert, übernommen. Sie starb 1599 im Alter von 74 Jahren. Das Haus ging in den Besitz von beider Sohn Philipp Widman über. Möglicherweise bezieht sich ein erhaltener Erbvergleich zwischen Philipp Widman und seinen Geschwistern von ca. 1600 auf dieses Haus: Philipp übernahm es für 2.000 Gulden (StadtA Schwäb. Hall 14/490).

1626 allerdings wohnte Philipp Widman in der Pfarrgasse (ebd.). Sein Sohn Georg Philipp Widman wurde 1619 mit dem Schwert hingerichtet (wegen zusammen mit Peter Laidig begangenen Diebstählen, Verfälschung von Gewürzen, Hurerei und Ehebruch) (StadtA Schwäb. Hall 11/28), worauf der Vater seinen Sitz im Rat resignierte (Wunder/Lenckner: Bürgerschaft, S. 660f, Nrr. 9205 und 9208; Wilhelm German: Chronik von Schwäbisch Hall und Umgebung, Schwäbisch Hall 1901, S. 250).

1597/1598 Dr. Georg Rudolf Widmans Witwe (StadtA Schwäb. Hall 4/1886, fol. 2V: nach Gottfried Waldmann und vor Claus Vogelmann, dann Michael Bechstein).

1599/1600 Dr. Georg Rudolf Widmans Witwe Erben (StadtA Schwäb. Hall 4/1887, fol. 2V: nach Gottfried Waldmann und vor Claus Vogelmann, dann Michael Bechstein).

1601/1602 Philipp Widman (StadtA Schwäb. Hall 4/1888, fol. 2V: nach Gottfried Waldmann und vor Claus Vogelmann, dann Michael Bechstein).

1603/1604 Philipp Widman (StadtA Schwäb. Hall 4/1889, fol. 2V: nach Gottfried Waldmann und vor Claus Vogelmann, dann Michael Bechsteins Erben).

1605/1606 Philipp Widman (StadtA Schwäb. Hall 4/1890, fol. 2V: nach Gottfried Waldmann und vor Claus Vogelmann, dann Sebastian Thumas).

1607/1608 Philipp Widman (StadtA Schwäb. Hall 4/1891, fol. 2V: nach Gottfried Waldmann und vor Claus Vogelmanns Witwe).

1609/1610 Philipp Widman (StadtA Schwäb. Hall 4/1892, fol. 2V: nach Gottfried Waldmann und vor Claus Vogelmanns Witwe, dann Sebastian Thumas).

1611/1612 Philipp Widman (StadtA Schwäb. Hall 4/1893, fol. 2V: nach Johann Christoph Greter und vor Claus Vogelmanns Witwe).

1613/1614, 1615/1616 und 1617/1618 erscheint in der Beetliste noch Philipp Widman, Mitglied des Inneren Rates (StadtA Schwäb. Hall 4/1894, fol. 2V, 4/1895, fol. 2V, 4/1896, fol. 1R: jeweils: Um den Markt nach Claus Vogelmann und vor Sebastian Thumass).

6. März 1623        Endris Romig, Mitglied des Inneren Rates, und Hans Heinrich Gräter, Bürger, verkaufen an Wolfgang von Crailsheim, würzburgischer Rat und Amtmann zu Jagstheim, ihre Behausung und Hofraithe zu Hall auf dem Markt, zwischen Claus Vogelmann und gegenüber der Barfüßerkirche gelegen, mit allen Rechten und Gerechtigkeiten um 2.500 Gulden (StadtA Schwäb. Hall 4/656, fol. 101R). Am 11. März 1623 quittierten Endris Romig und Hans Heinrich Gräter Wolff von Crailsheim den Erhalt der 2.500 Gulden (StadtA Schwäb. Hall 4/827, fol. 115R-116V).

1633 wird Junker Wolff von Crailsheim als Besitzer genannt (StadtA Schwäb. Hall 4/1901, ohne Blattzählung: Um den Markt nach Claus Vogelmann und Peter Dötschmann, vor Hans Heinrich Bäurlins Witwe).

1651 erscheint Junker Johann Georg von Liechtenstein zu Braunsbach als Besitzer (StadtA Schwäb. Hall 4/1902, fol. 2R: Um den Markt nach Claus Vogelmann und vor Georg Friedrich Seiferheld), der bis 1663 genannt wird (in diesem Jahr als verstorben gekennzeichnet) (StadtA Schwäb. Hall 4/1926, fol. 1R: Um den Markt nach Claus Vogelmanns Witwe und vor Heinrich Sibäus vom Jemgumer Closter).

1664 zahlte Helena Maria von Layen zu Braunsbach die Zinsen aus einem Kapital von 100 fl aus dem Haus auf dem Markt (StadtA Schwäb. Hall H02/1402: Burkhardi). 1665 hatte diese Schuld Johann Philipp Schragmüller übernommen (StadtA Schwäb. Hall H02/1404: Burkhardi), d.h. der Besitz des Hauses hatte in diesen Jahren gewechselt.

Am 30. Oktober 1665 wurde Johann Philipp Schragmüller vor dem Haller Rat vorstellig und erklärte, der Stubenboden in dem Haus, in dem er wohne und das dem Edelmann zu Braunsbach gehöre, sei gar löchrig. Da früher der Rat auch die Renovierungskosten für das Haus getragen habe, bitte er, den Boden auf Kosten der Stadt neu legen zu lassen (StadtA Schwäb. Hall 4/272, S. 974). Am 20. November 1665 referierte Schragmüller, dass die Frau Layn zu Braunsbach ihm das Haus, in dem er wohne, verkaufen wolle. Es liege auf dem Markt gegenüber der Apotheke und der Kanzlei. Er wolle es als bürgerliches Gut in Zukunft versteuern. Der Rat beschloss, zusammen rechnen zu lassen, was er an Baukosten für das Gebäude aufgewendet hatte und darauf zu fordern habe. Zukünftig solle die „Beet“ (= Vermögensteuer) ordentlich entrichtet werden; Schragmüller könne unter diesen Bedingungen kaufen (StadtA Schwäb. Hall 4/272, S. 1046). Am 29. November 1665 berichtete Johann Philipp Schragmüller, dass die Frau Layn zu Braunsbach ihm das Haus um 1.000 Gulden verkaufen wolle. Die 100 Gulden für das Reichalmosen, die darauf stünden, solle er entweder zurückzahlen oder verzinsen. Für die 450 Gulden, die der Rat darauf fordere, sei er bereit 500 Gulden Ratskapital herzugeben. Er verlange keinen Hauszins mehr, so lange er in den Diensten des Rates stehe und sei bereit, die 200 Gulden, die sein Schwiegersohn bei der Ausgeberstube entliehen habe, um sie nach Braunsbach zu liefern, zu restituieren. Der Rat stimmte diesen Vorschlägen zu und stellte es Schragmüller frei, das Kapital des Reichalmosens zu verzinsen oder abzulösen (StadtA Schwäb. Hall 4/272, S. 1077).

1685 diente das Haus als "Schauplatz fürstlicher und kurfürstlicher Konferenzen".

1686 gehörte das Haus (einerseits an den Schuhmarkt, andererseits auf den großen Markt stoßend, neben Johann Andreas Blinzig, Umgelder, gelegen) zum Nachlass des Johann Philipp Schragmüller, Doktor beider Rechte, älterer Stadtkonsulent. Sein Wert wurde auf 1.500 Gulden geschätzt (StadtA Schwäb. Hall 14/1341).

5. Januar 1687        Die Erben des Johann Philipp Schragmüller, Konsulent, nämlich Ludwig David Müller, Lizenziat beider Rechte, Mitglied des Inneren Rates und Beetherr, im Namen seiner Frau, Johann Nicolaus Schragmüller, Lizenziat beider Rechte, Mitglied des Inneren Rates, Amtmann über der Bühler, für sich selbst, Johann Friedrich Firnhaber und Gottfried Hörner, beide Mitglieder des Inneren Rates und respektive Amtmänner über der Schlicht und Ilshofen, im Namen von Eva Maria Magdalena Schragmüller, ihrer Stief- bzw. Pflegetochter, verkaufen an ihren Miterben Ludwig David Müller das ererbte Haus auf dem Markt, einerseits der Barfüßerkirche und der Stellwagischen Apotheke gegenüber gelegen, andererseits aber an Herrn Umgelder Blintzigs Behausung gelegen, um 1.650 Gulden. Herr Lizenziat Schragmüller behält sich die Auslosung bevor, wenn das Haus außerhalb der Familie verkauft werden sollte. Das Losungsrecht soll auch für die Jungfer Schragmüller gelten (StadtA Schwäb. Hall 4/665, fol. 258R-259R). [Am 24. Dezember 1686 hatte Ludwig David Müller sein bislang besessenes Haus in der Oberen Herrngasse (heutige Nr. 17) an Georg Friedrich Seiferheld, Kriegskommissar, verkauft. Der Kaufpreis dort betrug 700 Gulden: ebd., fol. 254R-255V).1687 gehörte das Haus also Ludwig David Müller, Mitglied des Inneren Rates, der im Streit mit seinem Nachbarn Georg Friedrich Seiferheld wegen dessen Zwerchgiebels lag (StadtA Schwäb. Hall 10/283).

1687 prozessierte Ludwig David Müller, Lizenziat beider Rechte, Mitglied des Inneren Rates und Hauptmann des Haals, gegen Georg Friedrich Seiferheld, Kandidat beider Rechte und Mitglied des Inneren Rates. Durch die Reparatur des Seiferheldischen Hauses (= Am Markt 4) entstehe ihm, Müller, als Besitzer des Hauses Am Markt 5 merklicher Schaden. Ein neuer Giebel am Schuh- oder Hafenmarkt, den Seiferheld höher aufführe als vorher, nehme ihm das Licht in seinem Saal. Die Feuergefahr steige, auch werde die Rinne zwischen den beiden Häusern nicht mehr abfließen. Der Rauch aus Seiferhelds Kamin drücke gegen seinen Giebel. Seiferheld wies die Ansprüche und Vorwürfe Müllers zurück. 1544 sei nach Ausweis zweier Hausbriefe zwischen den beiden Häusern ein offener Platz gewesen, worin ein Büttelhäuslein gestanden habe. Später sei dieses Häuslein abgerissen worden und der jetzt noch stehende große Bau bei der großen Tür des Müllerschen Hauses hineingesetzt worden. Deshalb habe der damalige Besitzer des Müllerschen Hauses die Rinne auf seine Kosten machen lassen. Vorher sei der Trauf vom Seiferheldischen Haus schließlich frei auf die Gasse gefallen. Das Seiferheldische sei nach Ausweis der Hausbriefe von 1544 und 1552 vor Erbauung des mittleren Müllerschen Hauses auf allen vier Seiten frei gestanden (StadtA Schwäb. Hall 10/283).

Auch 1712 gehörte das Haus immer noch Ludwig David Müller, Innerer und Geheimer Rat. Auf ihn folgen Dr. Nicolaus David Müller, Ratsadvokat, und

Wolfgang Adam Müller, Ratsadvokat.

1720 kam es zu einem Streit mit dem Rat wegen des Höfles am Schuhmarkt (Hafenmarkt) (StadtA Schwäb. Hall 10/284)

1767 gehörte das Haus dem schon erwähnten Wolfgang Nicolaus Adam Müller, Ratsadvokat, auf den vor 1780 Jacob Friedrich Müller, Konsulent, und Johann Ludwig Glock, Registrator, folgten.



1827 war die Witwe des Johann Ludwig Glock, Registrator, die Hausbesitzerin.

1857 gehörte es der Witwe des Theodor Braz, Kaufmann, dann Alfred Braz, Kaufmann (als Mieter).

1887: Nachdem der Sohn Alfred Braz, der als Mieter im Haus wohnt, auf sein Vorkaufsrecht verzichtet, wird das Haus am 15./19. Juli 1887 aus dem Nachlass seiner Mutter  Emma Braz geb. Gmelin für 20.100 Mark an den Privatier Karl Knupfer verkauft.

1905: Aus dem Nachlass des Karl Knupfer kommt das Haus 1905 an den Konsumverein.

Im Juli 1969 zieht nach umfangreichen Umbauarbeiten das Stadtarchiv ein.

Haustafel

Der Lokalname "Barfüßer" weist deutlich darauf hin: Hier befand sich seit 1236 das Kloster der Franziskanermönche. Es war der einzige Mönchsorden innerhalb der Stadtmauern der ehemaligen Reichsstadt. Nach der Reformation wandelten sich die Konventgebäude zu Wohnhäusern. Das prachtvolle Renaissance-Portal erinnert an die Familie Widmann, die Schriftsteller und Komponisten hervorbrachte. Aber in dem Komplex war auch eine SS-Dienststelle untergebracht.

Befunde aus Bauforschung

Keller stark verunstaltet. Reste des 11. Jahrhunderts allenfalls vermutet. Vorhandene Mauerwerke 16.-20. Jahrhundert.

Keller datiert auf 12., 14., 16. und 18./19. Jahrhundert. (StadtA Schwäb. Hall BF 169)

Befunde aus Bauakten

1919: Der Gemeinderat genehmigt den Bau einer Verladerampe "auf südlicher und westlicher Seite" des Hauses durch den Konsumverein, wozu die pachtweise Überlassung von 7 qm Fläche notwendig ist (19/423, GRP 1918/19, S. 630).

Beschreibungen

1720: Eine Behausung auf dem Markt zwischen seiner Magnifizens Stättemeister Christoph David Stellwag und der Barfüßerkirche, gültfrei, lt. Pergamentbriefs v. 6.3.1623. Lt. Beetstube taxiert auf 2.200 fl.

1753: Verkauf um 2.220 fl.

1827: Wohnhaus samt Anbau mit 35,3 und Hof 3 Ruten, insgesamt 38,3 Ruten Fläche

1842: Ein vierstöckiges steinernes Wohnhaus mit 2 Kellern auf dem Marktplatz neben dem Rathaus und Kaufmann Bühlers Witwe. 1000 fl. Das Haus ist gültfrei und hat an der Dachrinne mit dem Nachbarhaus nichts beizutragen. Dazu gehört ein gepflasterter und umzäunter Hof am Haus gegen den Hafenmarkt mit einem Ausgang auf die Straße.

1857: Ein großes ganz steinernes Wohnhaus auf dem Markt neben der Rathaustreppe und Particulier Bühlers Erben mit gepflastertem und eingezäuntem Hofraum am Hafenmarkt. Verkauf um 3.950 fl.

1887: Verkauf um 20.100 Mark

1906/1907: Räume: 3 gewölbte Keller; Untergeschoss: 1 gewölbtes Magazin, 1 gebühntes Magazin; Erdgeschoss: 4 heizbare Räume, 1 Kammer, 1 Küche, 1 Verkaufslokal, 1 Waschküche; 1. Stock: 6 heizbare Räume, 1 unbeheizbares Zimmer, 1 Kammer, 1 Küche; 2. Stock: 6 heizbare Zimmer, 3 unbeheizbare Zimmer, 1 Kammer, 2 Küchen; Dachstock: 3 unbeheizbare Zimmer und 5 Kammern. Zubehör wie 1908.

1908: Freistehendes 3stöckiges Wohnhaus von Stein mit Untergeschoss und Giebeldach, Dachbedeckung Ziegel, mit westlichem einstöckigem Kellereingang von Stein und Pultdach. Versicherungssumme: 30.000 Mark. Südlicher Wohnungsanbau ohne eigene Wand: 10.000 Mark. Zubehörden: Hauswasserleitung in 4 Stockwerken mit 6 Auslaufhahnen; 1 Gasbeleuchtungseinrichtung in 4 Stockwerken mit zus. 20 Flammen ohne Uhr; 1 Waschkessel von Kupfer; 1 Ladeneinrichtung bestehend aus 1 vierteiligen Ladentisch von Eichenholz (10,9 x 0,7 x 0,9) mit Schubladen und offenen Warenfächern, 1 Warenschrank von Tannenholz mit 68 Schubladen darüber Glastüren, 1 desgl. mit 50 Schubladen, 1 Erdölschrank, 1 Eisschrank.


Einträge in den Denkmallisten

Ehem. Franziskanerkloster. Sachgesamtheit mit Am Markt 4, Portal evtl. von [Sem] Schlör, 2 Epitaphien von 1410 und 1419. Am 8.10.1925 in das Landesverzeichnis der Baudenkmale in Württemberg eingetragen. Mittelalterliche Bodenfunde, die vor allem Aufschluss über die Baulichkeiten des Klosters (das wohl anstelle eines älteren, seit frühsalischer Zeit bestehenden Herrenhofes entstand) geben können, sind auch im Umkreis der Häuser Am Markt 4 und 5 zu erwarten. (StadtA Schwäb.

Hall: Liste der Kulturdenkmale, Stand 1982, S. 66)

Am Markt 4, 5 (Flst.Nr. 0-49/3, 0-49/4). Ehem. Franziskanerkloster (Nr.4, 1236 - 1524), mittelalterliches Steinhaus. Später Lateinschule und Wohnhaus. Ostportal mit L.G. Guithus, bez. 1779; Ehem. Franziskanerkloster (Nr.5). Portal evtl. von Schlör, 2 Epitaphien von 1410 und 1419 (Sachgesamtheit). § 28 (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Besonderheiten

Der unter den Marktplatz reichende Keller gehörte der Stadt, wurde aber unter dem 23. Juni 1899 an Karl Knupfer für jährlich 3 Mark verpachtet. Auf einen Antrag des Konsumvereins als Nachfolger von Knupfer untersuchte man den Keller und befand, dass er in gutem Zustand, aber wegen Feuchtigkeit nahezu unbenutzbar sei. Man wollte in Zukunft auf die Pacht verzichten, Überlegungen, den Keller aus Sicherheitsgründen aufzufüllen, wurden nicht umgesetzt (GRP 1908, S. 745ff).

Quellen

Archivalien:

  • StadtA SHA 4/1547a, S. 9; 4/1547, S. 7; 4/1545, S. 6; 4/881, S. 17; 14/1914; 14/2275; 18/593; 18/1674; 18/972; 18/1715; 18/4902; 18/6375; 18/9160; 18/10136; 19/413, S. 745ff; 19/826, S. 23; 19/828, S. 281; 19/842, S. 831; 19/1028, fol. 39V-40V; 19/1052, S. 207-211; Q2/5, S. 51; Q2/14, S. 138; Schätz/Bönsch BF 169
  • Stadt SHA, Baurechtsamt, Bauakten


Literatur:

  • Adressbücher 1906 und 1938
  • Der Archivar, Jg. 1969, S. 422
  • H. Krause-Schmidt: Nikolaus David Müller. Vom Leben eines Pietisten in Schwäbisch Hall in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Schwäbisch Hall 1997.


Pläne und Ansichten vor 1827:

  • StadtA SHA 10/0283 (1687); S10/0804 (1728, Ausschnitt); S10/0791 (1755, Ausschnitt)