Gebäudeverzeichnis

Am Markt 6 - Rathaus

Adresse: Am Markt 6
Primärkatasternummer: 224
Besitzer
Die Stadt Gemeinde


Besitzerliste

1827: Die Stadt Gemeinde

Haustafel

Der Stadtbrand 1728 verwüstete die leerstehende spätromanische Klosterkirche St. Jakob. Auf deren Ruinen ließ sich der Magistrat der reichen Salzstadt direkt gegenüber der Stadtkirche vom Stuttgarter Baumeister Eberhard Friedrich Heim ein repräsentatives Rathaus im Geschmack der Zeit gestalten. Am Ende des Zweiten Weltkriegs ausgebrannt, baute es der Haller Bauhistoriker Eduard Krüger originalgetreu wieder auf.

Beschreibungen

historische Beschreibungen

1827: Das Rathaus auf dem Markt mit 1/8 Morgen, 31,1 Ruten

 

Einträge aus den Denkmallisten

Rathaus, barocker Putzbau von 1732/35, Architekt: E. F. Heimb. Am 8.10.1925 in das Landesverzeichnis der Baudenkmale in Württemberg eingetragen. Im Bereich des Rathauses selbst und östlich in den Marktplatz hineinragend befand sich die sicher im 11. Jh. [Anm.: Datierung ist nach neueren Forschungen fraglich] schon bestehende, 1236 den Franziskanern übertragene Jakobskirche, die 1728 dem Stadtbrand zum Opfer fiel. Mittelalterliche Funde und Befunde sind in diesem Bereich zu erwarten. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, Stand 10/1982, S. 67)

Am Markt 6 (Flst.Nr. 0-49/2). Rathaus. Barocker Putzbau, 1732/ 35, Repräsentationsbau. Rathausfassade mit Vertikalbetonung, Mittelrisalit, Zwerchgiebel.Innenausstattung von namhaften Künstlern. Wiederaufbau 1945 bis 1955 nach Zerstörung. (§ 28). Incl. Ratsbibliothek (§ 12). (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

 

 

Das Rathaus

Das mittelalterliche Rathaus, dessen Baudatum auf etwa 1280 geschätzt wird, lag am Hafenmarkt im Bereich der heutigen Post. Im unteren Teil zum heutigen Sparkassenplatz hin befand sich hinter Arkaden ein Gewölberaum, in dem die „Fleischbänke“ für den Fleischhandel standen. Direkt daneben am Standort der Sparkasse stand die um 1400 errichtete Kanzlei, auch als „Neues Rathaus“ oder „Salzhaus“ bezeichnet. Auch hier diente das Untergeschoss als „Kaufhaus“ für Salz und andere Waren. Beide Gebäude wurden durch den Großen Stadtbrand vom 31. August 1728 zerstört.

Bereits kurz nach dem Brand beschloss der Rat, das neue Rathaus an der Stelle der ausgebrannten Jakobskirche zu errichten. Den Entwurf fertigte der Ludwigsburger Baumeister Johann Ulrich Heim. Am 21. August 1732 erfolgte die Grundsteinlegung, die Einweihung feierte man am 18. Juli 1735 mit barocker Pracht.Insgesamt betrugen die Baukosten 56.470 Gulden, wovon ein erheblicher Teil in die aufwendige künstlerische Ausstattung floss. Deren Hauptwerke - neben den aufwendigen Stukkaturen von Maximilian Josef Pöckh aus Bayern - waren die 22 Wand- und Deckengemälde, die der italienische Maler Livio Retti zwischen 1736 und 1738 fertigte. Er gestaltete den „Heldensaal“ (Trausaal) mit Darstellungen von Heroen der Antike, den Ratssaal mit biblischen Themen und den Stättmeistersaal mit Allegorien auf das reichsstädtische Gemeinwesen.

Immer wieder war das Rathaus Schauplatz zentraler Ereignisse der Schwäbisch Haller Geschichte. Am 25. November 1802 beendete hier die Besitzergreifung durch Württemberg die Reichsstadtzeit. Während der Revolution von 1848 verkündigte man am 21. Januar 1849 feierlich die Grundrechte des deutschen Volkes vom Rathausbalkon. Die Hissung der Hakenkreuzfahne am Rathaus am 9. März 1933 symbolisierte den Beginn der NS-Herrschaft. Deren Ende ging einher mit der Zerstörung des Rathauses. Bei einem amerikanischen Jagdbomberangriff am Vormittag des 16. April 1945 wurde es von Brandbomben getroffen. Ein bewaffneter SA-Mann verhindete mit den Worten „Unsere Feinde sollen nur Trümmer vorfinden“, dass eine Gruppe junger Frauen die Brandbomben rechtzeitig entfernte. Spätere Versuche, das Feuer zu löschen, kamen zu spät. Eindeutig widerlegt ist, dass die am Nachmittag des 17. April 1945 einmarschierten US-Soldaten die Löschung verhindert hätten. Zu diesem Zeitpunkt war das Rathaus bereits niedergebrannt. Nur die Außenmauern und ein Teil der Innenmauern überstand den Brand, unbeschädigt blieben das Untergeschoss mit dem Archiv und der Ratsbibliothek. Fast die gesamte künstlerische Ausstattung, darunter die Gemälde Livio Rettis, ging zugrunde.

Bereits am 23. Mai 1945 beschloss der neue Gemeinderat den Wiederaufbau. Es dauerte jedoch über ein Jahr, bis man erste Schritte hierzu unternehmen konnte - Geldmangel, fehlendes Fachpersonal und vor allem der Mangel an Baumaterialien verzögerte die Arbeiten, die unter der Leitung des Architekten und Bauhistorikers Dr. Eduard Krüger standen. Am 16. September 1946 konnte das Richtfest gefeiert, am 17. Juli 1947 die Turmkrone aufgesetzt werden. Ab 1953 erfolgte der Innenausbau, wobei eine Farbfotodokumentation von 1943 wichtige Dienste leistete. Man hatte sich entschlossen, weitgehend den Originalzustand wieder herzustellen, was jedoch nicht in jedem Fall möglich war. Die rekonstruierten Gemälde erreichen bei weitem nicht die künstlerische Qualität der Originale, ebenso wurde z.B. ein Teil der Stuckverzierungen weggelassen. In Anbetracht der beschränkten Mittel ist die Wiederherstellung des Rathauses jedoch eine beeindruckende Leistung. Die feierliche Einweihung fand am 30. April 1955 statt.

Die Gemälde im Rathaus

Die Gemäldeausstattung der drei Säle des 1. Stocks wurde 1736-1738 durch den am Schloss in Ludwigsburg arbeitenden italienischen Maler Livio Retto angefertigt. Retti hatte im Januar 1736 um den Auftrag für die Ausstattung der "drei vornehmsten Zimmer des neugebauten Rathaußes" gebeten. Einen von Retti vorgelegten Entwurf, der drei Decken-, vier Wandgemälde und sieben "Supraporten" (= Gemälde über den Türen) vorsah, billigte der Haller Rat am 9. April 1736. Am 7. Juni 1737 erfolgte die Lieferung der Gemälde aus Ludwigsburg, im folgenden Jahr erhielt Retti für seine Arbeiten 1.500 Gulden ausbezahlt. Die Gemälde waren um 1900 in einem schlechten Zustand und wurden damals zum ersten Mal restauriert. Der gesamte Bestand an Gemälden wurde beim  Brand des Rathauses am 16./17. April 1945 zerstört. Im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau des Rathauses bis 1955 entstanden anhand der 1943 im Rahmen des "Führerauftrags Monumentalmalerei" angefertigten Farbfotos Rekonstruktionen, die jedoch nicht die kunstlerische Qualität der Originale erreichten. Der Gemeinderat vergab diese Arbeiten 1954 an Dieter Franck (Schwäbisch Hall), Jakob Schober (Billensbach), Josef Braun (Wangen) und Kurt Schmitt (Stuttgart). Zwei Gemälde im Stättmeistersaal, das Deckenbild und der "Überfluss", wurden 1970 durch den österreichischen Maler und Restaurator Prof. Paul Reckendorfer erneuert.

"Heldensaal" (Trausaal)

Thema der Gemäldeausstattung dieses Saals sind Taten von Helden der griechischen und römischen Sagenwelt. Die Wandgemälde und Supraporten zeigen "Herakles nach dem Kampf gegen die lernäische Hydra", "Alexander der Große zerhaut den Gordischen Knoten", "Mucius Scaevola bei der Feuerprobe", "Der Opfertod des Marcus Curtius" und "Aeneas rettet seinen Vater Anchises aus dem brennenden Troja." Im Deckengemälde sind acht Helden der antiken Sagenwelt im seligen Dasein nach dem Tod dargestellt. Es illustriert vermutlich den von Cicero in seinem Werk "de re publica" überlieferten "Traum des Scipio". In diesem dem römischen Staatsmann und Feldherr Scipio Aemilianus (185–129 v. Chr.) zugeschriebenen Traumbericht wird unter anderem ein paradiesartiger Ort im Himmel erwähnt, wo  Helden, welche die die Heimat bewahrt, unterstützt und vergrößert haben, als Selige ein ewiges Leben genießen. Diese Heroen sind - so Lucrezia Hartmann - "als Vorbilder gemeint und sollen den Betrachter an die gemeinnützigen und staatstragenden Tugenden erinnern."

Stättmeistersaal

Das Bildprogramm des Stättmeistersaals thematisiert Wohlstand und Überfluss als Ergebnis guter Regierung. Das Deckengemälde zeigt eine jugendliche Frauengestalt, die sowohl für die "Abundantia" (Göttin des Überflusses in der römischen Mythologie) als auch für die Reichsstadt Schwäbisch Hall steht. Sie triumphiert über die als dürre, alte Frau dargestellte "Amut". Ein Quellgott symbolisiert entweder die Salzquelle oder den Fluss Kocher, Putten mit Siedepfannen und Salzkrügen sowie eine Darstellung des Hospitals zum Heiligen Geist verweisen auf die Grundlagen des Wohlstands der Reichsstadt Hall. Die Wandbilder zeigen, wer vom Segen der "Abundantia" profitiert. Sie zeigen Verkörperungen von Landwirtschaft, Handwerk und Gewerbe (ein junger Mann mit Schere, Blumen und Schaf) sowie der Künste (eine männliche Allegorie der Architektur). Die Frauengestalt, aus deren Brüsten Milch fließt, verkörpert die Wohltätigkeit.

Der Ratssaal

Die Wandgemälde des Ratssaals zeigen biblische Szenen. Dargestellt sind rechts des Haupteingangs "Das Jüngste Gericht", "Joseph und seine Brüder" sowie "Isaaks Opferung", links "Salomos Urteil", "Jakobs Kampf mit dem Engel" und "Die Rettung des Mose durch die Tochter Pharaos". Die drei Supraporten haben "Sauls Kampf mit dem Löwen", "David und Jonathan" und "Semei vor David" zum Thema. Das den Raum dominierende Deckengemälde zeigt eine Versammlung allegorischer Figuren. Die obere Zone wird durch eine weibliche Gestalt mit Schild dominiert. Sie stellt die römische Göttin Minerva dar und verkörpert - so Lucrezia Hartmann -  sowohl die Weisheit als auch die Theologie. In der Gestalt unter ihr mit Speer und abwehrender Geste, vor der zwei Männergestalten zurückweichen bzw. niederstürzen. sieht L. Hartmann den Erzengel Michael, der gleichzeitig den "Virtus", die Tugendhaftigkeit, repräsentiert. Das Bild zeigt demzufolge den Sieg des Christentums über das Heidentum und der Tugend über die Laster. Das Bildprogramm impliziert den Anspruch des Rates der Reichsstadt Schwäbisch Hall, "eine weise und gottgefällige Herrschaft auszuüben, die ein friedliches und tugendhaftes Leben in ihren Mauern verbürgt. In diesem Sinn stellt das Deckenbild eine Apotheose der Reichsstadt dar" (Lucrezia Hartmann).

Die Jakobskirche

Die Jakobkirche stand bis zum Großen Stadtbrand von 1728 an der Stelle des heutigen Rathauses. Ob der älteste Bau tatsächlich, wie vermutet, bereits im 11. Jahrhundert entstand, muss nach derzeitigem Stand offen bleiben. Hierfür fehlen eindeutige und stichhaltige urkundliche und archäologische Belege. Der Stil des möglicherweise jüngeren Chores deutet auf den Anfang des 13. Jahrhunderts. Warum die Kirche in einer ungünstigen Position am Hang errichtet wurde, ist ein Rätsel. Deshalb gab es im Innenraum einen ca. 1,50 m hohen Absatz. Der Grundriss des dreischiffigen Baus zeigt ein leicht geknicktes Kreuz. Es gibt keine sichtbaren Reste, der Chorfußboden liegt 3,60 m tief unter dem Marktplatz. Die Fundamente des Langschiffs reichen bis unter den Hafenmarkt.

Die früheste Erwähnung der Kirche stammt von 1236, als Abt Konrad von Comburg sie auf Wunsch der Haller Bürger den Franziskanern übergab. Wahrscheinlich wurde die Kirche nicht für den Orden gebaut, da ihre reiche Dekoration nicht zu dessen nüchterner Haltung passt. St. Jakob diente bis zur Auflösung des Franziskanerklosters 1524 als Klosterkirche. Miit dessen Ende verlor die Kirche ihre Funktion. 1534 brach man einen Teil des Chores für die Erweiterung des Marktplatzes ab. Die Kirche wurde ab und zu für Gottesdienste genutzt, etwa im 30jährigen Krieg, als dort kaiserliche Offiziere „samt bey ihnen gehabtem übergroßen Schwall der Pfaffen“ katholische Messen feierten. Schließlich fiel St. Jakob dem Stadtbrand von 1728 zum Opfer. Statt sie wieder aufzubauen, ließ der Rat die „alte, überflüssige“ Kirche beseitigen und an ihrer Stelle den Neubau des Rathauses errichten. Im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau des Rathauses nach 1945 wurde ein Teil der Fundamente im April 1951 durch Eduard Krüger ausgegraben und dokumentiert.

Die Ratsbibliothek

Die frühesten Hinweise auf das Bestehen einer Bibliothek stammen von 1484, doch die formelle Gründung der Ratsbibliothek erfolgte erst 1575. Sie war zum einen eine juristische Fachbibliothek für die Beamten der reichsstädtischen Verwaltung, zum anderen hatte sie auch die Funktion einer Schulbibliothek für die 1655 zum akademischen Gymnasium ausgebauten Lateinschule. Es handelte sich nicht um eine öffentliche Bibliothek im heutigen Sinn, denn der Zugang war auf die Angehörigen des Magistrats, die Lehrer und die Geistlichkeit beschränkt. Durch regelmäßige Bücherkäufe, Stiftungen und den Erwerb von Privatbibliotheken entstand ein umfangreicher Buchbestand. Mit dem Ende der Reichsstadt endete auch der Ausbau der Bibliothek, deren neueste Werke von der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert stammen. Die Bücher überstanden sowohl den Großen Stadtbrand von 1728 als auch den Brand des Rathauses am 16/17. April 1945 weitgehend unbeschadet. Dass sich die Schäden von 1945 in Grenzen halten, ist vor allem das Verdienst des damaligen Archivars Wilhelm Hommel und einiger Helferinnen, die zahlreiche Bücher von Hand getrocknet haben. Der Bibliotheksraum wurde 1946/47 nach Plänen von Eduard Krüger im Barockstil neu eingerichtet. Heute umfasst der Bestand ca. 3.500 Bände mit ca. 6.000 Titeln. Die Ratsbibliothek ist insbesondere reich an juristischen Drucken vom späten 15. bis 18. Jahrhundert. Aber auch die Fachgebiete Theologie, Kirchengeschichte, Philosophie, Pädagogik, Alchemie, Astronomie, Geschichte oder Politik sind vertreten. Insbesondere befinden sich einige teils sehr seltene geografische Werke im Bestand.

Besonderheiten

Ein Polizistenmord im Rathaus


Am Abend des 28. August 1920 wurde der 27 Jahre alte Schutzmann Karl Heberle von seinem Kollegen, dem 51 Jahre alten Schutzmann Christian Röger, in der im Rathaus befindlichen Polizeiwache ("Zimmer 1", vermutlich im EG) nach einem Wortwechsel mit dessen Dienstwaffe, einer Mauserpistole, niedergeschossen. Vorausgegangen war ein Streit um den Einzug der Wohnsteuer; Heberle hatte in dessen Verlauf u.a. geäußert, "das habe ihm jemand schon vor einer halben Stunde gesagt, daß er (Röger) heute noch Krach machen werde". Der nach dem Genuß mehrerer Gläser Most offenbar angetrunkene Röger verlangte von Heberle, ihm denjenigen zu nennen, der dies behauptet habe, und drohte andernfalls, ihn zu erschießen. Er ging daraufhin in die Wirtschaft des Bäckers Dörr, trank weitere zwei Gläser Most und kehrte anschließend in die Polizeiwache zurück. Hier beschimpfte er Häberle als Lügner und Verleumder und verlangte von ihm den Namen desjenigen, der schlecht über ihn gesprochen habe. Als Heberle sagte, er kenne den Betreffenden nicht, zog Röger seine Pistole und schoss ihm zweimal aus kurzer Distanz in den Bauch. Heberle starb kurz darauf, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Röger sagte einem Bekannten "jetzt habe ich den Heberle niedergeknallt, das wird mich meinen Schutzmannsrock kosten". Er wurde sofort vom Stationskommandanten der Polizei festgenommen und erklärte  seine Tat damit, dass "er als alter Schutzmann diese Bevormundung von Seiten der Jungen sich nicht mehr habe gefallen lassen können." Heberle, der den ersten Weltkrieg als Frontsoldat mitgemacht und und wegen der dabei erlittenen Verwundungen als "Kriegsinvalide" seine Anstellung erhalten hatte, war seit anderthalb Jahren verheiratet und hinterließ eine Witwe und ein fünf Monate altes Kind. Röger wurde im Oktober 1920 vom Schwurgericht Hall wegen Totschlags zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, wobei ihm zugute gehalten wurde, dass im Moment der Tat "infolge Alkoholgenusses eine herabgeminderte  Zurechnungsfähigkeit" vorhanden gewesen sei. Röger, der nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis nach Schwäbisch Hall zurückkehrte und offenbar als Heizer (vermutlich bei der Reichsbahn) gearbeitet hatte, fiel viele Jahre später seinerseits einem Gewaltverbrechen zum Opfer. Er starb am 13.12.1945, nachdem er bei einem Verwandtenbesuch in Fuhrweiler Gde. Großerlach von einem Einbrecher niedergeschossen und schwer verletzt worden war (Haller Tagblatt 30.8., 6.10., 7.10.1920; König: Trostworte; StadtA Schwäb. Hall S01/2227 u. S01/2266).

Quellen

Literatur (Auswahl):

  • Josef Balluff: Die Rathaussäle in Schw. Hall, in: Württembergisch Franken NF 9 (1906), S. 15-60
  • Lucrezia Hartmann: Das Rathaus in Schwäbisch Hall, in: Württembergisch Franken 53 (1969), S. 63-79
  • Michael S. Koziol: SA-Mann drohte mit Pistole: Haller Rathaus brannte nieder, in: Das Kriegsende. Menschen aus dem Landkreis Hall berichten, Schwäbisch Hall 1995, S. 30
  • Anton König: Trostworte gesprochen am Grabe des am 28. Aug. getöteten Schutzmanns Karl Heberle, geboren am 4. September 1892 in Rottenburg, beerdigt am 31.August in Hall. Von Stadtpfarrer König, Schwäbisch Hall 1920
  • Paul Körner; Das Haller Rathaus wird heute eingeweiht. Der Wiederaufbau des Rathauses inderZeit von 1945 bis 30. April 1955, in: Haller Tagblatt v. 30.4.1955, S. [17]
  • Eduard Krüger: Die Klosterkirche St. Jakob zu Schwäbisch Hall, in: Württembergisch Franken 26/27 (1951/1952), S. 233-258
  • Eduard Krüger (Hrsg.): Das Hällische Rathausbüchlein, Schwäbisch Hall 1955
  • Eduard Krüger, Wilhelm Prinzing, Lucrezia Hartmann: 250 Jahre Rathaus Schwäbisch Hall, Schwäbisch Hall 1985
  • Rathauseinweihung voraussichtlich im Frühjahr 1955, in: Haller Tagblatt v. 26.8.1954 (Vergabe der Malereien)
  • Gerhard Römer: Bücher, Stifter, Bibliotheken. Buchkultur zwischen Neckar und Bodensee, Stuttgart; Berlin; Köln 1997, S. 76-93
  • Raimund J.Weber: Ratsbibliothek, in: W. Kehr (Hrsg.): Handbuch der Historischen Buchbestände in Deutschland, Bd. 8: Baden-Württemberg und Saarland, Hildesheim; Zürich; New York 1994, S. 258-273

Pläne und Ansichten vor 1827:

  • StadtA SHA 16/0157 (nach 1735, Ausschnitt); S10/0791 (1755)