Gebäudeverzeichnis

Gelbinger Gasse 3 - ehem. Gasthaus "Zum Schatten"

Adresse: Gelbinger Gasse 3
Primärkatasternummer: 386
Besitzer
Seiboth, Friedrich Peter, Goldarbeiter


Besitzerliste

24. Oktober 1704: Johann Heinrich Gräter, Bürger und Handelsmann, kauft das Haus nebst dem daneben liegenden Brandplatz, der jetzt als Garten genutzt wird, um 1.600 Gulden von Magdalena Walter, Witwe des Johann Peter Walter, Bürger und Handelsmann. Anlieger sind: Hans Jacob Haspel, Bürger, und der sog. Waagbeck sowie die Scheune des Hans Jacob Düring, Bürger und Handelsmann. Das Haus war nach dem Brand der Gelbinger Gasse neu erbaut worden  (StadtA Schwäb. Hall 4/670, fol. 108R-109R).

1704: Der Handelsmann Johann Heinrich Gräter erwirbt das Haus nebst einem als Garten genutzten Brandplatz für 1.600 Gulden.

1752: Wahrscheinlich geht das Haus nach dem Tod von Johann Heinrich Gräter am 7. Januar 1752 je zur Hälfte an den Sohn Johann Friedrich Gräter, Mitglied des Spitalgerichts und Handelsmann (untere Hälfte), und an den Schwager und Forstverwalter Johann Christoph Bonhöffer über, der mit der ältesten Tochter Eva Margarethe verheiratet ist (obere Hälfte).

1765: Laut einem von Johann Christoph Bonhöffer vorgelegtem Vertrag mit Johann Friedrich Gräter vom 2. März 1765 besitzt ersterer das ganze Haus und den Brandplatz allein.

1787: Nach dem Tod von Johann Christoph Bonhöffer wird das Haus offenbar zwischen dessen Kindern aufgeteilt. Eine Hälfte erhält der Sohn Carl Peter Bonhöffer, Stadtadvokat und Unterlandumgelder, je ein Viertel bekommen die Töchter Elisabeth Sibille und Susanne Margarethe Sophie.

1795: Der Kanzlist und Amtwildbretschreiber Christoph Friedrich Eisenmenger heiratet Susanne Margarethe Sophie Bonhöffer und erwirbt damit offenbar ein Viertel des Hauses. Ein weiteres kauft er am 22. August 1795 für 850 Gulden von seiner Schwägerin Els Sibille Hofmann geb. Bonhöffer.

1815: Christoph Friedrich Eisenmenger kauft am 27. September 1815 für 1.625 Gulden die andere Hälfte des Hauses und ist damit dessen alleiniger Besitzer. 

1823: Der chirurgische Instrumentenmacher Georg Friedrich Bühl kauft das ganze Haus am 19. Juni 1823 für 4.000 Gulden.

1827: als Besitzer genannt: Seiboth, Friedrich Peter, Goldarbeiter

1841: Friedrich Seiboth, Bijoutier

1862: Carl Kolb, Fabrikant/Konditor, und seine Ehefrau Marie, geb. Seiboth

1868/1869: verkauft an Friedrich Peter Schwarz, Uhrmacher

1869: verkauft an Johann Georg Pfeffer, Wirt (aus Untermünkheim)

1886: Johann Georg Pfeffer, Wirt zum Schatten

1890: Johann Georg Pfeffer, Besitzer der Wirtschaft zum Schatten

1894: Johann Georg Pfeffer, Besitzer der Wirtschaft zum Schatten

1897: verkauft an David Wacker, Gastwirt zum Ritter. Beim Verkauf als "Gastwirtschaft zum Schatten" bezeichnet.

1900: verkauft an Josef Thumm, Wirt, und umgeschrieben in das Grundbuch

1901: Josef Thum, Wirt zum Schatten

1903: Erworben am 4. August 1903 durch Julius Löhr, Assistent und Schattenwirt, und seine Ehefrau Wilhelmine geb. Geist

1906: Julius Löhr, Gasthof zum Schatten

1910: Julius Löhr, Gastwirt zum Schatten, Gartenwirtschaft

1920: Julius Löhr, Gastwirt zum Schatten

1920: Erworben am 24. September 1920 durch Julius Löhr jun. , Wirt zum Schatten.

1921: Am 4. Juli 1921 erworben durch Hans Leinhos, Hotelsekretär in Koblenz, und seine Ehefrau Wilhelmine geb. Müller.

1922: Am 24. März 1922 erworben durch Anna Johannes geb. Windisch, Ehefrau des Michael Johannes, Maurermeister.

1922: Am 21. Oktober 1922 erworben durch Johannes Conzelmann, Wirt.

1923: Am 23. Juni 1923 erworben durch Ludwig Streng, Kaufmann.

1924: Am 28. August 1924 erworben durch die Gustav Lichdi AG, Heilbronn.

1932: Gustav Lichdi AG, Heilbronn: Verkaufsfiliale

1932: Am 2. April 1932 erworben durch Karl Oßwald, Kaufmann, und seine Ehefrau Emma geb. Aldinger.

1978: Nach dem Tod von Karl Oßwald am 17. April 1978 auf seine Witwe Emma Oßwald überschrieben.

keine Angaben zu den Hausbesitzern mehr, im Haus untergebracht:

1938: Karl Oßwald, Lebensmittelgeschäft

1956: Karl Oßwald, Lebensmittelgeschäft

Beschreibungen

historische Beschreibungen

1717/18: "Eine Behaußung angeschlagen umb 120 fl, ferner 1 Brandplatz anjetzo Gärttlen ad 60 fl, ... Gültet in L. S. Mich. Pfleeg 1 1/2 ß Vorgeld"

1794 (Inventur der Eva Margaretha Gräter): „Eine Behaußung nebst dem daran gelegenen Hauß-Plaz in der Gelbinger Gaßen, zwischen Bek Akermanns und H. Capitaine bey löbl. Gelbinger Gaßen Compagnie Rothgerbermeister Kämpfen Häußern gelegen, laut vorhandenem Kaufbrief dd. 24. October 1704 und gültet der Haußplaz wohllöblicher Michaelis-Pfleeg 1 ß 6 lb bey vorgeweßener Theilung auf seel. Absterben der Frau Handelsmann Gräterin dd. 17ten Novbr. et sequ. 1756 von der Erbschafft käuflich übernommen pro 1800 f. Dißfalls hat sich wohllöbl. Erbschaft dahin miteinander verstanden, dass quest. Behaußung pro 3000 f. Tax., daran die Helfte H. Stadtadvocat Bonhöfer, die andere Helfte aber beeden Jungfer Töchtern nach Art und Weis, wie in der Beylaag Lit. A beschrieben, zuständig seyn sollte, kommen demnach nunmehr nachanhero 3000 f.“

1827: Wohnhaus mit 23,5 Ruten Grundfläche in der Heilbronner Straße

1843: Ein dreistöckiges Wohnhaus in der Gelbinger Gasse neben sich selbst und Beck Kittel, mit drei gewölbten Kellern und Berechtigung zu einer Feuerwerkstätte, welche gegen den Hausgarten angebracht ist (StadtA Schwäb. Hall 19/827, S. 547)

Beschreibungen aus den Denkmallisten

Das nach 1680, nach dem Brand in der Gelbinger Vorstadt errichtete dreigeschossige giebelständige Fachwerkhaus ist die ehemalige "Restauration zum Schatten" (als solche noch 1897 belegt) - darauf weisen die 1897 nach Entwürfen des Haller Architekten J. Weiler (von ihm u.a. die Häusergruppen Gartenstraße und Büschlerstraße) entstandenen zwei große Rundbogenfenster nebst Eingangstür hin. In den beiden Obergeschossen und im Giebelfeld ist die reiche, aufwändige Fachwerkstubstanz der Entstehungszeit des Gebäudes sichtbar: drei profilierte Vorstöße, reiches Schmuckfachwerk in den Brüstungsfeldern, im Dachgeschoss konstruktive Formen des späten 17. Jh. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, Stand 10/1982, S. 142)

Gelbinger Gasse 3 (Flst.Nr. 0-71/3). Ehem. Gasthaus „Zum Schatten”. Nach 1680 errichtetes, dreigeschossiges, giebelständiges Fachwerkhaus. In den Obergeschossen reiche, aufwändige Fachwerksubstanz der Entstehungszeit, profilierte Vorstöße, reiches Schmuckfachwerk in den Brüstungsfeldern. Im 19. Jahrhundert geringfügig veränderte Fachwerk-Elemente. § 2. (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Quellen

Archivalien:

  • StadtA SHA 4/1544 (Unterpfandsbuch Vorstädte), Bl. 396; 19/827, S. 547; 19/837, S. 47; 19/840, S. 328, 350; S01/1157; Genealogische Kartei S27

Literatur:

  • Adressbücher 1886, 1890, 1894, 1901, 1906, 1910, 1920, 1932, 1938, 1956