Haller Häuserlexikon – Besitzerliste 1827

Bahnhofstraße 5 - Café Ableitner (Nebengebäude)

Adresse: Bahnhofstraße 5
Primärkatasternummer: 592
Besitzer
von Olnhausen, Jakob Christoph, Büchsenmacher von Olnhausen, Christoph Friedrich; Bär, Friedrich Christoph, Steuereinbringer


Besitzerliste

1671 verkaufen die Erben des Rotgerbers David Hoffmann das Gebäude an Hans David Haspel, Metzger. (StadtA Schwäb. Hall 4/661, S. 123b-124b)

1717 bildete das Anwesen noch eine Einheit mit dem benachbarten Haus Bahnhofstraße 7. Es gehörte der Witwe des Johann David Haspel, Mitglied des äußeren Rates. Ihr folgte Johann Jacob Haspel, Metzger.

1757 wurde das Anwesen geteilt. Beide Teile firmierten von da an als eigenständige Teile. Diesen Teil besaß Georg Adam Haspel, Metzger.

1767 gehörte das Haus immer noch Georg Adam Haspel, Metzger. Von ihm ging es auf Johann David Deutelin, Obermeister und Fleischschätzer, über.

Anschließend wurde das Anwesen geteilt: Die Hälfte gehörte Friedrich Heinrich von Olnhausen, Zinngießer, die andere Jacob Friedrich Schloßstein, Krempler.

1780 war das Haus in drei Teile geteilt: ein Drittel gehörte Friedrich Heinrich von Olnhausen, Zinngießer, ein weiteres Christoph Friedrich von Olnhausen, ebenfalls Zinngießer, und das letzte Drittel Jacob Friedrich Schloßstein, Krempler. Der Schloßsteinsche Anteil ging zunächst an Johann Caspar Ludwig, Melber, 1816 an Friedrich Christoph Bär, Senator.

1802: Friedrich Heinrich von Olnhausen, Zinngießer in Schwäbisch Hall, verkauft seinen Hausanteil von einem Drittel an seinen jüngsten Sohn Christoph Friedrich von Olnhausen. Hierzu gehören der halbe Keller, im unteren Stock der mit Latten verschlagenen Laden und ein Stall, im zweiten Stock eine Stube, Stubenkammer und Küche, sodann noch eine Stube und Werkstatt, im dritten Stock eine Magdkammer, im obersten Boden der Platz von vorne bis an die Rauchkammer (s. auch Kaufbuch 1802, Bl. 54).

1827: als Besitzer genannt: von Olnhausen, Jakob Christoph, Büchsenmacher zu 1/3; von Olnhausen, Christoph Friedrich zu 1/3; Bär, Friedrich Christoph, Steuereinbringer zu 1/3

1834: Das Drittel des Büchsenmachers Jakob Christoph von Olnhausen wird durch den Schulmeister Jacob Friedrich Barth erworben. Der Hausanteil umfasst im unteren Stock eine Schmiedewerkstätte, im 3. Stock gegen die Straße hinaus eine Stube, Stubenkammer, Küche, gegen den Kocher eine Stube, Stubenkammer und noch eine Kammer daneben, unter dem Dach eine Stube, Kammer,  Küche, zwei große Holzlegen und die Hälfte des oberen Dachbodens (s.a. Kaufbuch 1834, Bl. 76).

1835: Das dem Kaufmann Christoph Friedrich Bär gehörende Drittel wird an seinen Sohn Christian Friedrich Marius Bär verkauft, der es in seine 1834 geschlossene Ehe mit Marie Magdalene geb. Rudolph einbringt. Es umfasst einen halben Keller beim Stall, sodann im unteren Stock eine Stube, Küche, Magdkammer, Holzlege sowie eine Stube gegen den Unterwöhrd, ferner eine Waschküche, einen Brunnen, zwei Stallungen und eine Holzremise. Zu dem verkauften Besitz gehört auch das ganze Haus Nr. 593 (heute Bahnhofstraße 7) (s.a. Kaufbuch 1835, Bl. 97)

1845: Die Erben des Friedrich Heinrich von Olnhausen verkaufen dessen Drittel am Haus (der halbe Keller, im unteren Stock der mit Latten verschlagenen Laden und ein Stall, im zweiten Stock eine Stube, Stubenkammer und Küche, sodann noch eine Stube und Werkstatt, im dritten Stock eine Magdkammer, im obersten Boden der Platz von vorne bis an die Rauchkammer) an den Glaser Friedrich Ludwig Jakob Röhler (s. auch Kaufbuch 1845, Bl. 189)

1845: Der Glaser Friedrich Ludwig Jakob Röhler verkauft die Hälfte des Kellers beim Stall an den Kaufmann Christian Friedrich Marius Bär, dem bereits die andere Hälfte gehört (s. auch Kaufbuch 1845, Bl. 199).

1848: Aus dem Drittel des Schulmeisters Barth wird die obere Wohnung gegen den Kocher an den Glaser Röhler verkauft. Hierzu gehört eine Stube und Stubenkammer unter dem unteren Dach mit gegipstem Boden, sodann der mit Brettern verschlagene Teil des Bodens gegen Bäcker Schumm, weiterhin auf der anderen Seite gegen Seifensieder Bühl der Teil bis zu der mit Brettern verschlagenen Kammer, welcher die Küche einschließt (s. auch Kaufbuch 1848, Bl. 172b).

1857/58: Nach dem Tod von Christian Friedrich Marius Bär am 3. März 1857 geht sein Hausanteil (sowie auch das ganze Haus Nr. 593) an seine (seit 1839) zweite Ehefrau und nunmehrige Witwe Elise Bär geb. Krebser. Elise Bär bringt dieses Drittel (umfassend einen ganzen Keller beim Stall, sodann im unteren Stock eine Stube, Küche, Magdkammer, Holzlege sowie eine Stube gegen den Unterwöhrd, ferner eine Waschküche, einen Brunnen, zwei Stallungen und eine Holzremise) in ihre zweite, am 4. Februar 1858 geschlossene Ehe mit Carl Obermüller, Kaufmann und Bürger zu Pflummern, ein (Ancestry).

1857: Nach dem Tod des Glasers Friedrich Ludwig Jakob Röhler  am 4. Juni 1857 gehen dessen Anteile am Haus auf seine Witwe Maria Charlotta Röhler geb. Schwend über.

1858: Das (vormals Bär’sche) Hausdrittel des Ehepaares Obermüller wird zusammen mit dem Haus Nr. 593 an den Kaufmann Christian Friedrich Dötschmann verkauft (s. auch Kaufbuch 1858, Bl. 131).  

1859: Maria Charlotta Röhler geb. Schwend, die Witwe des Glaser Friedrich Ludwig Jakob Röhler, kauft den Rest des Barth’schen Hausanteils und besitzt damit zwei Drittel des Hauses (laut Güterbuch, kein Verweis auf Kaufbuch!).

1860/61: Christian Friedrich Dötschmann, Besitzer eines Hausdrittels, stirbt am  24. Februar 1860. Der Hausanteil (umfassend einen ganzen Keller beim Stall, sodann im unteren Stock eine Stube, Küche, Magdkammer, Holzlege sowie eine Stube gegen den Unterwöhrd, ferner eine Waschküche, einen Brunnen, zwei Stallungen und eine Holzremise) fällt zusammen mit dem Haus Nr. 593 an seine Witwe Marie Luise Dötschmann geb. Stadtmann und seine beiden Kinder Eduard und Emma. Die Witwe Marie Luise Dötschmann bringt den Immobilienbesitz in ihre 1861 geschlossene zweite Ehe mit dem aus Niederstetten stammenden Kaufmann Friedrich Karl Schmitt ein.

1862: Georg Schumm, Bäcker und Wirt zur Rose, erwirbt den zwei Drittel umfassenden Hausanteil der Maria Charlotta Röhler geb. Schwend, Witwe des Glasers Friedrich Ludwig Jakob Röhler (s. auch Kaufbuch 1862, Bl. 305).

1880/81: Nach dem Tod des am 20. Oktober 1880 verstorbenen Johann Georg Schumm, Privatier, früher Bäcker und Wirt zur Rose, erwirbt seine Ehefrau und nunmehrige Witwe Susanne Catharine Rosine geb. Gysin seinen Anteil von zwei Dritteln am Haus aus der Erbmasse für 20.000 Mark.

1884: Emma Dötschmann erwirbt von ihrer Mutter Marie Luise Schmitt verw. Dötschmann und ihrem Bruder Eduard Dötschmann den Drittelanteil am Haus (umfassend einen ganzen Keller beim Stall, sodann im unteren Stock eine Stube, Küche, Magdkammer, Holzlege sowie eine Stube gegen den Unterwöhrd, ferner eine Waschküche, einen Brunnen, zwei Stallungen und eine Holzremise) sowie das ganze Haus Nr. 593. Emma Dötschmann bringt ihren Immobilienbesitz in ihre am 18. November 1884 geschlossene Ehe mit dem Konditor Ernst Heinrich Schlagenhauff ein (s.a. Kaufbuch Bd. 31, S. 223).  

1886: Johann Georg Schumms Witwe Katharine geb. Gysin stirbt am 19. Juli 1886. Da sie keine Kinder hinterlässt, fällt der Nachlass an eine Erbengemeinschaft, zu der Luise Mayer geb. Weidner in Obersöllbach, Christian Gysin, Bauer in Obersteinbach, Friederike Veit geb. Gysin in Untersteinbach, Friedrich Gysin in Amerika, Albrecht Gysin, Gerber in Pfedelbach, Friedrich Gysin, Bauer in Braunenberg, Albrecht Gysin, Pflegling im Bürgerspital zu Stuttgart, Ferdinand Eisenmenger, Schullehrer in Bitzfeld, Paul Eisenmenger, Schuhmacher in Hall, Rösle Bopp geb. Eisenmenger in Steinbach und Pauline Steinmann geb. Schumm in Hall gehören. Der Immobilienbesitz umfasst die von Katharine Schumm aus dem Nachlass ihres Mannes erworbenen zwei Drittel am Haus Nr. 592 sowie das Haus Nr 166 („Keckenburg“, heute Untere Herrngasse 10). Nach vergeblichen Verkaufsversuchen sind die Erben bzw. deren Vertreter „übereingekommen [...], die vorhandene Liegenschaft vorerst gemeinschaftlich beizubehalten.“
    
1899: Nach dem Tod von Ernst Heinrich Schlagenhauff am 15. März 1899 tritt seine Witwe Emma Schlagenhauff geb. Dötschmann in den Besitz ein (ein Drittel am Haus Nr. 592, das ganze Haus Nr. 593), unter Sicherstellung der Erbansprüche der beiden Kinder Clara und Otto.

1919: Emma Schlagenhauff verkauft mit dem ganzen Haus Nr. 7 auch ihren Drittelanteil am Haus Nr. 5 an den Heidenheimer Konditor Karl Ableitner und dessen Ehefrau Mathilde.

1925: Hinweisen in den Bauakten zufolge hat Karl Ableitner etwa 1925 auch die verbliebenen zwei Drittel der Pauline Steinmann geb. Schumm erworben. Damit befinden sich die beiden Häuser Bahnhofstraße 5 und 7 im alleinigen Besitz Ableitners.

weitere Besitzergeschichte siehe Bahnhofstraße 7.

In den Adressbüchern genannte Besitzer und Bewohner:

1886: Besitzer/in: Georg Schumm, Privatiers Witwe; [Ernst Schlagenhauff, Konditor, wohnhaft Nr. 593] [Anschrift: "Bahnhofstraße 592"]
Mieter/Mitbewohner: Eugen Elsner, Präzeptor; Camill Hailer, Reg.-Referendär; Fr. Hofmann, Forst-Referendär; Lotte Röhler, Glasers Witwe; Georg Schust, Privatier

1890: Besitzer/in: Pauline Steinmann, Gasverwalters Witwe (an Stelle der Erbengemeinschaft Schumm); [Ernst Schlagenhauff, Konditor, wohnhaft Nr. 593]
Mieter/Mitbewohner: Eugen Heubach, Zeichenlehrer; Theodor Liesching, Justizreferendär; Karoline Weber, Zieglers Witwe; Karl Zickfeld, Architekt

1894: Besitzer/in: Pauline Steinmann, Gasverwalters Witwe; [Ernst Schlagenhauff, Konditor, wohnhaft Nr. 593]
Mieter/Mitbewohner: Eugen Erhardt, Finanz-Referendär; Jakob Joos, Privatier; Josef Anton Schall, Notariatsassistent

1901: Besitzer/in: Pauline Steinmann, Gasverwalters Witwe; [Ernst Schlagenhauff, Konditor, wohnhaft Nr. 7] [Neue Anschrift: "Bahnhofstraße 5"]
Mieter/Mitbewohner: Oskar Rupp, stv. Amtmann; Dr. phil. Johannes Ziegler; Hugo Locher, Bauführer; Rosa Schmitt, Apothekers Witwe; Marie Schwankl, Restaurateurs Witwe; Marie Schenk, Kaufmanns Witwe; Wilhelmine Keyler, Nähterin; Gustav Muth, Finanzamtmann

1906: Besitzer/in: Pauline Steinmann, Gasverwalters Witwe; [Emma Schlagenhauff, Konditors Witwe, wohnhaft Nr. 7]
Mieter/Mitbewohner: Marie Schenk, Kaufmanns Witwe

1910: Besitzer/in: Pauline Steinmann, Privatiere; [Emma Schlagenhauff, Konditors Witwe, wohnhaft Nr. 7]
Mieter/Mitbewohner: Katharina Kleiner, Witwe, Nähterin; Magdalene Kleiner, Nähterin

1928: Besitzer: Karl Ableitner, Konditormeister, Konditorei und Kaffee
Mieter/Mitbewohner: August Frank, Obersekretär; Theresia Runge

1932: Besitzer: Karl Ableitner, Konditormeister, Konditorei und Kaffee
Mieter/Mitbewohner: Theresia Runge, Kontoristin

1938: Besitzer: Karl Ableitner, Konditormeister, Konditorei und Kaffee
Mieter/Mitbewohner: Oskar Mayerhausen, Präzeptor

1956: Besitzer: Karl Ableitner, Konditormeister, Konditorei und Kaffee
Mieter/Mitbewohner: Lore Ableitner, Hausfrau; Hilde Gold, Hausgehilfin; Philipp Herbold, Kaufmann; Berta Schaal, Geschäftsinhaberin; Dieter Schaal, Verwaltungskandidat; Walter Sonnleitner, Konditor

Befunde aus Bauforschung

Laut Bestandsaufnahme vor Umbau 1980 "Baujahr etwa 1820, Holzfachwerkbauweise, Nebenzimmer Anbau 1924, Caféumbau 1925" (94/857).

Holzteile aus dem 19. Jahrhundert. Dendrochronologisch datiert auf 1872/1873. (StadtA Schwäb. Hall BF 72)

Keller durch Umbau 1980-1982 stark verändert, Gewölbe wurde entfernt (StadtA Schwäb. Hall BF 131)

Dach dendrochronologisch datiert auf 1872/73.  (BF Lohrum/Bleyer)

Befunde aus Bauakten

(Anm.: wohl aufgrund der Eigentumsverhältnisse wurden mehrere Vorgänge, die das Haus Bahnhofstraße 5 betreffen, bei Nr. 7 abgelegt; Angaben, soweit nicht anders angegeben, aus den Bauakten 27/568-569).

1874: am Haus werden umfangreiche Umbauten vorgenommen. "Georg Schumm, Gemeinderath und Gastgeber zur Rose, beabsichtigt in seinem Hausantheil Gebäude No. 592, von welchem Kaufmann Schmidt einen Teil des Parterre besitzt, in allen 3 Stockwerken nach den vorgelegten Plänen Localitäten einzurichten, worunter 5 heizb[are] Zimmer u. 1 Küche in der Belètage. Gegen außen auf der Kocherseite werden, wie im Plan ersichtlich, Fenster- u. Thürveränderungen vorgenommen & auf die frühere Stadtmauer eine bedeckte Altane vorgebaut, der Schweinstall unterhalb derselben aber abgebrochen. Im gemeinschaftlichen Hauswinkel zwischen dem Schumm'schen & Bühl'schen Haus soll von dem 1. Stock aus ein Abtritt vorgebaut & 1 bedeckte Cloakgrube im Winkel selbst angelegt werden von der Weise, daß für den Wasserabzug daneben jedenfalls noch 1 Kandel von mindestens 20 cm Breite angelegt werden kann..."

1895: Ein baufälliger Kohlenschuppen im Hofraum hinter dem Haus wird repariert und vergrößert (Der Vorgang wurde, wohl aufgrund der Eigentumsverhältnisse, bei den Bauakten für Nr. 7 abgelegt).

1911: Pauline Steinmann, Witwe, erhält die Genehmigung, "eine Abortanlage & eine Abwasserdohle" zu Gebäude Nr. 5 anlegen zu lassen.

1923: Der Konditor Karl Ableitner plant die Anlage einer Terasse zur Erweiterung des Cafébetriebs auf dem südlich an das Haus Nr. 5 anstoßenden Grundstück, auf dem sich bisher ein Kohlenschuppen befand. Die beiden Nachbarn, Malermeister Friedrich Gräter und  Ferdinand Mayer zur Rose erheben Einspruch. Nach einigen kleinen Änderungen prüft der Bauausschuss des Gemeinderats die Angelegenheit und stellt den (vom Gemeirderat genehmigten) Antrag, "die baupolizeiliche Genehmigung zu erteilen & die Widersprechenden auf den Civilrechtsweg zu verweisen" (auch dieses Bauvorhaben wurde bei den Akten für Nr. 7 abgelegt).

1925: Der Konditor Karl Ableitner, seit kurzem Besitzer des Hauses, legt Pläne zum Einbau eines Cafés zu Genehmigung vor. Zu diesem Zweck werden im Erdgeschoss verschiedene Zwischenwände entfernt und die Fenster zum Kocher hin vergrößert.

1928: Herstellung eines Unterfangs bei einem bereits bestehenden Kamin.

1930: Das Gebäude erhält eine Warmwasserheizung.

1934: Konditormeister Karl Ableitner lässt sich die Einrichtung einer Backküche im Untergeschoss des Hauses genehmigen. Hierzu wird eine Innenwand enfernt, dafür werden andere Wände eingezogen und die Fenster zum Kocher hin verändert.

1950: Mathilde Ableitner, die Inhaberin des Café Ableitner, bittet um Zulassung von 2 Hinweisschildern an den Gebäuden Heimbacher Gasse 16 und Zollhüttengasse 15. Das Gesuch wird von der Bauabteilung "der Konsequenzen halber" abgelehnt. Bürgermeister Ernst Hornung ordnet eine erneute Abwägung der Frage an, denn es sei "für Autofahrer, die von auswärts kommen, sehr schwer, nach dem Café Ableitner sich durchzufinden." 

1973: Einbau von Spülaborten.

1980-1982: Nach dem Erwerb der beiden Häuser durch die Stadt Schwäbisch Hall lässt diese umfangreiche Umbauarbeiten mit weitgehenden Eingriffen in die historische Bausubstanz ausführen. Der Grundsatzbeschluss des Gemeinderats datiert vom 24.10.1979, die Arbeitsvergaben am 17.3.1980. Ausgeführt werden die Arbeiten vom 1.4.1980 bis zum 1.3.1980. Eingerichtet werden soll ein Café mit 80-90 Plätzen. Beide Häuser sollen zu einem Gebäude zusammengefasst werden. Backstube und Laden sollen sogebaut werden, daß sie den Erfordernissen gerecht werden. Im ersten Obergeschoß isteine Pächterwohnung und im zweiten Dachgeschoß Wohnungen und Appartements geplant. Eine für ein Pressegespräch verfasste "Baubeschreibung" nennt folgende Maßnahmen: "Während der Umbauarbeiten stellte sich heraus, daß sich beide Gebäude in einem weit schlechteren Zustand als vermutet befanden. Umfangreiche Stützmaßnahmen waren erforderlich, um die alte Holzbalkendecke über dem Untergeschoß auszubauen und durch eine Betonmassivdecke zu ersetzen. Alle Untergeschoßzwischenwände mussten durch neue Wände ersetzt werden. Zwei Gewölbe wurden - wegen zu geringer Höhe - ausgebaut. In der Decke über dem Erdgeschoß wurden durch eine Stahlträgerkonstruktion die Lasten der oberen Etagen in Stützen und Wände abgeleitet. Auch die alte Decke über demErdgeschoß wurde ausgebaut und durch eine neue Holzbalkendecke ersetzt. Auch in den übrigen Etagen wurden neue Decken und zu einem grossen Teil auch neue Wände eingezogen. Das Treppenhaus wurde vom Untergeschoß bis zum Dach neu geplant und eingebaut, Vom Untergeschoß zum Erdgeschoß wurde ein Güteraufzug eingebaut. Die Aussenwände sind mit Vollwärmeschutz versehen. ... Gasgefeuerte Warmwasser-Pumpheizung. Im Laden- und Cafébereich Fußbodenheizung. Die denkmalgeschützte Aussenfassade blieb im Wesentlichen ohne bauliche Eingriffe erhalten." Die Arbeiten wurden damals - so Oberbürgermeister Karl Friedrich Binder - zu den bedeutendsten Sanierungsarbeiten im Stadtgebiet gerechnet. Die Stadt investierte insgesamt 2,3 Mio. DM (94/857).

Beschreibungen

historische Beschreibungen

1827: Wohnhaus mit 18,3 Ruten, .... mit 0,4 und Hof mit 6,5 Ruten, insgesamt 25,2 Ruten Grundfläche Stuttgarter Straße

um 1840 (Güterbuch, Hausanteil des Schulmeisters Jakob Friedrich Barth):
„Gebäude, 1/3tel an 18,3 Rthn. VIIII 592 Einem dreistokigten Wohnhaus mit gewölbtem Keller j[enseits] K[ochens] am rothen Steeg neben Friedrich Wilhelm Bühl u[nd] Georg Schumm [...]. Hiezu gehört:
im untern Stok: eine Schmidwerkstätte
im 3ten Stok: gegen die Straße hinaus eine Stube, Stubenkammer, Küche; gegen den Kocher eine Stube, StubenKammer und noch eine Kammer darneben;
unterm Dach: eine Stube, Kammer, Küche, zwei große Holzlegen u[nd] die Hälfte des obern Dachboden“ (StadtA Schwäb. Hall 19/831, S. 361)

um 1840 (Güterbuch, Hausanteil des Kaufmanns Christian Friedrich Marius Bär):
„Gebäude, 1/3tel an 18,3 Rthn. VIIII 592 Einem dreistokigten Wohnhaus mit gewölbtem Keller j[enseits] K[ochens] am rothen Steeg neben Friedrich Wilhelm Bühl u[nd] sich selbst [...]. Zu diesem Hausantheil gehört:
der ganze [ursprünglich halbe] Keller beim Stall
im untern Stok: eine Stube, Küche, Magdkammer, Holzlege, sodann eine Stube gegen den Unterwöhrd, auf der ehemaligen Stadtmauer ruhend, auf welcher sich ein von Bär zu erhaltendes Dächle u[nd] auf diesem eine dem Zinngießer von Olnhausen gehörige Altane befindet, ferner eine Waschküche, ein Brunnen, zwei Stallungen und eine Holzremise.
Bär hat den ungehinderten Aus- und Eingang durch den dem Seifensieder Bühl als Eigenthum zustehenden Plaz vor dem Haus auf die Straße, auf welchen auch der Dung der Abtritte des obenbeschriebenen Hauses abgeführt wird, auf ewige Zeiten zu geniesen, ebenso die auf obengedachtem Plaz befindliche Dungstätte.
6,5 Rthn. Hofraum und
0,4 Rthn. Hünerstall hinter vorbeschriebenem Haus“ (StadtA Schwäb. Hall 19/831, S. 377-378)

um 1840 (Güterbuch, Hausanteil des Zinngießers Christoph Friedrich von Olnhausen):
„Gebäude, 1/3tel an 18,3 Rthn. VIIII 592 Einem dreistokigten Wohnhaus mit gewölbtem Keller j[enseits] K[ochens] am rothen Steeg neben Wilhelm Bühl u[nd] Christian Bär, Kaufmann [...]. Wozu gehört:
der halbe Keller;
im unteren Stok: den mit Latten verschlagenen Laden u[nd] einen Stall;
im zweiten Stok: eine Stube, Stubenkammer, Küche, sodann noch eine Stube u[nd] Werkstatt;
in der 3ten Etage: eine Magdkammer;
im obersten Boden den Plaz von vornen bis an die Rauchkammer

1886 (Anteil von zwei Dritteln der Witwe Katharine Schumm geb. Gysin):
„1874/75 wurde dieses Haus vollständig umgebaut und besteht nun in:
im unteren Stock 2 Zimmern
im 2ten Stock: 6 Zimmern nebst Küche und Alkov
im 3ten Stock: 6 Zimmern nebst Küche und Alkov
im Mansardenstock: 4 Zimmer, 2 Küchen und 4 Kämmerlen
unterm Dach: 4 Holzkammern und im obersten Boden den Platz von vornen bis an die Rauchkammer“ (StadtA Schwäb. Hall 18/6268, S. 9)

Besonderheiten

Ein mittelloser Schauspieler löst einen Brand aus

Am 20. Februar 1926 meldet die Polizeiwache Schwäbisch Hall einen Brandfall im Hause des Konditors Karl Ableitner, der aber bereits gelöscht worden sei. Es stellte sich heraus, dass auf der Veranda oberhalb des Cafélokals ein Feuer ausgebrochen war, den der Verursacher aber bereits selbst gelöscht hatte. Es handelte sich um den Schauspieler Karl Lutz, der im I. Stock des Hauses ein Arbeitszimmer gemietet hatte. Dieser hatte offenbar Asche aus dem in diesem Raum befindlichen Ofen in den Deckel einer Pappschachtel geleert und diesen auf die Veranda gestellt. Die Asche war aber noch so heiß, dass sie erst ein Loch in die Pappe und dann in den hölzernen Boden der Veranda brannte.  Der Schaden belief sich auf 27 Mark, die von der Feuerversicherung zunächst übernommen wurden. Lutz erklärte auf Forderungen nach einer Rückzahlung, es sei ihm „ein Ding der Unmöglichkeit, ... die von mir geforderte  Entschädigung in der Brandsache Café Ableitner in Höhe von Mk. 27 zu bezahlen. Ich bin hier am städt. Kurtheater bei Herrn Direktor Robert Braun engagiert und zwar als Anfänger gegen eine kleine Entschädigung (Taschengeld) von ca. Mk. 50,- monatlich. Davon muß ich mein Leben bestreiten (Zimmermiete  Essen etc.) Für Anschaffungen an Kleidern bleibt mir natürlich nichts übrig. Es fällt mir schon sehr schwer, die mir vom Amtsgericht Hall in diesem Falle verhängte Geldstrafe in Höhe von Mk. 23,60 mit Kosten in monatlichen Raten von Mk. 5,- zu zahlen.“ Die Versicherung musste den Betrag offenbar abschreiben (nach StadtA Schwäb. Hall 21/1424).

Quellen

Literatur:

  • Adressbücher 1886-1956
  • Haller Tagblatt v. 26.10.1979, 10.07.1981

Archivalien:

  • StadtA Schwäb. Hall 18/1171 (Eventualteilung des Christian Friedrich Dötschmann, Kaufmann, 1860)
  • StadtA Schwäb. Hall 18/1394 (Beibringensinventar des Christian Carl Schmidt, Kaufmann, und der Marie Louise Dötschmann geb. Stadtmann, Witwe des Christian Friedrich Dötschmann, Kaufmann, 1861)
  • StadtA Schwäb. Hall 18/5052 (Realteilung des Johann Georg Schumm, Privatier, früher Bäcker und Wirt zur Rose, 1881)
  • StadtA Schwäb. Hall 18/5866 (Beibringensinventar des Ernst Schlagenhauff, Kaufmann und Konditor, und der Emma Dötschmann, 1885)
  • StadtA Schwäb. Hall 18/6268 (Realteilung der Katharine Schumm geb. Gysin, Witwe des Johann Georg Schumm, Privatier, 1886)
  • StadtA Schwäb. Hall 18/8968 (Aufschub der Eventualteilung des Ernst Heinrich Schlagenhauff, Konditor, 1899)
  • StadtA Schwäb. Hall 19/831 (Güterbuch, Bd. 6), S. 361 (J. F. Barth)
  • StadtA Schwäb. Hall 19/831 (Güterbuch, Bd. 6), S. 377-378 (C.  F. Bär)
  • StadtA Schwäb. Hall 19/831 (Güterbuch, Bd. 6), S. 384 (C.  F. Bär)
  • StadtA Schwäb. Hall 19/834 (Güterbuch, Bd. 9), S. 105 (G. Schumm)
  • StadtA Schwäb. Hall 19/835 (Güterbuch, Bd. 10), S. 550 (F. L. Röhler)
  • StadtA Schwäb. Hall 19/838 (Güterbuch, Bd. 13), S. 431 (C.  F. v. Olnhausen)
  • StadtA Schwäb. Hall 19/842 (Güterbuch, Bd. 17), S. 32 (G. Schumm Witwe)
  • StadtA Schwäb. Hall 27/568 (Bauakten Bahnhofstraße 7)
  • StadtA Schwäb. Hall 27/569 (Bauakten Bahnhofstraße 5)
  • StadtA Schwäb. Hall 94/857 (Sanierung und Wiedereröffnung des Cafés Ableitner, 1982)
  • StadtA Schwäb. Hall S27 (Genealogische Kartei), KK Friedrich Heinrich v. Olnhausen
  • Ancestry.com: Württemberg, Deutschland, evangelische Kirchenbücher, 1500-1985 [database on-line]