Haller Häuserlexikon – Besitzerliste 1827

Gelbinger Gasse 82 - Haus mit Stadtmauerteilen

Adresse: Gelbinger Gasse 82
Primärkatasternummer: 335
Besitzer
Roth, Michael, Kübler


Besitzerliste

1676: In einer das Nachbarhaus (heute Gelbinger Gasse 80) betreffenden Inventur wird der Brunnenknecht Michel Dierolf als Anwohner genannt, allerdings ohne in den Beetlisten (Bürgersteuerlisten)  erwähnt zu werden; wahrscheinlich hatte er kein Bürgerrecht.

vor 1689: Wahrscheinlich ist das Haus aus dem Vorbesitz der Anna Hartmann geb. Wolf, zweite Ehefrau und Witwe des Leonhard Hartmann, Beisitzer und Taglöhner, an Georg Friedrich Seybold (1649-1724), Pfarrer zu Orlach, verkauft worden. In der 1689 nach dem Tod der Anna Hartmann angelegten Inventur wird bei den Vermögenswerten der Verstorbenen eine aus dem Verkauf des Hauses resultierende, restliche Schuld Seybolds von 30 Gulden genannt. 

1696: Georg Friedrich Seybold, Pfarrer zu Orlach, verkauft sein in der Gelbinger Gasse zwischen dem Käufer und Thomas Dürr gelegenes Haus am 16. April 1696 für 40 Gulden an Augustin Röger, Bürger und Grabenreiter des Amtes Schlicht.

1704: Nach dem Tod der Anna Catharina Röger, Ehefrau des Augustin Röger, Grabenreiter in der Schlicht, zuvor Witwe des Christian Beeg, Grabenreiter, wird das Haus neben dem Bürgerarbeiter Friedrich Mehrer und der Gasse (heute Gelbinger Gasse 84) sowie das anstoßende Nebenhaus (heute Gelbinger Gasse 82) aus dem Nachlass an den Witwer verkauft.

1722: Nach dem Tod Augustin Rögers wird im Zuge der Inventur das kleine Haus neben dem anderen (heute Gelbinger Gasse 82) dem Sohn Georg Wolfgang Röger, Schuhmacher und Torwart im Badtürlein, zugeschrieben.1727: Georg Wolfgang Rögler verkauft das Haus für 170 Gulden an den Rotgerber Jakob Friedrich Koch.

1729: Durch den an Jacobi 1729 erfolgten Verkauf an den Leinenweber Georg Jacob Firnhaber wechselt das Haus für 175 Gulden erneut den Besitzer.

Anmerkung: ab 1734 ist das Haus auf zwei Teile aufgeteilt, deren  Besitzergeschichte zwecks besserer Übersichtlichkeit separat aufgelistet wird:

Haushälfte 1:

1734: Die Witwe des Georg Jacob Firnhaber verkauft eine Hälfte des Hauses am 11. Juni 1734 für 93 Gulden an den Küfer Georg Albert Schnerz.

1766: Der Gefreite (Soldat) Johann Georg Heiner erwirbt "diße Helfte" am 14. November 1766 für 180 Gulden.

1769: Der bislang Heiner'sche Hausanteil wird am 17. Oktober 1769 für 160 Gulden an den Beisitzer Johann Georg Schilling verkauft.

1770: Erneuter Besitzwechsel am 1. Februar 1770 für 185 Gulden an den Beisitzer Balthas Rappold.

1807: Der Besitzer Johann Michael Feuchter setzt sich am 2.September 1807 für 100 Gulden in den Besitz des Hausanteils, wird aber von Georg Melchior Haaf, dem Eiegentümer der anderen Haushälfte, "ausgelöst", d.h. dieser macht sein Vorkaufsrecht geltend. Damit befindet sich das ganze Anwesen wieder in einer Hand. 

Haushälfte 2:

1765: Die bislang noch Firnhaber'sche Haushälfte geht am 2. Mai 1765 für 195 Gulden an den Gefreiten (Soldaten) Georg Michael Roll.

1794: Der Beisitzer Georg Michael Haaf kauft den bisher Roll'schen Hausanteil am 31. Oktober 1794 für 325 Gulden.

 

1815: Am 19. Juli 1815 wird das gesamte Haus für 500 Gulden an den Kübler Georg Michael Bäuerlin verkauft.

1827 (als Besitzer genannt): Roth, Michael, Kübler

Beschreibungen

historische Beschreibungen:

1696 (Verkauf an Augustin Röger): „Seine bißhero inngehabte Behaußung in der Gelbingergaßen zwischen ihme Käuffern selbst und Thoma Dürren, Laistschneidern, gelegen, mit aller daran Zugehörde, recht und Ger[echtigkeiten], welche in löblich ged[achtes] Ampt gültbar...“ (4/668, Bl. 234)

1717/18 (Unterpfandsbuch): „Gelb[inger] Gaßen. Behaußung. Eine Bewohnung mit dem Anbäule, taxirt pro 450 fl. Erkaufft a 475 fl sambt dem Nebenhauß, gültet 4 fl 8 hlr. in Löbl[iches] Ambt Schlicht.“ (4/1544, Bl. 593) 

1722 (Inventur des Augustin Röger): „...ferner ein kleines Häußlein, an vorstehende Behaußung und an die Stadt Mauer stoßend, neben Johann Melchior Francken, Metzgers Behaußung gelegen, auch in Löbl[iches] Ambt Schlicht mit 4 ß 8 hlr. Vorgeld gültbar, laut Kauff Contracts de dato 16ten Aprilis A[nn]o 1696, welch Häußlin bey der Theilung dem Sohn Georg Wolffgang Röger an seiner Erbs Portion verglichenermaßen überlaßen worden ist vor 60 fl.“ (14/1961) 

1827: Wohnhaus mit 5,4 Ruten Grundfläche n der Heilbronner Straße

Beschreibungen aus den Denkmallisten:

Teile der mittelalterlichen Stadtmauer. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, Stand 10/1982, S. 182)

Gelbinger Gasse 82. Teil der Sachgesamtheit "Stadtbefestigung" - siehe Badtorweg 10. (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Quellen

Archivalien:

  • StadtA Schwäb. Hall 4/668 (Kaufbuch 1694-1697), Bl. 238 (Verkauf an A. Rögler)
  • StadtA Schwäb. Hall 4/1544 (Unterpfandsbuch Vorstädte 1717/18ff), Bl. 593
  • StadtA Schwäb. Hall 14/1158 (Inventur des Joseph Dürr, Hutschnurmacher, 1676)
  • StadtA Schwäb. Hall 14/1414 (Inventur der Inventur der Anna Hartmann, Witwe des Leonhard Hartmann, 1689)
  • StadtA Schwäb. Hall 14/1673 (Inventur der Anna Catharina Röger, Ehefrau des Augustin Röger, 1704)
  • StadtA Schwäb. Hall 14/1961 (Inventur des Augustin Röger, Grabenreiter, 1722)
  • StadtA Schwäb. Hall S27 (Genealog. Kartei)