Haller Häuserlexikon – Besitzerliste 1827

Im Haal 2 - Haalamt: Recht und Ordnung im Haalamt

Adresse: Im Haal 2
Primärkatasternummer: 202
Besitzer
Stadt: Salinenarchiv


Besitzerliste

1827: Die Stadtgemeinde

 

1853: Von der Stadtgemeinde an die "Haalpflege" verkauft (KB Bl. 171). 

Haustafel

Das Recht, aus der Sole der Haalquelle Salz zu sieden, stand den Siedensberechtigten zu und nicht der Stadt oder ihrem obersten Herrn, dem Kaiser. Die Sieder organisierten sich selber und lösten - allerdings überwacht vom Magistrat - eigenständig ihre Streitigkeiten. Dafür und als Verwaltungssitz der Saline unterhielten sie das Haalamt, das nach dem Stadtbrand 1728 erbaut wurde. Noch heute werden hier die Erbrechte der alten Sieder bewahrt.

Befunde aus Bauforschung

Dreigeschossiges Fachwerkgebäude nach 1728 auf trapezförmiger Grundfläche mit gemauertem Erdgeschoss. Der aus Hau-, Lese- und Bruchsteinen gemauerte Keller ist rückversetzt zum Haalplatz angelegt und hat ein Tonnen- sowie ein Stichkappengewölbe. Innerhalb der Kellerbebauung sind Mauerwerksreste aus dem 14./15. Jh. erhalten. Vgl. Datenbank Bauforschung Baden-Württemberg.

Befunde aus Bauakten

1884: Beratung im Haalamt: "Aus Anlaß des Abbruchs der Stadtmauer un der Anbauten zum Schlachthaus wurde der Abtrittsschlauch des Haalamtsgebäudes blosgelegt und ebendamit auch dessen Schadhaftigkeit. Es wurde daher Herr Stadtbaumeister Kolb gebeten, eine Kostenvoranschlag über den muthmaßlichen Aufwand vorzulegen. Deselbe berechnet sich hernach auf ca. 111 M. Die dringende Nothwendigkeit der Reparatur wird allseits anerkannt und daher beschlossen: Die Ausführung der betreffenden Arbeiten dem Herrn Stadtbaumeister Kolb mit dem Ersuchen zu übertragen, solche unter möglichst günstigen Bedingungen zu vergeben" (HA/B 131, Bl. 128v, § 200, Protokoll v. 15.09.1884)

1907: Beratung im Haalamt: "Nachdem das Haalamtsgebäude nun bloßgelegt ist, wurde heute darüber beraten, ob man das Gebäude vergipsen oder mit sichtbarem Gebälk herstellen soll. Vom Vorstand wurde hierüber die Meinung ausgesprochen, man solle doch das Gebäude in der alten, der Stadt angemessenen Art, zu dem  Turm passend mit sichtbarem Gebälk herstellen." Nachdem auch Baurat Jordan und Stadtbaumeister Münzenmaier sich für eine "Herstellung in sichtbarem Gebälk" aussprechen, wird dieser Vorschlag "einstimmig angenommen" (HA/B 134, Bl. 170v § 194, Protokoll v. 07.08.1907)

Beschreibungen

1827: Salinen-Archiv mit 15 Ruten

Das Gebäude des ehem. Haalamtes ist ein dreigeschossiges Fachwerkhaus, erbaut nach dem Stadtbrand von 1728. Das Haalamt (auch Haalgericht) bestand als Institution seit dem 14. Jh.; 1488 wurde ein Verwaltungsgebäude errichtet. Die Aufgabe des Amtes bestand in der Überwachung der Salzproduktion und des Vertriebs. Der im 18.Jh. neuerrichtete Bau ist ein typischer Vertreter barocker Fachwerkbauweise in Schwäbisch Hall: über dem Sandsteinsockel und dem verputzten Erdgeschoss traufseitig zwei profilierte Vorstöße und das konstruktive Fachwerk der Obergeschosse sowie ein Walmdach. Als Haalamt besitzt das Haus eine wichtige ortsgeschichtliche Bedeututng, da die Salzproduktion auch im 18. Jh. noch den Haupterwerbszweig der Einwohner der Stadt darstellte. - Stadtmauerreste im Sockel der südlichen Außenmauer. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, Stand 10/1982, Stand 10/1982, S. 227)

 

Im Haal 2 (Flst.Nr. 0-100). Ehem. Haalamt. Dreigeschossiges Fachwerkhaus, nach dem Stadtbrand von 1728. Das Haalamt (auch Haalgericht) bestand als Institution seit dem 14. Jahrhundert. Aufgabe war die Überwachung der Salzproduktion und des Vertriebs. Barocke Fachwerkbauweise. Sandsteinsockel und verputztes Erdgeschoss, traufseitig profilierte Vorstöße, konstruktives Fachwerk der Obergeschosse. Stadtbefestigung der Kernstadt, wohl um 1156 bis ca. 1250. § 2. (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Quellen

Archivalien:

  • StadtA Schwäb. Hall 19/837 (Güterbuch 12). S. 298
  • StadtA Schwäb. Hall HA/B 131 (Haalamtsprot. 1881-1886), Bl. 128v § 200
  • StadtA Schwäb. Hall HA/B 134 (Haalamtsprot. 1901-1912), Bl. 170v § 194

Pläne und Ansichten vor 1827:             

  • StadtA SHA S10/0804 (1728, Ausschnitt)