Haller Häuserlexikon – Besitzerliste 1827

Im Weiler 18 - Weilertor

Adresse: Im Weiler 18
Primärkatasternummer: 929,930,902
Besitzer
Stadtgemeinde


Besitzerliste

1827: Die Stadtgemeinde

Befunde aus Bauforschung

Holzteile dendrochronologisch datiert auf ? (StadtA Schwäb. Hall BF 75)

Beschreibungen

1827: Weiler Tor Turm und Wohnung mit 18,3 Ruten

Weilertor, Torturm der Stadtbefestigung, 14. und 16. Jh. Eingetragen in das Landesverzeichnis der Baudenkmale in Württemberg seit 08. Oktober 1925. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, Stand 10/1982, S. 239)

Im Weiler 18: Weilertor (§ 28). Torturm der Stadtbefestigung, 14. und 16.Jahrhundert. (siehe auch unter Sachgesamtheit Stadtbefestigung "Am Markt 14, ...") (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Das Weilertor

Das Weilertor hat seinen Namen vom anliegenden Stadtteil Weiler. 1438 und 1479 ist auch die Bezeichnung "Hebers-Tor" anzutreffen. Der ursprüngliche, 7 x 7,10 m messende Torbau liegt in der für romanische Türme typischen Weise hinter der Stadtmauer. Der von E. Krüger auf etwa 1330 datierte Bau war mit vier Geschossen 15,50 m hoch und in den beiden Obergeschossen mit Schlüssellochschießscharten versehen. 1579 setzte man ein weiteres Geschoss mit Rechteckfenstern und gekurvtem Dach auf, so dass das Tor heute 20 m hoch ist. Der in 4. Stock angebrachte Wappenstein trug ein Doppelschild mit dem Reichsadler und den Stadtfarben. Der Reichsadler wurde nach 1802 abgemeißelt. Auf ein früher vorhandenes Fallgitter weisen ein Hakenstein und ein Loch im 1. Stock für die das Gitter tragende Kette hin. Aus dem Weilertor führte der Weg durch den Zwinger zu einem Vortor. Von diesem aus überquerten eine Zugbrücke und eine Steinbrücke den Graben. Im Jahr nach dem Bauernkrieg von 1525 erhielt das Tor massive Verstärkungen. Vor den Torturm setzte man ein den gesamten Zwinger umfassendes Vortor, auf der anderen Seite des Grabens kam ein Außentor hinzu, das den Zugang zur Brücke über den Graben sperrte. Die Öffnungen für die Schwungbalken der Zugbrücke haben sich darin ebenso erhalten wie deren Lager und der Wehrgang. Auch die westlich des Tores gelegene, in den Graben  vorspringende Bastei entstand 1526. Der Chronist Johann Herolt erwähnt den Bau der "Pastey bey den Weyllertor". Der malerische Fachwerkaufsatz auf der Bastion wurde 1579 ergänzt und diente als Wohnung des Torwärters. An das Weilertor klebte am 24. Mai 1514 der Fuhrmann Hans Strauß aus Neuenstein einen Fehdebrief und eröffnete damit den bis 1517 dauernden, sogenannten "Straußenkrieg", die letzte mittelalterliche Fehde der Reichsstadt Hall. Noch in den 1880er Jahren sollte das Weilertor abgebrochen werden, was aber durch Conrad Schauffele verhindert wurde. (nach Krüger, Stadtbefestigung, S. 116ff)

Quellen

Literatur:

  • Eduard Krüger: Die Stadtbefestigung von Schwäbisch Hall, Schwäbisch Hall 1966, S. 116ff.