Haller Häuserlexikon – Besitzerliste 1827

Nonnenhof 1

Adresse: Nonnenhof 1
Primärkatasternummer: 25a
Besitzer
Cramer, Heinrich David, Friseur


Besitzerliste

1623-1624         erscheint Georg Baur, Kastenknecht, in der Beetliste als Hausbesitzer im Nonnenhof, 1633 seine Witwe. Georg Baur, Bürger und gewesener Oberkastenknecht, ließ sich am 13. November 1623 sein Bürgerrecht reservieren: Er hatte sich an anderen Orten und bei fremden Herren um einen Dienst beworben, wollte aber sein Haller Bürgerrecht behalten und machte sich verbindlich, weiterhin alle bürgerlichen Lasten mitzutragen (StadtA Schwäb. Hall 4/828, fol. 122V).

ca. 1640  Erwerb des Hauses durch Johann Georg Winkler.

3. Dezember 1641    Herr Johann Georg Winkler, Pfarrer zu Tüngental, bekennt Jacob Eisenmenger, Waagmeister, und Hans Jörg Offenheuser, Bäcker, beide Vormünder über die Kinder des Georg Baur, Kastenknecht, eine Schuld über 300 fl. Die Schuld haftet auf seinem Haus im Nonnenhof (gelegen zwischen dem Haus des Rates und Herrn Werner Seiferhelds Haus) (StadtA Schwäb. Hall 4/837, fol. 16V).

seit 1651        Johann Georg Winkler, Pfarrer zu Tüngental, erscheint in den Beetlisten als Hausbesitzer im Nonnenhof.

Oktober 1677        Erbteilung des Johann Georg Winkler, Pfarrer zu Tüngental. Seine Erben sind seine Kinder zweiter Ehe (Georg Philipp Winkler, limpurgischer Pfarrer zu Gollhofen, und Johann Georg Winkler, Chirurg, derzeit in Hamburg) und dritter Ehe (Georg Christoph Winkler, Chirurg, Georg Michael und Maria Catharina). Zur Erbschaft gehört ein Haus im Nonnenhof zwischen Johann Georg Seyboldt, Präzeptor tertiae classis am Gymnasium, und Caspar Offenheuser, Schneider. Das Haus wird um 200 fl angeschlagen und an den fünf Erben zugeschrieben (StadtA Schwäb. Hall 14/1168). Winkler war 1601 als Sohn des Nikolaus Eberhard Winkler, Dr. med. und Physicus in Crailsheim, Forchheim, Dinkelsbühl, Feuchtwangen und Hessental (Comburg) geboren. Er studierte in Tübingen. 1626 wurde er Pfarrer in Tüngental, wo er bis zu seinem Tod blieb (Pfarrerbuch Württembergisch Franken, Teil 2, S. 508, Nr. 2956).

ca. 1680        Erwerb des Hauses durch Friedrich Hornung.

15. Januar 1700    Johann David Hornung, Meister des gemeinen Haals, und Christoph Metz, Bürger und Buchbinder, als Vormünder der Margaretha Hornung, einziger Tochter des Friedrich Hornung, Bürger, Tuchmacher und Calcant bei der Orgel zu St. Michael, verkaufen an Magister Georg Friedrich Seiferheld, Präzeptor tertiae classis am Gymnasium, das Haus ihrer Pflegtochter im Nonnenhof. Deren Vater und sie selbst haben es seit ca. 1680 besessen. Anlieger sind: Peter Hackh, Seckler, jetzt Torwart zu Vellberg, und der Turm der verwitweten Frau Rosenwirtin Weller. Im Verkauf eingeschlossen ist die Feuergerechtigkeit. Der Kaufpreis beträgt 310 fl. Der Käufer verspricht die Verkäuferin ein Jahr lang in freier unentgeltlicher Kost zu erhalten (StadtA Schwäb. Hall 4/669, fol. 166R-167V).

16. November 1707    Magister Georg Friedrich Seiferheld, Pfarrer zu Unterlimpurg und St. Nikolai, verkauft an Maria Catharina Hornung, Witwe des Johann Michael Hornung, Bürger und Bildhauer, sein seit 1700 innegehabtes Haus im Nonnenhof. Anlieger sind Johann Jacob Bonhöfer, Mitglied des Inneren Rates und Amtmann über Ilshofen, und die Witwe des Johann Peter Hack, Seckler. Mitverkauft wird insbesondere die Feuergerechtigkeit. Der Kaufpreis beträgt 410 fl (StadtA Schwäb. Hall 4/670, fol. 270R-271R).

14. Januar 1713    Magister Georg Friedrich Seiferheld, Pfarrer zu St. Johann und Gottwollshausen sowie im Hospital, verkauft an Johann David Weber, Bürger und Bäcker, sein vor fünf Jahren (am 16. November 1707) an Maria Catharina Hornung, Witwe des Johann Michael Hornung, Bildhauer, verkauftes Haus, das diese nicht bezahlen konnte, also dem Verkäufer wieder zugefallen ist. Das Haus liegt im Nonnenhof zwischen dem Seyboldschen Nebenhaus des Johann Jacob Bonhöfer, Mitglied des Inneren Rates und Amtmann im Rosengarten, und Johann David Wörner, Leichumsäger. Seiferheld verkauft mit allen Rechten, wie er sie innegehabt hat, sonderlich der Feuergerechtigkeit lt. Kaufprotokoll vom 15. Januar 1700. Der Kaufpreis beträgt 350 fl. Der Käufer bezahlte bar und räumte das Haus sofort seinem Tochtermann Georg Friedrich Seiferheld, Actuarius, als Teil des Heiratsgutes seiner Tochter ein (StadtA Schwäb. Hall 4/673, S. 29-32).

1717            Georg Friedrich Seiferheld, Actuarius: erkauft 1713 für 350 fl (StadtA Schwäb. Hall 4/881, fol. 47V).

18. November 1729    Magister Johann Jacob Seiferheld, Pfarrer zu Westheim, kauft das Haus für 400 fl von den Vormündern der Kinder des Actuarius Seiferheld (StadtA Schwäb. Hall 4/881, fol. 47V).

25. Juni 1738        Herr Johann Georg Wibel, Pfarrer zu Crispenhofen, kauft die Behausung für 650 fl (StadtA Schwäb. Hall 4/881, fol. 47V).

5. Mai 1800        Herr Johann Friedrich Bonhoeffer, Mitglied des Inneren und Geheimen Rates, kauft das Haus für 1.300 fl (StadtA Schwäb. Hall, fol. 47V).


Besonderheiten

1827: Wohnhaus mit 10,1 Ruten