Haller Häuserlexikon – Besitzerliste 1827

Salinenstraße 2 - ehem. Marstall und Diebsturm

Adresse: Salinenstraße 2
Primärkatasternummer: 508c (später 916)
Besitzer
Salinenverwaltung


Besitzerliste

1827: Königl. Salinenverwaltung

Beschreibungen

Ehem. Zeug- und Rüsthaus, ab 1803 Kaserne, ab 1869 Kreisgerichtshof. Diebsturm, Turm der Stadtbefestigung (um 1300). Eingetragen in das Landesverzeichnis der Baudenkmale in Württemberg seit 08. Oktober 1925. (StadtA Schwäb.Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb.Hall, Stand 10/1982, S. 363)

 

Salinenstraße 2: Diebsturm (§ 28). Turm der Stadtbefestigung (um 1300), an ehem. Marstall und Rüstkammer. (siehe auch unter Sachgesamtheit Stadtbefestigung "Am Markt 14, ...") (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Der Diebsturm

Der Diebsturm bildet die Nordwestecke der Stadtbefestigung. Seinen Namen erhielt er als Gefängnis für Diebe. Er ist mit dem Dorfmühlenturm der einzige nachweisbare Rundturm der Stadtbefestigung. E. Krüger datiert ihn auf die Zeit zwischen 1200 und 1250. Bis in eine Höhe von 14 m ist der ursprüngliche Bau erhalten. Die Mauern sind 1,80 m dick. Im Untergeschoss befindet sich ein 5,50 m hohes und 2 m breites, fensterloses Verlies mit einer gewölbten Decke, das nur von oben her durch ein sog. "Angstloch" zugänglich war. Das Fenster in Richtung Norden und der heutige Eingang sind später hinzugekommen. Es folgt ein 2,50 m weites, 1. Obergeschoss mit einem Zugang zum Wehrgang in Richtung Süden. Das 2. Stockwerk ist 5,30 m hoch und 2,73 m weit und hat zwei schmale, alte Rechteckfenster. Das folgende 3. Obergeschoss ist gotisch und wurde vermutlich an die Stelle einer nach oben offenen Verteidigungsplattform gesetzt. Es kragt leicht aus und hat vier Schlüssellochschießscharten mit eingemauerten Auflagehölzern für die "Hakenbüchsen" (schwere Musketen). Mit diesem Stockwerk erreicht der Turm seine heutige Höhe von 18 m. (nach Krüger, Stadtbefestigung, S. 82f)

Besonderheiten

Frühere Anschrift: Salinenstraße 1

Quellen

Literatur:

  • Eduard Krüger: Die Stadtbefestigung von Schwäbisch Hall, Schwäbisch Hall 1966, S. 83f