Haller Häuserlexikon – Besitzerliste 1827

Vor dem Kelkertor 1 - Wetzelturm

Adresse: Vor dem Kelkertor 1
Primärkatasternummer: 890
Besitzer
Holch, David Ludwig, Seifensieder


Besitzerliste

1827: Holch, David Ludwig, Seifensieder

Befunde aus Bauforschung

Dach dendrochronologisch datiert auf 1815/16. (BF Lohrum/Bleyer)

Beschreibungen

1827: Seifenfabrik und Werkstätte mit 11,7 Ruten, Schweinestall 0,9 Ruten, Hof mit 11,9 Ruten, insgesamt 24,1 Ruten Im Zwinger bei Nr. 92

Wetzelturm, Turm der Stadtbefestigung, 16. Jh., Fachwerkaufsatz 18. Jh. Eingetragen in das Landesverzeichnis der Baudenkmale in Württemberg seit 08.10.1925. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, Stand 10/1982, S. 200)

Vor dem Kelkertor 1: Wetzelturm (§ 28). Turm der Stadtbefestigung, 16. Jahrhundert. Fachwerkaufsatz 1816. (siehe auch unter Sachgesamtheit Stadtbefestigung "Am Markt 14, ...") (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

 

Der "Wetzelturm"

Der Name "Wetzelturm" ist nicht alt, sondern wurde von E. Krüger in seinem 1966 erschienenen Buch über die Stadtbefestigung Schwäbisch Halls neu gebildet. Der Turm stand an der Ecke zwischen dem die Gelbinger Vorstadt umgebenden Langen Graben und dem zwischen Altstadt und Gelbinger Vorstadt verlaufenden Kurzen Graben. Der Turm ist 14,40 m lang und 7,40 m breit, seine Mauern sind etwa 1 m dick. Wahrscheinlich wurde er errichtet, nachdem 1528 ein Teil der Mauer zum Kelkertor hin eingestürzt war. Den Chronisten Widman und Herolt zufolge baute man daraufhin  zwischen 1532 und 1538 "das Pollwerckh unnd die Pastey", womit wahrscheinlich der Wetzelturm gemeint ist. Er diente als Geschützplattform, von dem aus sowohl der Lange wie auch der Kurze Graben unter flankierendes Feuer genommen werden konnten. Vermutlich besaß er oben eine offene Plattform mit hoher Brüstung, die auf einem Gewölbe ruhte. Der Fachwerkaufsatz entstand wahrscheinlich im 19. Jahrhundert, ebenso wurden die Fenster eingebrochen, durch die der Turm seinen Wehrcharakter weitgehend verloren hat. (nach Krüger, Stadtbefestigung, S. 96f)

 

Anmerkung: Seltsam ist, dass der doch recht massiv gemauerte Unterbau zwar im Katasterplan 1827 eingezeichnet ist, nicht jedoch in dem kurz nach der württembergischen Übernahme entstandenen ersten einigermaßen genauen Stadtplan von 1810. Dies korrespondiert zumindest mit der Datierung des Fachwerkstocks in das Jahr 1816. (Albrecht Bedal)

Quellen

Literatur:

  • Eduard Krüger: Die Stadtbefestigung von Schwäbisch Hall, Schwäbisch Hall 1966, S. 96