Haller Häuserlexikon – Primärkataster-Nr.

Am Säumarkt 11 - Säumarktturm

Adresse: Am Säumarkt 11
Primärkatasternummer: 243
Besitzer
Das Königl. Cameralamt


Besitzerliste

1827: Das Königl. Cameralamt

Befunde aus Bauakten

 

2012: Abschluss der Außensanierung am 17.12.2012. Im Fachwerkaufsatz des Turmes werden eine Praxis und eine Wohnung eingerichtet (HT).

 

Beschreibungen

1827: Amtsdienerwohnung samt Staffel mit 11,7 Ruten Grundfläche

Säumarktturm, Stadtmauerturm des 12. Jh., Fachwerk-Aufsatz mit Mansarddach um 1600. Eingetragen ins Landesverzeichnis der Baudenkmale in Württemberg seit 08.10.1925. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, Stand 10/1982, S.  83)

Am Säumarkt 11 (Flst.Nr. 0-90/8). Säumarktturm (§ 28). Stadtmauerturm, 12. Jahrhundert, Mansarddach, um 1600 (Fachwerkaufsatz unteres Stockwerk 18./19. Jahrhundert, 2. Stockwerk um 1935).-(siehe auch unter Sachgesamtheit Stadtbefestigung "Am Markt 14, ...") (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Der Säumarktturm

Den Untersuchungen von Eduard Krüger wurde der "Säumarktturm" (Namensgebung durch E. Krüger) um 1250 vor die im 12. Jahrhundert errichtete Stadtmauer gebaut und sprang in den etwa 5 m tiefen "Kurzen Graben" vor, dessen Verlauf die heutige Gymnasiumstraße und der Säumarkt folgen. Es handelt sich  eine nachträgliche Verstärkung, die entstand, bevor die Gelbinger Gasse befestigt wurde. Der Turm misst 8 x 9 m, die Wände sind 1,50 m dick, abgesehen von der lediglich 0,90 m dicken Rückwand zur Stadt hin. Zur Marktstraße hin beträgt die Höhe des Steinsockels noch etwa 8 m. Durch die Auffüllung des "Kurzen Grabens" ist ein erheblicher Teil des Turms unter dem heutigen Straßenniveau verschwunden. Der untere Stock des Fachwerkaufsatzes stammte nach Vermutungen Eduard Krüger aus dem 18. Jahrhundert. . An der Rückseite des Turms hat sich ein Teil des hier steil abfallenden und deshalb mit Stufen versehenen Wehrgangs erhalten, das Rundbogenportal zur Marktstraße hin (die linke der beiden nebeneinander liegenden Türen) führte in den Zwinger, den mit einer niedrigeren Mauer abgesicherten Bereich zwischen der eigentlichen Stadtmauer und dem "Kurzen Graben".  Im 19. Jahrhundert diente der Turm als Wohnung für Bedienstete der Justizverwaltung (direkt daneben befindet sich das ehemalige Kriminalgefängnis) und fiel deshalb nicht der Spitzhacke zum Opfer. Während der Zeit des Nationalsozialismus saß im Säumarktturm die NSDAP-Kreisleitung mit dem Kreisleiter Otto Bosch an der Spitze, weshalb das Gebäude als lokales Herrschaftszentrum des NS-Regimes gelten kann. 1935 erhielt der Turm den zweiten, oberen Fachwerkaufsatz nach Plänen des Architekten Dr. Eduard Krüger.

Quellen

Literatur:

  • Eduard Krüger: Die Stadtbefestigung von Schwäbisch Hall, Schwäbisch Hall 1966, S. 51f
  • Säumarkt: Die Hüllen sind gefallen, in: Haller Tagblatt v. 19.12.2012, S. 10