Haller Häuserlexikon – Primärkataster-Nr.

Gelbinger Gasse 17

Adresse: Gelbinger Gasse 17
Primärkatasternummer: 379
Besitzer
Barth, Jacob Ludwig, Schuhmacher; Frank, Nicolaus, Flaschner


Besitzerliste

vor 1712: Der Küfer David Frank erbt das Haus, evtl. über seine Ehefrau Anna Barbara geb. Schmid, Tochter des Schuhmachers Josef Schmid.

1717: Nach dem Tod David Franks am 17. Juni 1717 erbt sein Sohn Johann Michael Frank das Haus.

1754: Der Sohn Johann Heinrich Frank, ebenfalls ein Küfer, kauft das Haus für 700 Gulden.

1764: Nach dem Tod des Johann Heinrich Frank am 5. Dezember 1764 erbt seine Witwe Susanne Margarethe geb. Belzner das Haus.

1766: Susanne Margarethe Frank verkauft zwei Drittel des Hauses an ihren Sohn, den Küfer Johann Gottlieb Frank.

1784: Der Zinngießer Georg David Weber kauft am 21. April 1784 die zuvor Johann Gottlieb Frank gehörenden zwei Drittel des Hauses.

1788: Nach dem Tod Georg David Webers am 13. Mai 1788 fallen die ihm gehörenden zwei Drittel des Hauses an seine Witwe Marie Elisabethe geb. Schloßstein.

1790: Der Schneidermeister Johann Jakob Friedrich kauft am 2. Juli 1790 ein Drittel des Hauses für 324 Gulden (wohl von den Erben der am 6. Oktober 1786 verstorbenen Susanne Margarethe Frank).

1791: Durch die Eheschließung mit der Witwe Marie Elisabethe Weber geb. Schloßstein am 12. Juli 1791 wird der Zinngießer Johann Peter Wallström Mitbesitzer der ihr gehörenden zwei Drittel am Haus.

1794: Der Schuhmachermeister David Heinrich Seiferheld kauft am 15. Oktober 1794 das Friedrich'sche Drittel am Haus für 423 Gulden. Johann Peter Waldström als Mitbesitzer des Hauses macht jedoch unter demselben Datum sein Vorkaufsrecht geltend, tritt in den Kaufvertrag ein und erwirbt das Hausdrittel. Er ist damit Besitzer des gesamten Hauses.

1796: Der Flaschner Johann Friedrich Frank kauft am 15. Juli 1796 das ganze Haus für 2050 Gulden.

1796: Johann Friedrich Frank verkauft am 9. September 1796 eine Hälfte des Hauses für 1.025 Gulden an den Schuhmacher Johann Adam Jakob Friedrich.

1817: Jakob Friedrich verkauft die Hälfte des Hauses (der ganze mittlere Stock, Anteile an Keller, Dachboden, Hofraum, 1. Stock) am 24. August 1817 für 660 Gulden an den aus Einbeck stammenden Schuhmacher Johann Friedrich Christian Hecht.

1817: Nach dem Tod des Johann Friedrich Christian Hecht am 31. Dezember 1817 fällt seine Haushälfte (der ganze mittlere Stock, Anteile an Keller, Dachboden, Hofraum, 1. Stock) an seine Ehefrau Anna Elisabethe Hecht geb. Schmid.

1819: Durch die Eheschließung der Witwe Anna Elisabetha Hecht mit dem Schuhmacher Jakob Ludwig Barth wird dieser Miteigentümer der ihr gehörenden Haushälfte (der ganze mittlere Stock, Anteile an Keller, Dachboden, Hofraum, 1. Stock) .

1825: Friedrich Frank verkauft die Hälfte des Hauses (der ganze obere Stock, Anteile an Keller, Dachboden, Hofraum, 1. Stock) an den Flaschner Nikolaus Frank (KB Bl. 20)

1827: als Besitzer genannt (Primärkataster): Jacob Ludwig Barth, Schuhmacher, zu 1/2;  Nicolaus Frank, Flaschner, zu 1/2

1844: Nach dem Tod seiner Ehefrau fallen ein Drittel der Haushälfte (der ganze mittlere Stock, Anteile an Keller, Dachboden, Hofraum, 1. Stock) an Jakob Barth, zwei Drittel an die Töchter Susanne und Magdalene Barth.

1850: Nach dem Tod des Jakob Barth werden seine Töchter Susanne und Magdalene Barth Eigentümerinnen seiner Haushälfte (der ganze mittlere Stock, Anteile an Keller, Dachboden, Hofraum, 1. Stock).

1860: Nikolaus Frank verkauft seine Haushälfte (der ganze obere Stock, Anteile an Keller, Dachboden, Hofraum, 1. Stock) für 1.325 Gulden an den Flaschner Friedrich Ludwig Laux.

1871/72: Der Weber Gottlieb Göpfert kauft von Georg Koch eine Haushälfte, die dieser kurz zuvor von Friedrich Ludwig Laux erworben hat, und kauft auch die zweite Haushälfte, die Kochs Ehefrau Magdalene geb. Barth und deren lediger Schwester Susanna Barth gehört (KB 18, S. 555 u. 624).

1897: Gottlieb Göpfert verkauft das ganze Haus für 9.400 Mark an den Schneider Friedrich Bauer und dessen Ehefrau Luise geb. Baumann (KB 44 S. 55).

1898: Nach dem Tod der Luise Bauer geb. Baumann geht das Haus in den alleinigen Besitz des Ehemanns Friedrich Bauer über.

1898: Friedrich Bauer bringt das Haus in die zweite Ehe mit Marie geb. Koch ein.

Befunde aus Bauakten

1892: Bau eines auf der Stadtmauer aufsitzenden, einstöckigen Hinterhauses (Magazins) im Hofraum (Güterbuch 3, S. 465).

Beschreibungen

1827: Wohnhaus mit Anbau 7,9 Ruten, Hof 4,2, insgesamt 12,1 Ruten Grundfläche, Hinter der Waag

1897: "68 qm VIII 379 ein 3stockiges Wohnhaus hinter der Waagem nut 17 qm Hofraum südlich samt Mauer, neben Schlosser Koch und Schreiner Sauther [und] 18 qm VIII 379a ein 1stockiges Hintergebäude - Magazin - auf der Stadtmauer" (Güterbuch 3 S. 205).

Der dreigeschossige, giebelständige Fachwerkbau, im Giebelfeld freigelegt, kann in die Zeit unmittelbar nach dem Brand der Gelbinger Vorstadt von 1680 datiert werden. Mit Ausnahme des veränderten Erdgeschosses zeigt das Gebäude das originale Erscheinungsbild eines Haller bürgerlichen Wohnhauses vom Ende des 17. Jh. - dies belegen die vier, im Dachgeschoss profilierten, Vorstöße. Die wenigen Veränderungen ließen das äußere Bild in ihren wesentlichen Zügen unverfälscht, daher kann das Haus zu den guten Zeugen einheimischer Wohnbauweise um 1700 gezählt werden.
Teil der mittelalterlichen Stadtmauer. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, Stand 10/1982, S. 150)

 

Gelbinger Gasse 17 (Flst.Nr. 0-70/5). Dreigeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau, nach 1680 datiert. In wesentlichen Zügen unverfälscht überliefert aus dem 17. Jahrhundert. § 2. (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Quellen

Archivalien:

  • StadtA SHA 4/1544 (Unterpfandsbuch Vorstädte), Bl. 600f; 4/1545 (Häuserbuch 1712), S. 238; 4/1547 (Häuserbuch 1767), S. 225; 4/1547a (Häuserbuch 1782), S. 402; 19/828 (Güterbuch 3), S. 205, 400, 464f