Haller Häuserlexikon – Primärkataster-Nr.

Gelbinger Gasse 73

Adresse: Gelbinger Gasse 73
Primärkatasternummer: 351
Besitzer
Steinbrenner, Johann Michael, Nachtwächter; Koppenhöfer, Georg Adam, Lang, Zimmergeselle


Besitzerliste

1827: Steinbrenner, Johann Michael, Nachtwächter: zu 1/3; Koppenhöfer, Georg Adam: zu 1/3; Lang, Zimmergeselle  zu 1/3 am Haus: PKN 352 A, Waschhaus gehört dem 1. von zwei Hausbesitzern; der Keller dem Heinrich Gros, Salzsieder allein 

1945 (ca.): Der Erdgeschossanteil geht als Erbe an Emma Alt geb. Schmid (Bauakten).

 

Befunde aus Bauakten

1879: Hausmiteigentümer Christoph Groß lässt den südlichen Giebel erneuern und ein Fenster anbringen, um ein heizbares Zimmer im Dachstock einzurichten.

1911: Die Hauseigentümer Georg Schmidt, Johann Hänle und Georg Renftle lassen eine alte Remise auf der Rückseite des Hauses abbrechen und an ihrem Standort eine Abortanlage mit Senkgrube erstellen.

1924: Erstellung eines Kamins an Stelle eines "besteigbaren" Vorgängers.

1956: Der Wert des Hauses wird bei einer amtlichen Schätzung auf 2.050 DM festgelegt.

1956: Alois Reinwald, der Besitzer des Obergeschosses, sucht um Genehmigung für den Ausbau des Dachgeschoss nach, wobei das Dach auf der Rückseite um ein Stockwerk nach oben gesetzt und eine neue Fensterfront eingebaut werden sollen.

1964: Das Haus wird mit Spülaborten mit direktem Anschluss an die Kanalisation ausgestattet. 1965: Reparaturen am Dach. In diesem Zusammenhang wird auf der straßenseitigen Dachfläche eine Gaube mit zwei Fenstern eingebaut.

1967: Erstellung eines ebenerdigen, 2,24 x3,70 messenden Anbaus auf der Hausrückseite, der als Kinderzimmer genutzt werden soll. Das Ehepaar Alt als Bauherr räumt den jeweiligen Besitzern des oberen Stocks das Recht ein, die Decke dieses Anbaus als Balkon zu nutzen.

1972: Genehmigung zum Einbau eines Heizöllagers im Gewölbekeller für Alois Reinwald.

Beschreibungen

1827: Wohnhaus mit 10,3 Ruten, Waschhaus (PKN 352A) mit 3,2 Ruten, insgesamt 13,5 Ruten Grundfläche in der Heilbronner Straße

Wie das benachbarte Haus Nr. 71, so stellt auch dieses zweigeschossige verputzte Fachwerkgebäude ein Baudenkmal dar, welches von der ältesten noch überlieferten Bebauung der ehemaligen Gelbinger Vorstadt ein Bild vermitteln kann. Das traufständige Wohnhaus zeigt mit dem niedrigen Erdgeschoss, dem darüber weit vorspringenden Vorstoß mit der langgezogenen Knagge, sowie dem Fachwerkobergeschoss das nur unwesentlich veränderte (Dachausbau) Erscheinungsbild eines Haller Vorstadthauses des 16. Jh. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, Stand 10/1982, S. 176)

 

 

Gelbinger Gasse 73 (Flst.Nr. 0-55/3, 0-55/4). Traufständiges Wohnhaus, Fachwerkgebäude, zweigeschossig, verputzt. Älteste noch überlieferte Bebauung der ehem. Gelbinger Vorstadt. 16. Jahrhundert. § 2. (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Quellen

Archivalien:

  • Baurechsamt Schwäb. Hall, Bauakten Gelbinger Gasse 73