Haller Häuserlexikon – Primärkataster-Nr.

Lange Straße 14

Adresse: Lange Straße 14
Primärkatasternummer: 712
Besitzer
Maier, Johann Friedrich Heinrich; Bauer, Johann Caspar; Hauschel, Georg Jacob; Schust, Andreas;


Besitzerliste

1697: Ab diesem Jahr ist der Salzsieder Johann Jakob Blinzig anhand der Beetlisten (= Bürgersteuerlisten) als Besitzer und Bewohner des Hauses nachweisbar.

1711: Am 11. Juli 1711 verkaufen die Deputierten des reichsstädtischen Umschlagsamts das bislang dem Salzsieder Johann Jacob Blinzig gehörende Haus mit dem dahinter liegenden Garten wegen "angeschwollener vieler Schulden" an Friedrich Heinrich Schloßstein, Meister des Haals. Vom Kaufpreis werden 150 Gulden abgezogen, die Blinzig Schloßstein geschuldet hat und die auf das Haus versichert waren. Die restlichen 85 Gulden bezahlt Schloßstein bar an das Umschlagamt.

1716: Im Zuge der am 23. Mai 1716 vorgenommenen Erbteilung der Maria Barbara Schloßstein geb. Botz, Ehefrau des Haalobermeisters Friedrich Heinrich Schloßstein, fällt das Haus je zur Hälfte an die beiden aus früheren Ehen stammenden Söhne, den Barbier und Chirurgen Friedrich Leonhard Groß und an den Salzsieder Johann Georg Bühl den älteren.

1718: Der Barbier Leonhard Friedrich Groß verkauft seine (obere) Hälfte des Hauses am 10. Oktober 1718 für 250 Gulden an den Salzsieder Johann Georg Bühl alt, der damit Besitzer des ganzen Hauses ist. (eingetragen 9. Februar 1719).

1720: Der Salzsieder Johann Georg Bühl d. alte läßt am 17. September 1720 den "schon vor geraumer Zeit" (wohl 1718) erfolgten Verkauf des unteren Hausteils an den Leinenweber Georg David Hauschel in das Kaufbuch eintragen. Der Kaufpreis beträgt 250 Gulden, von denen 100 bar bezahlt worden sind. Die restlichen 150 Gulden gehen in Jahresraten zu 15 Gulden an den Barbier Leonhard Friedrich Groß. Das Gärtlein hinter dem Haus fällt zwar dem Käufer zu, Bühl hat jedoch ein Nutzungsrecht, solange er die andere Haushälfte und ein weiteres Haus in der Stadt besitzt, in dem er wohnt. Demzufolge hat Bühl den Hausanteil offenbar vermietet.

1727: Der Salzsieder Johann Balthasar Koch kauft den bis dahin Johann Georg Bühl d. alten gehörenden oberen Teil des Hauses zusammen mit dem halben Gärtlein für 230 Gulden (nicht im Kaufbuch eingetragen)..

1733: Johann Balthasar Koch verkauft am 19. März 1733 nach vorangegangener Subhastation (Zwangsversteigerung) mit Zustimmung des Schuldenausteilungsamts den oberen Teil des Hauses für 230 Gulden nebst dem halben Gärtlein dahinter an den Schneider Johann Friedrich Schwend.

nach 1732: Nach dem Tod von Johann Friedrich Schwend kommt dessen obere Hälfte des Hauses an seine Witwe Maria Catharina Schwend, von dieser als Erbe an den Leinenweber Johann Heinrich Bauß.

vor 1758: Die untere, Georg David Hauschel gehörende Hälfte des Hauses kommt als Erbe der Ehefrau ("uxore nomine") an den Beisitzer und Nagelschmied Johannes Wolf.

1758: Der Leinenweber Johann Heinrich Bauß und seine Ehefrau Anna Sabina verkaufen die ihnen von der verstorbenen Maria Catharina Bezoldin als Erbe zugefallene obere Hälfte des Hauses am 31. Oktober 1758 für 275 Gulden, von denen 200 Gulden bar erlegt werden, an den Leinenweber Georg Michael Röger.

1764: Der Bild- und Leinenweber Georg Michael Röger verkauft am 28. November 1764 die obere Hälfte des Hauses für 300 Gulden an den Äußeren Rat, "Specerey-Händler" und Lebküchner Johann Bernhard Bühl. Vom Kaufpreis bezahlt Bühl 175 Gulden bar, die restlichen 125 Gulden werden mit den auf den Hausanteil versicherten Schulden Rögers bei Bühl verrechnet.

1766: Der Äußere Rat, "Specerey-Händler" und Lebküchner Johann Bernhard Bühl verkauft die obere Hälfte des Hauses am 3. September 1766 für 300 Gulden an die Schutzverwandte Anna Maria Sommer, Witwe des Georg Michel Sommer, hällischer Untertan im Lemberg.

1770: Die Pfleger des Johann David Sommer, Sohn der verstorbenen Anna Maria Sommer, Witwe des Georg Michael Sommer, hällischer Untertan zu Lemberg, verkaufen die obere Hälfte des Hauses am 8. Oktober 1770 für 300 Gulden und zwei weiteren Laubtalern an den Bürger und Zimmergesellen Georg David Moll. Der Nagelschmied und Beisitzer Johannes Wolf macht daraufhin sein Vorkaufsrecht als Besitzer der anderen Haushälfte geltend, tritt in den Kaufvertrag ein und wird damit Besitzer des ganzen Hauses.

1775: Der Beisitzer und Nagelschmied Johannes Wolf verkauft das ganze Haus mitsamt Garten am 12. Oktober 1775 für 550 Gulden an den Äußeren Rat und Apotheker Theodor Christian Weiße. Vom Kaufpreis gehen 280 Gulden in bar an das Stadtschultheißenamt "zu Befriedigung der Wolfischen Creditorschaft" (d.h. der Schuldner), weitere 250 Gulden werden mit Schulden Wolfs bei Weiße verrechnet und die restlichen 20 Gulden dienen der Abdeckung einer "privat Schuld", wohl ebenfalls von Wolf bei Weiße.

1776: Der Äußere Rat und Apotheker Theodor Christian Weiße verkauft am 3. Juli 1776 die obere Haushälfte für 300 Gulden, von denen 225 bereits bar erlegt worden sind, an den Holzmesser Johann Wolf und den "Mousquetier" (Musketier = Soldat) Johann Georg Scheu, die somit jeweils ein Viertel des Hauses besitzen. Am selben Tag verkauft Weiße auch die andere, untere Hälfte für 275 Gulden an den Beisitzer und Mühlenarzt Andreas Ulrich Störlin.

1784: Der ehemalige Kontingents-Musketier Johann Georg Scheu gibt sein Viertel am Haus (die gemeinsam mit Holzmesser Johann Wolf besessene obere Hälfte) am 20. August 1784 als "Donation" (Schenkung) an den Kontingents-Musketier Johann Tobias Groß, der ein Neffe seiner verstorbenen Ehefrau Maria Barbara geb. Weiß aus Unteraspach ist. Scheu honoriert damit die "seiner seel. Ehefrauen in ihrer beschwerlichen Kranckheit und ihme selbsten geleisteten Treue und guten Dienste, auch Beihülfe sowohl Tags als auch Nachts". Der Besitzübergang soll aber erst nach dem Tod des Schenkenden erfolgen.

1790: Der Beisitzer und Mühlenarzt Andreas Ulrich Störlin verkauft am 2. November 1790 ein Viertel des Hauses (die Hälfte seines Anteils, bestehend in: Stube, Kammer, Küche mit Holzlege unter der Stiege, das Privet im unteren Stock, die Hälfte am oberen Boden) für 275 Gulden unt weiteren 3 Gulden "Tranckgeld" an den Beisitzer und Maurer Johann Carl Lindenmajer.

1798: Der Beisitzer Johann Georg Heinrich Schamberger kauft am 2. März 1798 das zuvor Johann Carl Lindenmayer gehörende Hausviertel (Stube, Kammer, Küche mit Holzlege unter der Stiege, das Privet im unteren Stock, die Hälfte am oberen Boden) für 485 Gulden.

1798: Der Beisitzer Johann Jakob Weidner kauft am 17. Juli 1798 das zuvor Johann Tobias Groß gehörende Hausviertel im oberen Stock für 420 Gulden.

1798: Der Ochsenwirt Georg Christoph Dötschmann kauft am 7. Dezember 1798 das zuvor Johann Georg Heinrich Schamberger gehörede Hausviertel (Stube, Kammer, Küche mit Holzlege unter der Stiege, das Privet im unteren Stock, die Hälfte am oberen Boden) für 370 Gulden.

1799: Die Witwe des Holzmessers Johann Wolf verkauft ihr Viertel am Haus (Stube, Stubenkammer, Kammer, Küche mit gemeinschaftlichem Gußstein, Holzkammer, auf der Bühne auf dem unteren Boden 1 Kammer gegen das Gärtchen, auf dem oberen Boden 1 Kämmerlein, die Hälfte am Keller, und ein Viertel am Garten) am 11. Februar 1799 für 450 Gulden an den herrschaftlichen Fischknecht Johann Jacob Fürst.

1804: Der Beisitzer und Ausheber Johann Jacob Fürst verkauft sein Viertel am Haus (Stube, Stubenkammer, Kammer, Küche mit gemeinschaftlichem Gußstein, Holzkammer, auf der Bühne auf dem unteren Boden 1 Kammer gegen das Gärtchen, auf dem oberen Boden 1 Kämmerlein, die Hälfte am Keller, und ein Viertel am Garten) am 28. Februar 1804 für 450 Gulden an den Bürger und Pflästerermeister Georg Friedrich Kreß.

1807: Die Erben des Glockenwirts Dötschmann verkaufen das diesem gehörende Viertel am Haus (Stube, Kammer, Küche mit Holzlege unter der Stiege, das Privet im unteren Stock, die Hälfte am oberen Boden) am 18 .Februar 1807 für 260 Gulden an den Beisitzer und Maurergesellen Johann Friedrich Maier.

1811: Der Bürger und Pflästerermeister Georg Friedrich Kreß verkauft sein Viertel am Haus (Stube, Stubenkammer, Küche mit gemeinschaftlichem Abguß, Holzkammer auf der Bühne, Kammer im unteren Boden, Kammer gegen das Gärtlein, Kämmerle im oberen Boden, Hälfte am Keller) am 24. November 1811 für 425 Gulden an den Schneider Johann Caspar Bauer.

1817: Anna Dorothea Sterle [Störlin], Witwe des Mühlenarzts Andreas Sterle, verkauft ihr Hausviertel (Stube, Küche und Kämmerlein im unteren Stock, unter diesem ein Platz nächst der Haustür, im dritten Stock 2 verschlossene Kämmerlein, im unteren Teil ein Privet, ein Küchengärtlein mit 13 Beeten) am 3. März 1817 für 250 Gulden an den Beisitzer Georg Jakob Hauschel.

1817: Der Schutzverwandte Johann Jacob Weidner verkauft sein Hausviertel (Stube, Stubenkammer, Küche im oberen Stock, Kammer im mittleren Boden, oberer halber Boden gegen die Straße, vordere Hälfte des Kellers, Privet unter der Stiege, Viertel am Gärtlein) am 25. Februar 1817 für 300 Gulden an den Bürger und Taglöhner Andreas Pfründer.

1828: Der Bürger und Bergmann Andreas Pfründer verkauft sein Hausviertel (Stube, Stubenkammer, Küche im oberen Stock, Kammer im oberen Boden hinten hinaus, Privet unter der Stiege, nächst der Stubentür) am 15, November 1828 für 145 Gulden an Maria Magdalene Schust geb. Hofmann. die Witwe des Schneidermeisters Andreas Schust.

1827/28: als Besitzer genannt (Primärkataster): Johann Friedrich Heinrich Maier, Maurer; Johann Caspar Bauer, Schneider; Georg Jacob Hauschel; Andreas Schust, Schneider (je 1/4)

1832: Maria Magdalene Schust, die Witwe des Schneidermeisters Schust, verkauft ihren Hausanteil (Stube, Stubenkammer, Küche im oberen Stock, Kammer im oberen Boden hinten hinaus, Privet unter der Stiege nächst der Stubentür) am 5. Oktober 1832 für 175 Gulden an den Bürger und Schneider Johann Friedrich Wieland. 150 Gulden hat der Käufer bereits bar bezahlt.

1833: Der Schneidermeister Johann Caspar Bauer verkauft am 17. Oktober 1833 sein Viertel am Haus (der halbe Keller, Stube, Stubenkammer, Kammer, Küche und Holzkammer im oberen Stock, Kammer auf der Bühne und Kämmerlein im oberen Boden) für 500 Gulden an den Maurer Johann Friedrich Heinrich Mayer.

1833: Nach dem Erwerb eines anderen Hausanteils am selben Tag verkauft Johann Friedrich Heinrich Mayer seinen bisher (seit 1807) besessenen Hausanteil (Stube, Stubenkammer, Küche mit Holzlege unter der Stiege nebst Privet im unteren Stock, Hälfte am Keller und obersten Boden, Kammer im obersten Boden vorne hinaus, weitere Kammer im unteren Boden gegen die Gasse hinaus) sowie 8 Ruten vom Küchengarten hinter dem Haus am 17. Oktober 1833 für 270 Gulden an den Bürger und Salzsieder Johann Gottlieb Seiferheld.

1834: Johann Friedrich Wieland verkauft am 20. September 1834 ein Viertel des Hauses (im oberen Stock eine Stube, Stubenkammer und Küche, eine Kammer im oberen Boden, ein Privet unter der Stiege) für 270 Gulden an den Ziegelknecht Johann Georg Lorenz Koppenhöfer.

1838: Der Salzsieder Johann Gottlieb Seiferheld verkauft am 15. Mai 1838 sein Viertel des Hauses (Stube, Stubenkammer, Küche und Abtritt im unteren Stock, Die Hälfte am Keller und am obersten Boden und eine Kammer dort) für 285 Gulden an den Weber Johann Heinrich Vogel.

1840: Der Beisitzer Georg Jakob Hauschel verkauft seinen Anteil am Haus (Stobe, Küche und Kämmerle im unteren Stock, Kellerle unter demselben, Anteil an der Haustenne, Platz neben der Haustüre und desgl. neben der Stubentüre) am 15. März 1840 für 485 Gulden an Georg Friedrich Weckerlin aus Oberschönbronn im Landgerichtsbezirk Feuchtwangen.

1843: Georg Friedrich Weckerlin verkauft am 31. März 1843 sein Viertel des Hauses (Anteil am unteren Stock mit abgesondertem Keller, Bodenkammer im 2. Stock) für 411 Gulden an Jakob Friedrich Weidner.

1847: Jakob Friedrich Weidner verkauft am 10. März 1847 die zu seinem Hausanteil gehörende, verschließbare hintere Bodenkammer für 30 Gulden an den Mithausbesitzer Johann Georg Lorenz Koppenhöfer.

1847: Georg Lorenz Koppenhöfer verkauft am 5. Juni 1847 seinen Hausanteil von einem Viertel (Stube, Stubenkammer, Küche im oberen Stock, eine Kammer im oberen Boden, ein Privet unter der Stiege, eine verschlossene Bodenkammer) unter Vorbehalt eines lebenslänglichen Wohnrechts für 300 Gulden, von denen 25 Gulden als Heiratsgut abgezogen werden, an seinen Schwiegersohn, den Ziegelknecht Johann Michael Scheu. 

1855: Durch seine Eheschließung mit Magdalena Rosina Scheu geb. Koppenhöfer,Witwe des Ziegelknechts Johann Michael Scheu, wird der Schreiner Friedrich Kaiser Miteigentümer des ihr gehörenden Hausanteils von einem Viertel (Stube, Stubenkammer, Küche im oberen Stock, eine Kammer im oberen Boden, ein Privet unter der Stiege, eine verschlossene Bodenkammer).

1858: Friedrich Marius Neidmann und Wilhelm verkaufen nach vorangegangener Versteigerung am 31. März 1858 ihre  ererbten Anteile am Hausanteil der Witwe des Jakob Friedrich Weidner (Anteil am unteren Stock mit abgesondertem Keller, Bodenkammer im 2. Stock) für 77 Gulden an die Miterbin, die Ehefrau des David Baumgärtner.

vor 1863: Des Hausviertel des Friedrich Heinrich Maier (der halbe Keller, Stube, Stubenkammer, Kammer, Küche und Holzkammer im oberen Stock, Kammer auf der Bühne und Kämmerlein im oberen Boden) kommt auf unbekanntem Weg (als Erbschaft?) an den Taglöhner Lorenz Tochtermann.

1863: Lorenz Tochtermann verkauft am 2. März 1863 sein Hausviertel (der halbe Keller, Stube, Stubenkammer, Kammer, Küche und Holzkammer im oberen Stock, Kammer auf der Bühne und Kämmerlein im oberen Boden) unter Vorbehalt eines lebenslangen Wohnrechts für 800 Gulden, von denen 400 Gulden als Heiratsgut abgezogen werden, an seinen Sohn Christoph Carl Leonhard Tochtermann.

1863: Die Witwe des Salinenschmieds und Kornmessers David Baumgärtner verkauft am 20. April 1863 ihr Viertel des Hauses (Anteil am unteren Stock mit abgesondertem Keller, Bodenkammer im 2. Stock) für 600 Gulden an den Schreiner Friedrich Kaiser.

1866: Aus der Gantmasse des Christoph Carl Lorenz Tochtermann wird sein Anteil von einem Viertel am Haus (der halbe Keller, Stube, Stubenkammer, Kammer, Küche und Holzkammer im oberen Stock, Kammer auf der Bühne und Kämmerlein im oberen Boden) laut gerichtlichen Zuschlagsbescheids vom 26. August / 30. September 1866 für 700 Gulden an den Schreiner Friedrich Kaiser verkauft.

1869: Nach dem Tod der Ehefrau Magdalena Rosina Kaiser verw. Scheu geb. Koppenhöfer wird der Witwer Friedrich Kaiser alleiniger Eigentümer der durch des Ehepaar erworbenen Anteile am Haus, die sich auf drei Viertel summieren.

1872: Der Hafner Friedrich Lorenz Lang erwirbt bei einer öffentlichen Versteigerung am 29. Mai / 14. Juni 1872 aus der Verlassenschaftsmasse der Witwe des Johann Heinrich Vogel für 530 Gulden das dieser gehörende Viertel (Stube, Stubenkammer, Küche und Abtritt im unteren Stock, Die Hälfte am Keller und am obersten Boden und eine Kammer dort).

1872: Friedrich Kaiser verkauft am 3. September 1872 einen Anteil von einem Viertel am Haus (Stube, Stubenkammer, Küche im oberen Stock, eine Kammer im oberen Boden, ein Privet unter der Stiege, eine verschlossene Bodenkammer) für 600 Gulden an den Bahnhofstaglöhner Johann Deininger.

1875: Der Bahnhofstaglöhner Johann Deininger verkauft am 19. März 1875 seinen Anteil von einem Viertel des Hauses (Stube, Stubenkammer, Küche im oberen Stock, eine Kammer im oberen Boden, ein Privet unter der Stiege, eine verschlossene Bodenkammer) für 885 Gulden an den Schreiner Conrad Hopfensitz.

1875: Conrad Hopfensitz verkauft am 30. Oktober 1875 sein Viertel des Hauses (Anteil am oberen Stock, Kammer im oberen Boden, Privet unter der Treppe, Bodenkammer) für1.517 Mark an den Schreiner David Hohbach.

1876: Aus der Gantmasse des Friedrich Lorenz Lang geht sein Viertel am Haus (Stube, Stubenkammer, Küche und Abtritt im unteren Stock, Die Hälfte am Keller und am obersten Boden und eine Kammer dort) in einer Auktion am 18. April / 21. Juni 1876 für 1.100 Mark an den Privatier Friedrich Immendörfer, der den Hausanteil am 1. November 1876 für 1.842 Mark an den Bauern Johann Georg Wertwein aus Sailach weiter verkauft.

1877: Der Schreiner Johann David Hohbach verkauft sein Viertel des Hauses (Anteil am oberen Stock, Kammer im oberen Boden, Privet unter der Treppe, Bodenkammer) am 18. Dezember 1877 für 1603 Mark an den Fuhrmann Michael Dierolf.

1880: Der frühere Fuhrmann und nunmehrige Taglöhner Michael Dierolf verkauft sein Viertel des Hauses (Anteil am oberen Stock, Kammer im oberen Boden, Privet unter der Treppe, Bodenkammer) am 15. März bzw. 1. April 1880 für 1.688 Mark an den Taglöhner Christian Frey.

1880: Friedrich Kaiser verkauft das früher Tochtermann'sche Viertel des Hauses (der halbe Keller, Stube, Stubenkammer, Kammer, Küche und Holzkammer im oberen Stock, Kammer auf der Bühne und Kämmerlein im oberen Boden) am 5. Oktober 1880 zusammen mit dem Garten Nr. 370 für 2.050 Mark an den Schuhmacher Johann Mathias Roth.

1882: Der Schuhmacher Johann Mathias Roth verkauft seinen Hausanteil von einem Viertel (der halbe Keller, Stube, Stubenkammer, Kammer, Küche und Holzkammer im oberen Stock, Kammer auf der Bühne und Kämmerlein im oberen Boden) am 22. August 1882 zusammen mit dem Garten Nr. 370 für 2.100 Mark an den Schuhmacher Carl Moll und seine Ehefrau Lina geb. Munz.

1885: Der Taglöhner Christian Frey verkauft seinen Hausanteil (der halbe Keller, Stube, Stubenkammer, Kammer, Küche und Holzkammer im oberen Stock, Kammer auf der Bühne und Kämmerlein im oberen Boden) am 9. April 1885 für 1.500 Mark an seine Tochter Caroline und deren Bräutigam, den "Cementarbeiter" Gotthilf Bachofer. Der Verkäufer und seine Ehefrau Caroline geb. Göltenboth behalten sich ein lebenslanges Wohnrecht im der beheizbaren Stube auf dem oberen Boden vor, in der momentan Conrad Frey, der Bruder des Verkäufers wohnt. Die Tochter verpflichtet sich darüber hinaus, die Eltern zu verköstigen, Wäsche, Holz und Licht zu besorgen sowie die Beerdigungskosten zu übernehmen. Hierfür werden ihr vom Kaufpreis 200 Mark nachgelassen.

1885: Der Schuhmacher Carl Moll verkauft seinen Hausanteil von einem Viertel (der halbe Keller, Stube, Stubenkammer, Kammer, Küche und Holzkammer im oberen Stock, Kammer auf der Bühne und Kämmerlein im oberen Boden) am 16. März 1885 zusammen mit dem Garten Nr. 370 für 2.320 Mark an Friedrich Häffelin und dessen Ehefrau Rösle.

1890: Der Landesgefängnisaufseher Johann Georg Wertwein verkauft sein Viertel des Hauses (Stube, Stubenkammer, Küche und Abtritt im unteren Stock, Die Hälfte am Keller und am obersten Boden und eine Kammer dort) am 5. Mai 1890 zusammen mit dem Garten Nr. 372 für 1.500 Mark an den Weber Rudolf Leonhard.

1894: Friedrich Kaiser verkauft den letzten ihm gehörenden Anteil von einem Viertel am Haus (1 Stube, Stubenkammer und Küche im Unteren Stock, ein abgesonderter Keller, eine große verschlossene Bodenkammer im 2. Stock) am 16. Juni 1894 zusammen mit dem Garten Nr. 731 für 1.715 Mark an den Bierbrauer Heinrich Besserer.

1895: Der Kaufmann Rudolf Leonhard verkauft sein Viertel des Hauses (Stube, Stubenkammer, Küche und Abtritt im unteren Stock, die Hälfte am Keller und am obersten Boden und eine Kammer dort) am 22. Oktober 1895 zusammen mit dem Garten Nr. 372 für 1.850 Mark an den Schäfer Friedrich Pfeiffer.

1896: Heinrich Besserer verkauft seinen Hausanteil von einem Viertel (1 Stube, Stubenkammer und Küche im Unteren Stock, ein abgesonderter Keller, eine große verschlossene Bodenkammer im 2. Stock) am 26. Oktober 1896 zusammen mit dem Garten Nr. 371 für 1.920 Mark an den Taglöhner Carl Franz.

1897: Der Taglöhner Carl Franz verkauft seinen Hausanteil von einem Viertel (Stube, Stubenkammer und Küche im unteren Stock, ein abgesonderter Keller, eine große verschlossene Bodenkammer im 2. Stock) am 14. Dezember 1897 zusammen mit dem Garten Nr. 371 für 2.200 Mark an den Bahnhofsarbeiter Leonhard Kraft und dessen Ehefrau Marie geb. Kopp.

In den Adressbüchern genannte Hausbesitzer und -bewohner

1886: (Anschrift: "Langestraße 712")
Mieter/Bewohner: Jakob Cleß, Eisendreher; Christan Frey, Taglöhner; Konrad Frey, Maurer; Friedrich Häfele, Salinenarbeiter; Rosine Häfele; Katharine Knödler, Steinhauers Wittwe; Babette Munz, Straßenwärters Witwe; Rosine Schutz, Weichenwärters Witwe; J.G. Werthwein, Landesgefängnis-Aufseher

1890: als Besitzer genannt: Gotth. Backofer, Bahnhofsarbeiter in Schwäbisch Gmünd; Rudolf Leonhardt, Weber in der Neuen Straße 765 [= 31]; Friedrich Häfele, Salinenarbeiter; Rosine Häfele
Mieter/Mitbewohner: Michael Bauer, Taglöhner; Regine Hintermeyer, Näherin; Johann Horlacher, Taglöhner; Katharine Knödler, Steinhauers Witwe; Magdalene Schreyer, Taglöhnerin; J. Georg Werthwein, Landesgefängnisaufseher

1894: als Besitzer genannt: Gotthilf Backofer, Bahnhofsarbeiter in Schwäbisch Gmünd; Rudolf Leonhardt, Weber in der Neuen Straße 765 [= 31]; Heinrich Besserer, Bierbrauer
Mieter/Mitbewohner: Friedrich Häfelin, Salinenarbeiter; Rosine Häfelin; Katharine Knödler, Steinhauers Witwe; Gottlieb Müller, Gärtner und Taglöhner; Katharine Münch, Taglöhnerin; Magdalene Schreyer, Taglöhnerin

1901: als Besitzer genannt: Gotthilf Backofer, Fabrikarbeiter; Friedrich Häffelin, Salinenarbeiter; Rösle Häffelin, Näherin; Friedrich Pfeiffer, Taglöhner; Georg Geiße, Taglöhner; Leonhard Kraft, Taglöhner (neue Anschrift: "Langestraße 14")
Mieter/Mitbewohner: Katharine Frank, Wäscherin; Katharine Maurer, Wäscherin; Johann Fahr, Taglöhner

1906: als Besitzer genannt: Leonhard Kraft, Schweizer; Friedrich Pfeiffer, Schäfer
Mieter/Mitbewohner: Geschwister Häffelin; Gotthilf Bachofer, Fabrikarbeiter; Katharine Maurer, Wäscherin; Wilhelmine Moser; Katharine Weinich, Fabrikarbeiterin

1910: als Besitzer genannt: Friedrich Häffelin, Salinenarbeiter; Gotthilf Bachofer, Fabrikarbeiter; Friedrich Pfeiffer, Schäfer; Leonhard Kraft, Schweizer
Mieter/Mitbewohner: Rosine Häffelin, Näherin; Katharine Maurer, Haushälterin; Rosine Dierolf, Taglöhners Witwe; Heinrich Wagner, Taglöhner; Gottlieb Eisenmann, Taglöhner; Marie Weinich, Taglöhnerin

1920: als Besitzer genannt: Rosine Häffelin, Näherin; Gotthilf Bachofer, Taglöhner; Friedrich Pfeiffer, Schäfer
Mieter/Mitbewohner: Pauline Bachofer, Friseusin; Katharina Frey, Taglöhners Witwe; Lina Frey, Fabrikarbeiterin

1928: als Besitzer genannt: Leonhard Kraft, Taglöhner; Friedrich Pfeiffer; Karoline Bachofer, Rentnerin
Mieter/Mitbewohner: Katharine Frey, Witwe; Lina Frey, Arbeiterin; Karl Riek, Zimmermann; Margarethe Wenger, Rentnerin; Christian Wenger, Baumwollspinner; Käthe Leipersberger, Fabrikarbeiterin; Ernst Horlacher, Friseurmeister (Geschäft: Lange Straße 17)

1932: als Besitzer genannt: Leonhard Kraft, Taglöhner; Karl Kraft, Bauarbeiter; Karoline Bachofer, Rentnerin; Käte Wenger, wohnhaft Bahnhofstraße 15
Mieter/Mitbewohner: Lina Frey, Arbeiterin; Christan Wenger, Baumwollspinner; Karoline Bachofer, Rentnerin; Ernst Horlacher, Friseurmeister (Geschäft: Lange Straße 17)

1938: als Besitzer genannt: -
Mieter/Mitbewohner: Ernst Horlacher, Friseurmeister (Geschäft: Lange Straße 17); Karl Kinzinger, Verkäufer; Karl Kraft, Arbeiter; Leonhard Kraft, Sozialrentner; Rosine Schmelzle, Sozialrentnerin; Christian Wenger, Spinner; Käte Wenger, Haushälterin

1956: als Besitzer genannt: -
Mieter/Mitbewohner: Ernst Horlacher, Friseurmeister; Paula Horlacher, Hausfrau; Karl Kraft, Arbeiter; Lina Kraft, Hausfrau; Friedrich Kugler, Schlosser; Maria Sauter, Rentnerin; Johann Scheffelmeier, Arbeiter; Josef Stolz, Schlosser; Lina Stolz, Hausfrau; Pia Stolz, Verkäuferin; Käte Wenger, Haushälterin

Befunde aus Bauforschung

Giebelständiger Bau, Gebälk über Untergeschoss verläuft quer zur Straße. Lücke zum Haus Nr. 12 jünger überbaut, Im Obergeschoss im Treppenhausbereich Dachbalken mit Spuren von Traufenständer, im Spitzbodenbereich des Dachstuhls Hinweise auf Krüppelwalmdach. Alte Hölzer im Dachstuhl rauchgeschwärzt. Im hinteren Hausbereich Kriechkeller, unter rückseitiger Verlängerung nicht  zugänglicher Keller. Kerngerüst des Hauses dendrochronologisch datiert auf 1335/36 und 1336/37. Erweiterung des Hauses (Verlängerung / Verbreiterung) dendrochronologisch datiert auf 1712 und 1712/13 (S26/73).

90 qm große Kelleranlage parallel zur Straße von Nachbarhaus Lange Straße 12 aus zugänglich, erstreckt sich komplett unter Nr. 12 und zur Hälfte unter Nr. 14. Östliche Widerlagerwand und südliche Stirnwand vermutlich vor 1336/37, westliche Widerlagerwand dem Bau des Hauses Nr. 14 um 1336/37 zugeordnet, nördliche Stirnwand vermutlich 13. Jh. Gewölbe spätestens 1566 (S26/60).

Befunde aus Bauakten

1885: Die Geschwister Friedrich und Rose Häfelin richten ein "durch einen Windofen zu heitzendes Local" im 1. Stock ein, lassen ein Fenster vergrößern und einen unbesteigbaren Kamin zu Rauchableitung erstellen.

1892/93: Die vier Besitzer Rud. Leonhardt, Friedrich Kaiser, Bahnhofsarbeiter Backofer und Rosine Häfele lassenden Bau eines gemeinschaftlichen Abtritt am Haus genehmigen, der "in geriegeltem Fachwerk auf Stein" ausgeführt ist und auf der Westseite (Gartenseite) des Hauses steht. Der Plan wird offenbar erst 1911 in die Tat umgesetzt und führt zu einem Streit mit dem Nachbarn Julius Winter (Lange Straße 12), der sich über massive Geruchsbelästigung beschwert. 

1905: Der Taglöhner Friedrich Pfeiffer beantragt die Genehmigung, "in der oberen Kammer einen Ofen setzen zu lassen".

1913: Friedrich Pfeiffer lässt in seinem Hausanteil einen neuen Kamin erstellen.

1946: Der Arbeiter Leonhard Kraft erhält die Genehmigung, in seinem Hausanteil im Dachstock eine Küche einzubauen, wozi eine Dachgaube erstellt wird.

1961: Das Haus wird an die städtische Kanalisation angeschlossen und erhält Spülaborte. Es gehört zu diesem Zeitpunkt den Eigentümern Karl Kraft, Käte Wenger, Ernst Horlacher und der Ritterbrauerei.

1976/77: Das Baurechtsamt ordnet angesichts des desolaten Zustands des Hauses (u.a. ist der Fachwerkgiebel an der Westseite wegen durchgefaulten Hölzern einsturzgefährdet) die Durchführung von Reparaturen durch die vier Eigentümer an. Die Vornahme der Arbeiten wird durch Konflikte der Besitzer der Hausanteile um die Verteilung der Kosten behindert. Da eine gütliche Einigung nicht erreicht werden kann, übernimmt die Stadt die Ausführung der Arbeiten im Zuge der Ersatzvornahme in eigener Regie und legt die angefallenen Kosten auf die Eigentümer um. In der Folge kommt es zu einem Rechtsstreit zwischen einem Teil der Eigentümer und der Stadt Schwäbisch Hall, der 1981 durch ein Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart entschieden wird. Ein Teil der Kosten muss von der Stadt übernommen werden. 

1991/92: Ein Nachbar beschwert sich über Rauchbelästigung aus der Heizung des Hauses Lange Straße 14. In diesem Zusammenhang wird festgestellt, dass die Stadt das Haus evtl. erwerben, abbrechen und Parkplätze herstellen möchte. Kurz darauf wird jedoch betont, dass die Stadt eher eine Generalsanierung anstrebt.

Beschreibungen

historische Beschreibungen

1711 (Verkauf J. Blinzig an F. H. Schloßstein): "Die von Joh. Jacob Blinzig Bürgers und Salzsieders alhier bißher innegehabte u. wegen aufgeschwollener vieler Schulden dem Umbschlag[amt] heimgefallene Wohnbehaußung jens[eits] Kochers in der Langen Gaßen zwischen Hr. Consulenten Laccorns Scheuern u. Thorwart Rügers im Weylerthor Hauß geleg[en] sambt darhinter liegend[em] zu löbl. St. Cathar[inen] Pfleeg mit 1 ß 6 hl. Vorgeldts Gült gültbaren Gärtlein, auch allen anderem Zugehörigkeiten u. Gerechtigkeiten, sonderheitl[ich] dem Feurrecht u. wie er Blinzig solche Behaußung auch inngehabt, genoßen u. beseßen, welches Hauß der verwitt. Fr. Doct. Feyerabendin alhier mit 7 ß 6 hl. jährl. uff Martini gültbar, sonsten aber frey, ohnverpfändet aig[en] ..."

1716 (Erbteilung der Anna Barbara Schloßstein): "Eine Behaußung sambt einem kleinen Küchen Gärtlein darhinter jenseits Kochers in der so genannten langen Gaßen, zwischen Herrn Consulent Laccorns Scheuren und Michael Curren Leinewebers Behaußung gelegen, welche Behaußung gülttfrey, das Gärttlein aber in löbl. St. Catharein Pfleeg mit 1 1/2 ß und der Frau Doct. Feyerabendtin Wittibin mit 7 1/2 ß gülttbar ist, welche Behaußung bey vergangener Häußer Visitation von denen Hrn. Bau-Deputirten pro 150 fl astimirt, vermög der von der Defuncta durch Herrn Notarium Vockerodt auffgerichteter und hinter fol. 40a annectirten testament. Disposition aber de dato 24. Martii 1716 denen beeden Söhnen und twar dem ältern, nehmlich Johann Georg Büheln, das obere Stockwerck, und waß zu solchem gehörig, sambt dem halben Boden, halben Gärdl. undt halben Keller (jedoch daß er dem Stieffvatter Herrn Schloßstein 50 fl als ein Praecipuum deßwegen heraußgeben solle) pro 200 fl, [dem] andern Sohn dem Herrn Leonhardt Friederich Großen aber das untere Stockwerck sambt dem andern halben Boden, halben Gardtlein und halben Keller, pro 200 fl verschrieben worden, daß also ged. beede Söhne hieneben gemeldte Behaußung sambt darzu gehörigen Gärdtlein mit einander kaufflich bekommen haben, für und umb 450 fl."

1718 (Anteil des L. F. Groß): "Seine halbe Behaußung Jens. Kochers in d. langen Gasse zwischen der Fr. Consul Laccornin Wittibin Scheuren, u. Michel Curren gelegen, zusambt dem darhinder liegenden Gärtlein, das Hauß Hr. Ambtmann Dr. Closter, mit 7 1/2 ß, das Gärtlein in St. Cath. Pfleg mit 1 1/2 ß gültb[ar]" (4/675, Bl. 125)

1718/20 (Verkauf J. G. Bühl an G. D. Hauschel): "Seine Helffte u. zwar den untern Theil Behaußung in der langen Gassen jens. Kochers zwischen H. Joh. Georg Haspel, des Euß. Raths Scheuren undt Michel Curren gelegen, darin 2 Stuben, 2 Küchen, 2 Cammern, das Hintertheil Kellerleins, auf dem Boden der halbe Theil gegen H.Haspels Scheuren, auf dem obersten Boden das Hintertheil gegen d. Bainth, den Tachstuhl, Rinnen, Steegen u. andere Haubtstückh soll gemeinschafftl. erhalten werden" (4/676, Bl. 76)

1733 (Verkauf J.F . Schwend an J. B. Koch): "Beseßne 1/2 Behaußung in der Langen Gaßen zwischen H. Johann Georg Haspels des E. R. und Haalpflegers Scheuren und Stephan Kochs Saltzsieders Behaußung gelegen, davon dß gantze Haus H. geheimen und Ambtmann Closter jährl. mit 7 ß 6 Hlr., der Garten aber zu löbl. Catharein Pfleg mit 1 ß 4 Hlr. gültbar, und zwar den obern Theil des Haußes (deßen unteren Theil Georg David Hauschel Leininweber besitzet), wozu 2 Stuben, 2 Stuben Cammer, 2 Küchen, 2 Cammern auf der Bühne, das vordere Theil am Keller, der halbe Theil an dem Boden oben, gegen des Stephan Kochs Salzsieders Hauß und das vordere Theil am obersten Boden gegen der Straßen gehörig, auch den Eingang im Hauß und Zug im untern Boden mit einander zu gebrauchen, und solches nebst dem Tach, Zinnen, Stiegen und Haubtgebäu, wie auch den steinern Candel im Gärtlein gemeinschafftl. zu erhalten und gleiche Costen zu tragen haben" (4/679, Bl. 267b).

1758 (Verkauf J. H. Bauß an G. M.Röger): "ihre ... obere Helffte an der zwischen Tit. Herrn Archi-Diaconi Haspels Keller und Hanß Jerg Bechstains Hauß stehenden Haußes, daran die untere Helffte Johannes Wolff, Nagelschmidt Handwercks und Schutzverwandter alllhier besitzet, nebst dem daran liegenden helfttigen Gärtlein ... anbey aber dahier auch dieses zu bemercken vor nöthig erachtet worden ... daß, auf beschehene Protestation des Mit Besitzers Hanß Wolffen, die Weeberstube nicht hinten hinaus ob seine Wohnstube zu machen, der Käufer Leineweeber Röger sich obligirt hat, seine Weeber-Stuben vornen hinaus auf die Straße zu richten und was durch sein Weeben dem untern Theil erweistlich vor Schaden zu gefüget werde, es wieder auf seine Costen reparirn zu lassen" (4/684, Bl. 191)

1764 (Verkauf G. M.Röger an J. B. Bühl): " Seine beseßene Helffte an einem jens. Kochers in der Langengaßen zw. Friedrich David Deutelins, Glockenwirths Keller und Zimmermann Waldvogels Hauß stehenden Bewohnung, dessen andere Helffte Johannes Wolf, Nagelschmid innen hat. Diese erkauffte Halbscheid bestehet in dem mittlern Stockwerck, worinnen sich befinden: 2 Stuben nebst 2 StubenCammern und 2 Küchen, dann 1 HolzCammer, ferner im obern Stockwerck 2 unverschlagene Cammer und im vertheilten Boden 1 Cammer, inngl. 1 Kellerlen und hinter dem Hauß d. halbe Küchengärtlen" (4/685, Bl. 443b).

1776 (Verkauf T. Ch. Weiße an J.Wolf und J. G. Scheu): "Seine beseßene Halbscheid an einer Behausung jenseit Kochers in der Langen Gaßen, zwischen Zimmermann Waldvogels Haus und Glockenwirth Deutelins Keller und Scheuren gelegen, und Herrn Senator Glocken und ihme Herrn Verkäufer selbsten jährl. mit 7 ß 6 Hl. gültbar, dann wider die Helffte an dem darhinter liegenden Küchen Gärttlein, in löbl. Cathrein Pfleeg mit 1 ß 3 Hlr. gültend und zwar auf des Schumacher Seiferhelds Seiten. Zu diesem verkaufften halben Haus gehört nun: der ganze obere Stock, bestehend in 2 Stuben, 2 Stuben Kammer, 1 Bühnkammer, 2 Küchen und der ganze obere Thennen, der vordere Theil Keller, im untern Boden 2 Kammer neben des Zimmermann Waldvogels Haus, und im obern Boden 1 Kammer vornen hinaus, samt dem freyen Hin- und Hergang ... " (4/687, S. 422)

1776 (Verkauf T. Ch. Weiße an A. U.Störlin): "Seine beseßene Halbscheid an einer Behausung jenseit Kochers in der Langen Gaßen, zwischen Zimmermann Waldvogels Hauß und Glockenwirth Deutelins Keller und Scheuren gelegen, und Herrn Senator Glocken und ihme Herrn Verkäufer selbsten jährl. mit 7 ß 6 Hl. gültbar, dann wider die Helffte an dem darhinter liegenden Küchen Gärttlen, in löbl. Kathrein Pfleeg mit 1 ß 3 Hlr. gültend und zwar auf des Schumacher Siebers Seiten. Zu diesem verkaufften halben Haus gehört nun der untere Stock, so bestehet in 2 Stuben, 1 Stuben Kammer, 1 Bühnkammer, 2 Küchen, und der ganze untere Thennen, 2 Kammern im unteren Boden neben des Glockenwirth Deutelins Keller und Scheuren, und im obern Boden die Kammer hinten hinaus, samt dem freien Hin- und Hergang ..." (4/687,S. 423)

1827: Wohnhaus mit 14,8 Ruten, Werkst. 1,5 Ruten, insgesamt 16,3 Ruten

1833 (Verkauf des Anteils von J. C. Bauer an J. F. H. Mayer):
"Ein Viertheil an einer zweistokigten Behausung jenseits Kochers in der langen Gaße, wovon das uebrige Käufer selbst und Georg Jacob Hauschel Taglöhner und Johann Friedrich Wieland Schneider besizt, neben Glokenwirth Frizlins Scheuer, welches in folgenden Gelaßen besteht:
im oberen Stok in einer Stube, einer Stubenkammer, neben dieser noch einer Kammer, einer Küche, worin 1 Abguß, einer Holzkammer, auf der Bühne einer Kammer gegen dem Gärtchen; einem Kämmerlen im obern Boden, nebst der Haelfte des Kellers; ferner
Garten: 8 Rth. Küchengarten hinter vorbeschriebenem Haus, neben Taglöhner Hauschel, gibt zum K. Cameralamt jährlich 7 1/2 Hl." (19/1015, Bl. 236).

1834 (Verkauf des Anteils von J.F. Wieland an J. G. L. Koppenhöfer):
"den vierten Theil an einer zweistokigten Behausung j. K. in der langen Gaße, neben Glokenwirth Frizlins Scheuer und Zimmergesell Wollmershäußers Hauß, wovon W. Seiferheld 1/4tel, Johann Friedrich Heinrich Mayer, Maurersgesell 1/4tel und Beisitzer Jacob Hauschel 1/4tel besizt, bestehend
im oberen Stok: in einer Stube, einer Stubenkammer, einer Küche, einer Kammer im oberen Boden hinten hinaus, einem c. v. Privet unter der Stiege nächst der Stubenthüre." (19/1016, Bl. 150b)

1838 (Verkauf des Anteils von J.G. Seiferheld an J. H.Vogel):
"Ein Viertheil an einer zweystökigten Behaußung j. K. in der langen Gasse, wovon die andern Theile Johann Georg Lorenz Koppenhöfer, Ziegelknecht, Johann Friedrich Mayer, Maurer, und Georg Peter Hauschel, Taglöhner, besizen, neben Glokenwirth Frizlin Scheuren, Dieses Viertheil besteht in folgenden Gelassen:
Im unteren Stok in einer Stube, einer Stubenkammer, einer Küche und einer Holzlege unter der Stiege, nebst dem c. v. Privet allein.
Die Helfte am Keller und obersten Boden, sodann einer Kammer in nemlichem Boden vornen heraus und einer solchen im unteren Boden ebenfalls vornen oder gegen die Gasse hinaus." (19/1020, Bl. 46).

 1843 (Verkauf des Anteils von G. F. Wäckerlin an J. Weidner):
"1/4tel an einem zweistokigen Wohnhaus in der langen Gaße, worann Weber Vogel u. Lorenz Koppenhöfer auch Maurer Maier die anderen Theile besizen. Der verkaufte Haustheil besteht in 1 Stube, 1 Kammer, 1 Küche, 1 abgesondertes Kellerle im unteren Stok nebst dem gemeinschaftl. Aus- und Eingang im Haus Öhrn,
Im zweiten Stok 1 große verschloßene Bodenkammer und gegenüber noch eine dergleichen Kammer.
Sodann 10 Rth Gemüs Garten hinter dem Haus, neben Taglöhner Englert, Gültfrei." (19/1022, Bl. 193b)

1976 (Verordnung des Baurechtsamts zur Instandsetzung des Hauses): "Das in Ihrem Besitz befindliche Gebäude Lange Straße 14 in Schwäbisch Hall befindet sich in einem sehr desolaten Zustand. Der Außenputz ist zum Teil schon abgebröckelt. Außerdem ist die Standsicherheit der rückwärtigen Gebäudewand nicht mehr gewährleistet. Die Elektroinstallation entspricht auch lange nicht mehr den heutigen Anforderungen. Dies verstößt gegen zwingende Bestimmungen der Landesbauordnung, u.a. gegen § 3 Abs. 1 in dem es heißt, daß bauliche Anlagen so anzuordnen, zu errichten und zu unterhalten sind, daß Recht und Ordnung nicht verletzt, insbesondere Leben und Gesundheit nicht bedroht werden..." (Bauakten).

 

Eintrag in der Denkmalliste

 

Lange Straße 14 (Flst.Nr. 0-368). Wohnhaus. Giebelständiges zweigeschossiges Fachwerkgebäude, 1337 (d). § 2. (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Besonderheiten

Beschwerde des Nachbarn Julius Winter über den Abortanbau, 1911

"In dem Hause Lange Straße Nr. 14 ... wurde im Laufe dieses Sommers ein Abort eingebaut & an dem Dache durch e[inen] sogen[annten] Dachreiter u. Abortfenster, ferner e[in] Dunstrohr angebracht. Das Abortfenster, welches meistens geöffnet ist, ist 70 cm von meinem Schlafzimmerfenster entfernt, ebenfalls mündet das Dunstrohr, unmittelbar ober uns[erem] Fenster aus. Durch das Oberfenster sowohl, als durch das Dunstrohr zieht sich je nachdem die Witterung ist, eingeradezu infernalischer Gerstank sowohl in das erwähnte Schlafzimmer, als auch in die anstoßenden Wohnräume, so daß es nicht möglich ist, ein Fenster zu öffnen, was bei der diesen Sommer herrschenden großen Hitze sehr lästig war. Auf uns[ere] Beschwerde bei der hies[igen] Ortspolizeibehörde wurde bis jetzt diesem Übelstand nicht abgeholfen, da sich dieselbe für den fragl[ichen] Fall unzuständig hält." (Bauakten).

 Beschwerde über verlegten Wohnungseingang, 1930

"Namens der Frau Käthe Wenger in Hall, Langestrasse 14 ... gebe ich dem Stadtbauamt Nachstehendes zur Kenntnis mit der Bitte um baldmöglichste Abhilfe:
... Am 18. vor. Monats hat nun die Frau Karoline Bachofer in Hall, Langestrasse 14, ebenfalls Eigentümerin zu 1/4 Anteil, an dem Wohnhaus No. 14 der Langestrasse und zwar des 1. Stocks zur anderen Hälfte, ihren Vorplatz vor dem der Fräulein Wenger durch eine Bretterwand mit Glastüre derart abgeschlossen, daß von der Türöffnung der Fräulein Wenger nur noch ein Spalt von 28 cm Breite frei ist, der einer schlanken Person gerade noch ein Durchschlüpfen gestattet, das Eintreten von stärkeren Personen aber und das Hinein- und Heraustragen von Gegenständen vollständig unmöglich macht ... Dieser Zustand bedeutet für das Leben der Fräulein Wenger eine ständige Gefahr, da im Falle einer Feuersbrunst die Rettung von Personen und Sachen durch den engen Türspalt erschwert, ja sogar unmöglich ist."
Anm.: Dieser Fall ist nur ein Beispiel für mehrere Streitigkeiten zwischen den Besitzern der Hausanteile, die sich aus Umbauten, schadhaften Dächern usw. ergeben haben.

Aus einer Untersuchung des Stadtbauamts, 1955

"An dem Trockenabort ist der Holzsitz (Brille) vollständig auseinander gebrochen, außerdem ist das Trichterklosett in einem unbrauchbaren Zustand und sollte durch ein Klappenklosett ersetzt werden, denn durch das vorhandene Trichterklosett kriechen die Würmer herauf." (Bauakten)

Biografien von Hausbesitzern und -bewohnern

Johann Jakob Blinzig (1652-1718)

Johann Jakob Blinzig wurde am 28. September 1652 als Sohn des Salzsieders Konrad Blinzig und dessen Ehefrau Anna Maria Seiferheld geboren. Von den Eltern wurde er "zur Kirch u[nd] Schulen geschickt, auch von seinem Vatter zur Haal-Arbeit angehalten." Er erlernte also das väterliche Salzsieder-Handwerk. Am 10. Juli 1688 heiratete er im Alter von 36 Jahren die 43 Jahre alte Anna Maria Sieber, eine Tochter des Schneiders Georg Sieber. Das Paar hatte, wohl bedingt durch das fortgeschrittene Alter der Frau, keine Kinder. 1711 kam Johann Jakob Blinzig "wegen Baufälligkeit" in das Spital. Vorausgegangen war - wie der erzwungene Verkauf seines Hauses zeigt - auch der finanzielle Ruin; im Kaufvertrag ist von einem Verkauf wegen "angeschwollener vieler Schulden" die Rede. Wenig löblich war aus Sicht des Pfarrers sein Lebenswandel: "War in seiner Jugend ein bößer Mensch, der mit Raufen u. Balgen sich allenthalben bekannt machte, jedoch mußte er solche Boßheit mit einem schmertzl[ichen] u. langwierigen Lager zimlich büßen, er bereute es auch hertzl[ich], so wohl in öffentl[ichem]  Bericht als bei seinem herannahenden Ende". Johann Jakob Blinzig war drei Jahre bettlägerig und starb im Alter von 65 Jahren am 29. Januar 1718 im Hospital an seinen nicht näher beschriebenen Krankheiten.

Anna Barbara Schloßstein, verw. Bühl, Groß und Mayer, geb. Botz (1643-1716)

Anna Barbara Botz wurde am 30. April 1643 als Tochter des Metzgers Michael Botz (1609-1684) und seiner Ehefrau Anna Margaretha geb. Limbach (1609-1686) geboren. Sie besuchte die Schule, wo sie "einen guten Grund des wahren Christenthums geleget, Lesen und Schreiben wol erlernet". Sie war dann einige Jahre in Stellung und heiratete am 19. Juli 1664 den nicht weniger als 43 jahre älteren Salzsieder Johann Bühl (*1600), für den dies die dritte Ehe war. In diese Ehe brachte Anna Barbara 50 Gulden Bargeld und "Casten, Truchen und Kleider, neben deren braiten Bettstatt" für weitere 50 Gulden ein. Sie war damit auch verantwortlich für die noch nicht erwachsenen Kinder ihres Mannes aus den vorangegangenen Ehen. Anna Barbara bekam in rascher Folge drei Kinder. Nur der älteste Sohn Johann Georg (*1665), der spätere Besitzer des Hauses, wurde erwachsen, der Sohn Johann Melchior (*1666) starb als Säugling, die Tochter Anna Sibilla (*1668) im Alter von zwei Jahren. Bereits bei Anna Sibillas Geburt war Anna Barbara Witwe, denn ihr Ehemann war am 31. Januar 1668 im Alter von etwa 68 Jahren gestorben. Aus der Erbteilung ihres Mannes erhielt sie 404 Gulden, 9 Schilling und 3 Heller, worin auch die Erbteile ihrer Kinder aus dieser Ehe enthalten waren. Nach einem knappen Jahr Witwenschaft heiratete sie am 4. November 1668 im Alter von 25 Jahren den ein halbes Jahr älteren Salzsieder Johann Ezechiel Groß (*11. November 1642). Auch von den neun Kindern aus dieser zweiten, laut Nekrolog "vergnügten" Ehe erreichten nur die Tochter Maria Blandina (*1676)  und der Sohn Leonhard Friedrich (*1684), ein späterer Besitzer des Hauses Lange Straße 14, das Erwachsenenalter. Ihre Geschwister starben meist als Säuglinge. Der 1681 geborene Johann Gottfried wurde knapp 9 Jahre alt. Mit dem Tod von Johann Ezechiel Groß im Alter von 42 Jahren am 8. April 1685 wurde Anna Barbara kurz vor ihrem 42. Geburtstag erneut Witwe. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt drei Kinder zu versorgen. Nach einer knapp einjährigen Trauerzeit ging sie am 1 .Februar 1686 ihre dritte Ehe mit dem Renovator Johann Ludwig Mayer (*25. November 1640) ein. Dessen erste Frau Anna Helene Stengler war ebenfalls 1685 gestorben. Das einzige Kind aus dieser Verbindung, die Tochter Barbara (*1687), starb drei Monate nach der Geburt. Johann Ludwig Mayer selbst verschied am 20. März 1701; die Inventur über seinen Nachlass zeigt, dass er zwar als Mitglied der reichsstädtischen Verwaltung über ein gewisses Ansehen, aber kaum über Vermögen verfügte. Sein gesamter Nachlass wurde auf 169 Gulden 15 Schilling geschätzt und musste auf vier Erben - neben der Witwe drei Kinder aus erster Ehe - aufgeteilt werden. Anna Barbara ging am 17. Oktober 1702 ihre vierte und letzte Ehe mit dem knapp sieben Jahre jüngeren Haalobermeister Friedrich Heinrich Schloßstein (*30. Januar 1650) ein, die angesichts ihres fortgeschrittenen Alters von 59 Jahren kinderlos blieb. Für ihren Ehemann war es die zweite Ehe, seine erste Frau Rosine Seiferheld war im Juli 1702 gestorben. Der Nekrolog berichtet über sie folgendes: "Sie wohnte dem offentl[ichen] Gottesdienst fleißig bey und stellte sich in dem h[eiligen] Beichtstul und bey dem Tisch des Herrn bußfertig ein, doch hatte sie ihre große und merckliche Fehler, die sie auf beschehene prist[erliche] Erinnerung erkandt, und Gott demüthig abgebotten, mit dem Nächsten sich versöhnet." Engbrüstigkeit und Wassersucht warfen sie schließlich auf ein "schmerzensvolles Kranckenbett". Anna Barbara starb am 12. April 1716, dem Ostersonntag, 18 Tage vor ihrem 73. Geburtstag. Ihr vierter Ehemann Friedrich Heinrich Schloßstein heiratete 1720 die zweifache Witwe Anna Sabine Reitz geb. Lauth und starb 1725.
Die Inventur weist Anna Barbara Schloßstein als durchaus wohlhabende Frau aus; sie besaß unter anderem zwei Häuser - ein auf 800 Gulden geschätztes, größeres Haus "beym Plock" (vielleicht in der Blockgasse) und das auf 450 Gulden geschätzte Haus in der Langen Straße -, Siedensgerechtigkeiten im Wert von 847 Gulden, einen nicht unerheblichen Bargeldbestand von 485 Gulden und Wein für nicht weniger als 643 Gulden - ein Hinweis darauf, dass sie mit Wein gehandelt hat. Auffällig ist auch der Besitz von insgesamt 36 Büchern. Neben zahlreich vertretener religiöser Erbauungsliteratur finden sich Bibeln, eine dreibändige Ausgabe der Reden Ciceros, die "Epithome Adagiorum" des Erasmus von Rotterdam und ein Rechenbuch des Haller Schulmeisters Beeg. Wenn auch offen bleiben muss, ob Anna Barbara selbst diese Bücher gelesen hat - sie stammten sicher zumindest teilweise aus dem Besitz ihrer Ehemänner -, weist dieser für damalige Verhältnisse umfangreiche Buchbesitz auf ein nicht unerhebliches Bildungsniveau hin. Nach Abzug der Schulden wurde der Wert ihres Nachlasses auf 2.739 Gulden festgelegt. Ihre drei Kinder Johann Georg Bühl, Maria Blandina Arnold geb. Groß und Leonhard Friedrich Groß sowie ihr vierter Ehemann Friedrich Heinrich Schloßstein erhielten jeweils 684 Gulden und 39 Schilling, wozu jedoch noch verschiedene weitere Erbanteile kamen. Ob sie in dem Haus in der Langen Straße gewohnt hat, muss offen bleiben. Bei ihrem Tod war sicher das größere Haus "beym Block" (wohl in der Blockgasse) ihr Wohnsitz, da dort auch ihrem Witwer ein Wohnsitz zugesprochen wurde. Das Haus "jenseits Kochens" dürfte sie vermietet haben; in der Inventur werden austehende Mietzahlungen des Johann Georg Casimir Baumann für ein halbes Jahr von 5 Gulden 15 Schilling und weitere Mietschulden der Beisitzerin Eva Treuer von 3 Gulden erwähnt. Möglicherweise wohnten sie im Haus in der Langen Straße. 

Johann Georg Bühl d.Ä. (1665-1728)

Johann Georg Bühl der Ältere wurde am 26. April 1665 geboren und war ein Sohn des Salzsieders Johann Bühl aus dessen dritter Ehe mit Anna Barbara Botz. Sein um 1600 geborener Vater war etwa 65 Jahre alt und starb knapp drei Jahre nach Johann Georgs Geburt. Seine 1643 geborene Mutter Anna Barbara - Johann Bühls dritte Ehefrau - ging nach dem Tod ihres ersten Mannes noch drei weitere Ehen ein, zuerst mit Johann Ezechiel Groß (1668), dann mit Johann Ludwig Mayer (1686) und zuletzt (1702) mit dem Haalobermeister Friedrich Heinrich Schloßstein. Ein Schulbesuch Johann Georgs ist nicht vermerkt, kann aber angenommen werden. Er wurde "zur Haalarbeit angehalten, welche er wohl begriffen", erlernte also das väterliche Siederhandwerk. Am 7. August 1688 heiratete er die ein Jahr jüngere Maria Magdalena Lackorn (*26. Juni 1666), eine Tochter des Johann Josef Lackorn. Wie häufig starben viele Kinder des Paares als Säuglinge oder Kinder. Von den vier Söhnen und fünf Töchtern überlebten drei Söhne und nur eine Tochter den Vater. Das Haus in der Langen Straße erhielt Johann Georg Bühl 1716 zusammen mit seinem Halbbruder Leonhard Friedrich Groß aus dem Nachlass seiner Mutter. Insgesamt erbte er von dieser 867 Gulden in Sach- und Geldwerten, einer nicht unerheblichen Summe. Johann Georg Bühl musste durch Krankheiten "viel Jammer erdulden", für den er - so der Pfarrer in seinem Nekrolog - Trost im Glauben fand. Seinen christlichen Eifer bezeugte er "mit Verfertigung gar vieler schöner Lieder". Diese bewogen den Rat, den der harten Arbeit in Haal offenbar ohnehin nicht mehr gewachsenen Dichter das Amt eines Schulmeisters in Hessental zu verleihen. Er hatte diese Position jedoch nur zwei Jahre inne; nachdem er an einem "Geschwulst" und Durchfall erkrankt war, ließ ihn der Rat in die "Cur Stube" des Armenhauses bringen, "um desto besser versorget zu werden". Hier starb er am 16. Juli 1728 im Alter von 63 Jahren. Seine Frau Marie Magdalene überlebte ihn lange; wegen "Alters und Baufälligkeit" nahm der Rat sie in das obere Armenhaus auf. Hier starb sie am 2. Januar 1753 im hohen Alter von 87 Jahren.

Leonhard Friedrich Groß (1684-1732)

Leonhard Friedrich Groß wurde am 10. Januar 1684 als Sohn des Salzsieders Johann Ezechiel Groß und der Anna Barbara geb. Botz geboren. Für seine Mutter war dies die zweite Ehe, sie war zuvor mit dem wesentlich älteren Salzsieder Johann Bühl verheiratet gewesen. Bereits ein Jahr nach der Geburt wurde Leonhard Friedrich durch den Tod seines Vaters (1685) zur Halbwaise. Seine Mutter ging zwei weitere Ehen mit Johann Ludwig Mayer (1686) und Friedrich Heinrich Schloßstein (1702) ein. Er besuchte die Deutsche Schule, "nachmals aber wurde er auch in das Gymnasii geschickt", das er ab 1694 bis zur Klassenstufe der Tertia besuchte. Um das Chirurgenhandwerk zu erlernen, ging er drei Jahre lang bei dem "berühmten Chirurgo" Johann Melchior Hirsch in Hall in die Lehre. Danach begab er sich für vier Jahre in die Fremde und "bereißte manche Städte". Nach seiner Rückkehr nach Schwäbisch Hall heiratete er am 4. März 1710 die vier Jahre jüngere Maria Katharina Weinlin (*4. September 1688), eine Tochter des Spitalgerichtsmitglieds Johann Christoph Weinlin. Die zwischen 1711 und 1713 geborenen vier Kinder des Paares starben alle wenige Tage nach der Geburt. Das Haus in der Langen Straße erhielt Leonhard Friedrich Groß 1716 zusammen mit seinem Halbbruder Johann Georg Bühl aus dem Nachlass seiner Mutter; insgesamt belief sich das ererbte elterliche Vermögen auf 1.519 Gulden, wozu ein weiteres halbes Haus "beym Block" (wohl in der Blockgasse) gehörte, das er sich mit seiner Schwester Maria Blandina teilte. Vermutlich wohnte er hier und vermietete das Haus in der Langen Gasse. Er erkrankte schließlich an einer "Schwind- und Dürrsucht", an der er nach vierteljährigem Leiden am 9.Januar 1732 starb, einen Tag vor seinem 48. Geburtstag. Seine Witwe Maria Katharina ging 1732 eine zweite Ehe mit Johann Georg Preu ein und starb am 10. Juli 1753 im Alter von 64 Jahren.

Johann Balthasar Koch (?-?)

Über den Bürger und Salzsieder Johann Balthasar Koch ist wenig bekannt. Er heiratete um 1723 Marie Dorothee Botz geb. Häfner (*1683), eine Tochter des Baders Johann Joseph Häfner und Witwe des Taglöhners Johann Jakob Botz. Kinder hatte das Paar keine, ein Sohn aus der ersten Ehe der Frau wurde Seilergeselle und galt seit den 1730er Jahren als verschollen. Den oberen Teil des Hauses Lange Straße 14 erwarb er 1727, musste ihn aber bereits 1733 im Zuge einer Zwangsversteigerung wieder veräußern. Offenbar dieser finanziellen Nöte trat er in kaiserliche Kriegsdienste, aus denen er nicht mehr zurückkam. Seine Ehefrau bzw. Witwe Marie Dorothee starb am 29. März 1761 im Alter von 77 Jahren, nachdem sie zuvor 14 Jahre lang nach einem "Schlagfluss" (Schlaganfall) teilweise gelähmt gewesen war und das Bett gehütet hatte.

Quellen

Archivalien:

  • StadtA SHA 2/2a (Totenbuch Hospital), S. 135 (Nekrolog J.G,.Bühl), S. 285 (Nekrolog M. M. Bühl); 2/73c (Totenbuch St. Michael), S. 820 (Nekrolog A.B. Schloßstein); 2/74c (Totenbuch St. Michael), S. 819 (Nekrolog L. F. Groß); 4/672 (Kaufbuch 1710-1712), Bl. 147b; 4/675 (Kaufbuch 1718/19), Bl. 125; 4/676 (Kaufbuch 1720-1722), Bl. 76; 4/679 (Kaufbuch 1728-1733), Bl. 267b; 4/684 (Kaufbuch 1756-1761), Bl. 191; 4/485 (Kaufbuch 1762-1768), Bl. 443b, 656b; 4/687 (Kaufbuch 1773-1779), S.346, 421, 423 ; 4/689 (Kaufbuch 1783-1785), Bl. 154b; 4/691 (Kaufbuch 1789-1791), Bl. 237; 4/1544 (Unterpfandsbuch Vorstädte 1717/18), Bl. 459a-b; 4/1547 (Häuserbuch 1767), S. 145; 4/1547a (Häuserbuch 1782), S. 259; 4/1966-4/1982 (Beetlisten 1697-1709); 8/52 (Heiratsvertrag Bühl-Botz, 1663); 14/1005 (Inventur H. Botz, 1668); 14/1616 (Inventur J. L. Mayer, 1701); 14/1871 (Inventur A.B. Schloßstein, 1716); 18/2690 (Realteilung M. R. Kaiser, 1869); 19/826 (Güterbuch 1), S. 40; 19/833 (Güterbuch 8), S.180; 19/834 (Güterbuch 9), S. 208, 370, 375, 380; 19/836 (Güterbuch 11), S.104; 19/837 (Güterbuch 12), S. 79, 96f, 109, 145; 19/839 (Güterbuch 14), S. 45; 19/841 (Güterbuch 16), S. 297; 19/842 (Güterbuch 17), S. 298, 587, 863; 19/843 (Güterbuch 18), S. 430, 717; 19/998 (Kaufbuch 1803-1805), Bl. 54b; 19/1000 (Kaufbuch 1807-1809), Bl. 19; 19/1001 (Kaufbuch 1809-1813), Bl. 218; 19/1002 (Kaufbuch 1814-1817), Bl. 308b; 19/1011 (Kaufbuch 1828), Bl. 106b; 19/1014 (Kaufbuch 1832), Bl. 213b; 19/1015 (Kaufbuch 1833), Bl. 236, 238; 19/1016 (Kaufbuch 1834), Bl. 150b; 19/1020 (Kaufbuch 1838/39), Bl. 46; 19/1021 (Kaufbuch 1840/41), Bl. 51b; 19/1022 (Kaufbuch 1843), Bl. 193b; 19/1024 (Kaufbuch 1847/48), Bl. 34b, 73b; 19/1028 (Kaufbuch 1857/59), Bl. 173; 19/1030 (Kaufbuch 1862/63), Bl. 245; 19/1033 (Kaufbuch 1866), S. 5; 19/1038 (Kaufbuch 1872), S. 506; 19/1038 (Kaufbuch 1872), S. 511; 19/1040a (Kaufbuch 1875), S. 141, 460; 19/1041 (Kaufbuch 1876), S. 468, 493; 19/1042 (Kaufbuch 1877), S. 476; 19/1045 (Kaufbuch 1880), S. 54, 342; 19/1047 (Kaufbuch 1882), S. 64, 344; 19/1054 (Kaufbuch 1890), S. 178; 19/1058 (Kaufbuch 1894), S. 158; 19/1059 (Kaufbuch 1895), S. 232; 19/1060 (Kaufbuch 1896), S. 398; 19/1061 (Kaufbuch 1897), S. 489; S24/60 (bauhistor. Untersuchung Keller); S24/73 (bauhistor. Untersuchung Katharinenvorstadt); S27 (Genealog. Kartei)
  • Baurechtsamt SHA, Bauakten Lange Straße 14

Literatur:

  • Adressbücher 1886-1956