Haller Häuserlexikon – Primärkataster-Nr.

Neue Straße 3 - ehem. Gastwirtschaft zum "Kurfürsten"

Adresse: Neue Straße 3
Primärkatasternummer: 220 (später 220a)
Besitzer
Oesterlin, Johann Friedrich, Churfürstenwirt


Besitzerliste

1717 gehörte das Vorgängergebäude der Witwe des Johann Christoph Virnhaber, Mitglied des Gerichts, der das Haus ohne Backgerechtigkeit für 500 Gulden gekauft hatte. Damals rechnete es noch zur Sporersgasse.

 

Nach dem Stadtbrand und der Anlage der Neuen Straße befand sich das Anwesen im Besitz von Johann Michael Kochendörfer, Bäcker.

 

Am 30. April 1754 verkaufte Johann Michael Kochendörfer das Haus samt Backgerechtigkeit an seinen Sohn Johann Ludwig Kochendörfer, Bäcker, um 2.300 Gulden.

 

Am 13. April 1787 erwarb es dessen Sohn Christoph Friedrich Kochendörfer, Bäcker, für 2.800 Gulden. Christoph Friedrich Kochendörfer kaufte am 10. Mai 1803 die Wirtschaftsgerechtigkeit zur Rose für 950 Gulden dazu, die gemäß einem Ratsbeschluss vom 3. Mai 1803 auf dieses Gebäude übertragen wurde.

 

Christoph Friedrich Kochendörfer starb schon 1805, seine Tochter Susanna Maria heiratete 1806 Johann Friedrich Albrecht Österlin.

 

Am 14. Mai 1806 ging das Haus, die Schildwirtschaftsgerechtigkeit zur Rose und die Backgerechtigkeit an Johann Friedrich Albrecht Österlin, der die Wirtschaft in "Kurfürst" umbenannte und auch das Nachbarhaus Neue Straße 5 erwarb. Österlin investierte für beide Häuser und die Gerechtigkeiten 12.000 Gulden.

 

Am 16. Juli 1817 verkaufte Österlin die Backgerechtigkeit für 2.000 Gulden.

 

1827: Oesterlin, Johann Friedrich Oesterlin, Churfürstenwirt

 

1835 verkaufte Friedrich Österlin das Gasthaus zum Kurfürsten an Carl Friedrich Liebler, Kurfüstenwirt.

 

Liebler veräußerte die Gastwirtschaft 1870 an Wilhelm Firnhaber, Metzger.

 

Firnhaber seinerseits trennte sich schon 1876/1877 zugunsten von Friedrich Georg Laydig, Bierbrauer, wieder von seiner Gastwirtschaft.

 

Friedrich Georg Laydig übergab 1890 die Gastwirtschaft an seinen Sohn Richard Laydig und dessen Brau Bertha Bratzel.

 

Auf Richard Laydig wurde die Gastwirtschaft zum Kurfürsten 1904 in das Grundbuch umgeschrieben.

Befunde aus Bauakten

1827: 2 Wohngebäude mit 25,4 Ruten an der neuen Straße

Das dreigeschossige, traufständige Fachwerkwohnhaus entstand nach dem Stadtbrand von 1728 und stellt ein Beispiel barocker bürgerlicher Wohnbauweise in Schwäb. Hall dar. In den Obergeschossen zeigen das konstruktive Fachwerk (mit dem beliebten Rautenmotiv im ersten Obergeschoss) und das kassettierte bzw. profilierte Traufgesims das Erscheinungsbild eines Haller Wohnhauses der Wiederaufbauphase. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, Stand 10/1982, S. 325)

 

Neue Straße 3 (Flst.Nr. 0-11). Wohnhaus. Traufständiges, dreigeschossiges Fachwerkgebäude. Konstruktives Fachwerk und kassettiertes profiliertes Traufgesims. 18. Jahrhundert. § 2 ( aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Quellen

Archivalien:

  • StadtA Schwäb. Hall 4/881, fol. 157V-R, 158V; 19/828, S. 259; 19/829, S. 502; 19/835, S. 405f; 9/844, S. 575