Gebäudeverzeichnis

Keckenhof 7/Steinerner Steg 9-10 - ehem. Stadtmühle: Versorgungszentrum auch in Krisenzeiten

Adresse: Keckenhof 7/Steinerner Steg 9-10
Primärkatasternummer: 180
Besitzer
Bonhöfer, Regierungssecretaire in Ellwangen


Besitzerliste

1827: Bonhöfer, Regierungssecretaire in Ellwangen

Haustafel

Die Haller richteten hier am Ende des engen Keckenhofes im Mittelalter eine große Mahlmühle ein. Vom Kocherwasser am Stauwehr angetrieben, wurde sie bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein über vier Wasserräder betrieben. Diese Stadtmühle, früher „Dorfmühle“ genannt, steht außerhalb der inneren Stadtmauer im Zwinger und verstärkte die Befestigung an dieser Ecke der Stadt.

Befunde aus Bauforschung

Gerüst EG + Decke über 1. OG. dendrochronologisch datiert um 1740. (BF Büro Tisje)

Reste der Stadtmauer von etwa 1200 an der Nordwestecke des Kernbaus der Stadtmühle einsehbar, torartige Tür in der Stadtmauer in Verlängerung. Mauerwerksreste aus dem 14./ 15. Jh. sind Reste einer Zwingermauer und vermutlich auch der 1351 erstmalig erwähnten Dorfmühle bzw. Stadtmühle. Heutiger Kernbau der Mühle aus dem 16. Jahrhundert; Bodenniveau ursprünglich ca. 1,5 m tiefer. Unter Plattenboden Planierungen mit spätmittelalterlicher Keramik. Am Eingangsportal im NW Jahreszahl 1570, Hochwassermahren 1619, 1840, 1919. "Versuchsstollen" zwischen 1813 und 1816, später abgemauert und als Keller benutzt. Nach 1816 Erweiterungen des Gebäudes, Niveauerhöhungen im östl. Außenbereich.
Nach Besitzerwechsel 1905 Umbau und Niveauerhöhung im Kernbau.Vgl. Datenbank Bauforschung Baden-Württemberg und ebd. (Stadtmauer).

Beschreibungen

1827: Brandstätte mit 19,7 Ruten in Bettlers Umkehr

Der zweigeschossige Putzbau mit flachem Satteldach, Giebel mit Wiederkehr, rundbogiger Fensteröffnung im Giebelfeld, gehört zur Sachgesamtheit Stadtmühle (gemeinsam mit Steinerner Steg Nr. 9 und 10) erbaut im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts. Das Gebäude zeigt typische Details der Architektur jener Zeit und vermittelt einen Eindruck von einem gewerblichen Objekt, welches zu den bedeutenden Zeugen der Orts- und Wirtschaftsgeschichte gehört. Diese Tatsachen belegen das öffentliche Interesse an der Erhaltung des Baues aus heimatgeschichtlichen und wissenschaftlichen Gründen. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, Stand 10/1982, S. 259)
Der Baukomplex der ehem. Stadtmühle besteht aus drei Gebäuden: Der Fachwerkbau Steinerner Steg 9, das Gebäude Steinerner Steg 10 und Keckenhof 7. Das zweigeschossige, verputzte Wirtschaftsgebäude Keckenhof 7 wurde im ersten Viertel des 19. Jh. gebaut, wie die für diese Zeit typischen Detailformen zeigen (flach geneigtes Sactteldach, Giebel mit Wiederkehr, halbkreisförmige Fensteröffnungen im Giebel). Die noch erhaltenen Wehrbauten und die aus Quadermauerwerk errichtete dammartige Verbindung zum steinernen Steg sind wesentliche Bestandteile der Sachgesamtheit, da sie die ehemalige Funktion der Baugruppe anschaulich machen. Die Mühle, die bis 1937 in Betrieb war, wird bereits in spätmittelalterlichen Urkunden (z.B. 1351) als "Dorfmühle" genannt. In der westlichen Außenmauer (Sockelbereich) des Gebäudes Keckenhof 7 und in der nördlichen Giebelwand des Gebäudes Steinerner Steg sind Reste der mittelalterlichen Stadtmauer erhalten. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, Stand 10/1982, S. 383)

 

Keckenhof 7, Steinerner Steg 10 (Flst.Nr. 0-50, 0-50/11, 0-101/9, 0-101/10, 0-102, 0-102/1, 0-102/2, 0-103/2, 0-266, 0-268, 0-268/1, 0-269-270, 0-270/1, 0-271-272, 0-806). Grasbödele, Großer Unterwöhrd, Kleiner Unterwöhrd (Gewann). Ehem. Stadtmühle mit Stauwehren, Mühlkanälen, Uferbefestigungen und Brücken (Sachgesamtheit); Keckenhof 7 und Steinerner Steg 9, 10 (§ 28): Sog. Dorfmühle, bez. 1770, seit 1893 Stadtmühle, zweigeschossiger Putzbau mit Satteldach. Deckengebälk über Erdgeschoss, 1740 (d); Grasbödele (§ 2), im 18. Jahrhundert zeitweise als Friedhof genutzt. § 28. (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)