Gebäudeverzeichnis

Klosterstraße 11

Adresse: Klosterstraße 11
Primärkatasternummer: 45
Besitzer
Leutwein, Stadtpfarrers Witwe


Besitzerliste

ab 1601/02: Anhand der Beetlisten (Bürgersteuerlisten) kann der Tucher und Ratsherr David Stadtmann sen. (um 1545-1614) als vermutlicher Besitzer des Hauses identifiziert werden. Vorbesitzer (aufgrund der Position des Eintrags in der Beetliste 1599/1600) könnte der Kantengießer und Ratsherr Joachim Wirth gewesen sein (†1599).

1615/16: (Vermutliche) Besitzer des Hauses sind "David Stadtmans des Rhats Erben".

ab 1617/18: Der Ratsherr und spätere Stättmeister David Stadtmann jun. (1568-1631) kann anhand der Beetlisten als Besitzer des Hauses nachgewiesen werden. Er hat das Haus aus der Erbmasse seines Vaters David Stadtmann sen. erworben

1656: Nach dem Tod der Margaretha Stadtmann geb. Raitenberger (1582-1656), zweite Ehefrau und nunmehrige Witwe des Stättmeisters David Stadtmann, wird die "Behaußung uff dem Marckh" dem Sohn, Stättmeister Johann Balthasar Stadtmann zugeschrieben.

1677: Susanna Maria Stadtmann (*1662), einziges überlebendes Kind des Stättmeisters Stättmeisters Johann Balthasar Stadtmann, wird nach dessenTod am 4. Juni 1670 Erbin seines gesamten Besitzes, darunter des Hauses am Markt.

1682: Susanna Maria Stadtmann bringt das Haus in ihre am 23. Mai 1682 geschlossene Ehe mit dem Präzeptor Johann Jacob Stadtmann ein.

1688: Aus dem Nachlass der Susanna Maria Stadtmann geb. Stadtmann, Witwe des Johann Jacob Stattmann, Präzeptor (Lehrer) am Gymnasium illustre, fällt das Haus als Erbe an die ledige Tochter Susanna Maria Stadtmann.

1703: Durch die Eheschließung der Susanna Maria Stadtmann am 6. März 1703 mit Johann Gottfried Schuppart, Pfarrer und Scholarch in Heilbrinn, wird dieser MIteigentümer des Hauses.

1713: Johann Gottfried Schuppart, Hohenlohe-Pfedelbacher Konstistorial, Pfarrer und Scholarch der Reichsstadt Heilbronn, verkauft am 8. Mai 1713 das ihm als Erbe seiner Frau Maria Susanna Stadtmann zugefallene Haus für 1.200 Gulden und sechs Speciesdukaten an den Forstmeister Johann Lorenz Schäffner.

1785: Das Haus wird in der Erbteilung vom 4. Februar 1785 dem Renovator Johann Franz Seifferheld als "Erbtheil" zugeschrieben.

1802: Verkauf des Hauses am 19. März 1802 für 3.450 Gulden an den Kaufmann Georg Friedrich Ferdinand Scheuermann.

1821: "Frau Stadtpfarrerin Leutwein" erwirbt das Haus laut Kaufvertrag vom 15. November 1821 für 4.000 Gulden.

1827: als Besitzerin genannt: Leutwein, Stadtpfarrers Witwe

Beschreibungen

1656 (Inventur M. Stadtmann): "Eine Behaußung uff dem Marckh neben p. Herrn Stättmeinstern Georg Friedrich Seüfferhelden und Davidt Schwartzen, Schustern, gelegen, so gantz gültfrey, welche die übrige Herrn Brüder und Jungfrau Schwester dem p. Herrn Stättmeister dergestalten zu kauffen geben, daß sie inns künfftig, wann solches umb viel oder wenig widerumb solte verkhaufft werden, alß dann vorgemelte Geschwisterigte die Losung haben sollen, und ist dißmahlen der überlassene Kauffschilling in sonderbahrer Ansehung, daß es zimblich baufällig, 600 fl."

1671 Inventur J. B. Stadtmann): "Erstlich eine Behaußung uf dem Marckht, vornen die Michaelis Kirchen, neben Herrn Dr. Closters & und Herrn Johann David Firnhabers deß Eüssern Rhats, und Spitalschreibers, Heusern, welche sambt dem Hauß darhinder und dem Höfflin, neben zwey Fisch Kästen beim Bronnen, um den kleinen Kirchen staffeln, aestimirt worden pro 600 fl."

1688 (Inventur S. M. Stadtmann): "Eine gantze Behaußung und Hoffraithin ob dem Marck, gegen St. Michaelis Pfarrkirchen über, zwischen Ihro Excell[enz] Herrn Dr. Closters, Statt Syndici & und Herrn Johann David Firnhabers des Inneren Rats & beeder Häußer ligendt, sambt dem hindern Baw, und denen zwey Fisch Cästen beym Bronnen, an dem kleinen Stäffelin, & umb 600 fl."

1713 (Verkauf an J. L. Schäffler): "Unßer biß anhero ruhig und aigenthumlich inngehabte Wohnbehaußung uf dem Marckht daselbsten, zwischen Tit. Herrn Städtmeister Stellwagen und Herrn Consulenten Dr. Closters Häußern gelegenm mit allen Zugehördten, Rechten und Gerechtigkeiten, wie die hierüber vorhandtene und ihme Herr Kauffern bereits eingehendigte allte Hauß- und Kaufbrieff de annis 1449, 1504, 1506, 1532, 1536, 1600 et 1667 klärlich außweißen, vor gantz gültfrey, auch sonsten ohnversezt und ohnverpfändet..."

1827: Wohnhaus 15,6 Ruten, Oek. Gebäude 5,9 und Hof mit 2,2 Ruten, insgesamt 23,7 Ruten bei der Michaelskirche

Das dreigeschossige Fachwerkwohnhaus mit einem profiliertem Vorstoß, konstruktivem Fachwerk und Halbwalmdach stellt ein gut überliefertes Beispiel barocker Fachwerkarchitektur in Schwäb.Hall dar. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, S. 275)

Quellen

Literatur:

  • Otto Haug (Bearb.): Pfarrerbuch Württembergisch Franken (Baden-Württembergisches Pfarerbuch; Bd. II/2), Stuttgart 1981, Nr. 2430 (J. G. Schuppart)

Archivalien:

  • Stadtarchiv Schwäbisch Hall 4/673 (Kaufbuch 1713-1715), S. 147; 4/881 (Unterpfandsbuch Stadt), Bl. 19; 4/1888-4/1901 (Beetlisten 1599-1633); 14/871 (Inventur Margaretha Stadtmann, 1656); 14/1163 (Inventur Johann Balthasar Stadtmann, 1671); 14/1387 (Inventur Susanna Maria Stadtmann,1688); Genealogische Kartei S27