Gebäudeverzeichnis

Klosterstraße 6

Adresse: Klosterstraße 6
Primärkatasternummer: 20
Besitzer
Engelhardt, Johann Heinrich, Bäcker


Besitzerliste

Uhlotscher oder Romigscher Turm

1588: Laut einem am 30. September 1588 eingetragenen Vertrag hat Frau Anna Büchelberger für ihren Turm beim Nonnenhof zwischen dem Comburger Haus und Philip Ruelin noch 100 Gulden restlicher Kaufsumme an Jakob Herrenschmidt und Hans Strauß als Vormünder der Kinder des verstorbenen Peter Herrenschmidt zu bezahlen.

1692: Maria Magdalena Seybold, die Witwe des Präzeptors (Lehrers) Johann Georg Seybold, verkauft das in der Ehe  zusammen mit ihrem längst verstorbenen ersten Ehemann Werner Seifferheld erworbene Anwesen am Nonnenhof in einem am 14. April 1692 eingetragenen Vertrag für 250 Gulden an Johann Jakob Bonhöffer, des Inneren Rats und Reichalmosenpfleger. Die Verkäuferin behält ein unentgeltliches, lebenslanges Wohnrecht, nach ihrem Tod hat Bonhöffer weitere 100 Gulden in ihre Erbmasse einzuzahlen.

1731 sollte der Platz des eingestürzten Turms kostenlos an Sprachmeister de la Madeleine überlassen werden, wurde dann aber von Pfarrer Romig zurückgenommen. (StadtA Schwäb. Hall 10/443)

1736 wurde der Platz des eingestürzten Turms von Johann Jacob Seiferheld, Pfarrer zu Westheim, gekauft, der dort ein neues Haus hin bauen wollte, wogegen sein Nachbar, der Ratskonsulent Dr. Johann Friedrich Bonhöffer, protestierte. (StadtA Schwäb. Hall 10/443)

1827: Engelhardt, Johann Heinrich, Bäcker

Beschreibungen

historische Beschreibungen

1588 (Verkauf an A. Büchelberger): "an ihren inen aberkaufftem Thurn  beim Nonnenhof zwischen dem Comberger Hauß und Philip Ruelin gelegen, gilt Leo Fuxen 3 fl Zins und dem Spital 1 ß Vorgelt"  (4/655, Bl. 38v)

1692 (Verkauf an J. J. Bonhöffer): "Ihre schon viel u. lange Jahr, u. noch bey Lebzeitten ihres vorig. Ehemannes H. Wörner Seufferheldts sel. beseßene Behausung im sogenanten Nonnenhoff, so sie in Zeit solch gewehreter Ehe mitteinander erkaufft gehabt, mit allen denselben An- und Zugehörden, Rechten u. Gerechtigkeiten, welche Behausung nicht nur gantz gült- u. aller Beschwerde frey, sondern auch sonst ohnversetzt u. ohnverpf[ändet] aigen, undt ist solcher Kauff in Hinterdenckhung vieler sowohl von Höch-Ehrenged. Herrn Bonhöffer selbst, alß auch deßen Herrn Schwehr Vatter H. Dr. Osiandern seel. genoßener Gueth- und Wolthaten, alß auch daß sonderlich ihr der Fr. Verkäufferin letztere Eheherr, H. Seyboldt seel. selbsten nibercht nur durch gewiße Personen hoch Ehrn ged. Herrn Kauffern darumb anbiethen laßen, weilen es deßelben Wohnhauß überauß wohl anständig seye, also u. in solcher Nachfolg gonnete auch sie es demselben vor sonsten männiglich, u. das alles mitt hertzlichem Wunsch guten gesunden Wohlergehens u. Besitzung deßelben vorgang u. geschehen für und umb zweyhundert fünffzig Gulden rein. gem. Landtswehr. volgend gestalten zu bezahlen, nemblich und umb Willen sie Fr. Verkaüfferin sich den beständig ohnverzinslichen Beysitz ad dies vitae vorbehaltten, welches ihro H. Kauffer auch verwilliget, alß solle in solcher Nachfolger auch die Angab ehender nicht. alß nach ihrem Todt, ihren hinterbleibenden H. Erben auß gefolget werden, benantlichen mitt 100 fl."  (4/667, Bl. 145v)

1827: Wohnhaus mit 9,9 Ruten Im Nonnenhof, gemeinschaftlicher Hofraum (mit PKN 19 und 25)

Einträge in den Denkmallisten

Das verputzte, dreigeschossige Fachwerkwohnhaus mit einem schwachen Vorstoß und Mansarddach, entstand im Jahre 1718 für den Pfarrer von Lorenzenzimmern. Im 19. Jh. besaß das Haus die Kaufmannsfamilie Schwan. Der Bau besitzt im Kern Reste des mittelalterlichen Berlerhofes, einer der sog. Siebenburgen, 1465 als Hans Reußens Turm erwähnt, 1490 als Spitals Turm, 1717 Uhlotscher Turm, 1718 eingestürzt. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, Stand 10/1982, S. 270)

Klosterstraße 6 (Flst.Nr. 0-32/1, 0-32/2). Schwan'sches Haus. Dreigeschossiges, verputztes Fachwerk-Wohnhaus, Vorstoß und Mansarddach, 1718. Im Kern Reste des mittelalterlichen Berlerhofes, einer der sog. Siebenburgen, 1465 als Hans Reußens Turm erwähnt, 1490 als Spitals Turm, 1717 Uhlotscher Turm, 1718 eingestürzt. § 2. (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Quellen

Archivalien:

  • StadtA Schwäb. Hall 4/655 (Kaufprotokoll 1586-1614), Bl. 38v
  • StadtA Schwäb. Hall 4/667 (Kaufprotokoll 1690-1693), Bl. 145bff