Gebäudeverzeichnis

Kornhausstraße 4 - ehem. Spitalscheuer

Adresse: Kornhausstraße 4
Primärkatasternummer: 488
Besitzer
Spital- und Armenverwaltung


Besitzerliste

1827: Spital- und Armenverwaltung

Haustafel

1728

Der große Stadtbrand am 31. August 1728 zerstört auch Spital und Spitalscheuern. Zwischen 1728 und 1738 erfolgt der Wiederaufbau anstelle der Vorgängerbauten. Westlich des Spitals entstehen unmittelbar an der Stadtmauer zum Froschgraben die drei stattlichen, giebelständigen Scheunen mit großräumigen Lager- und Fruchtböden. Nicht zuletzt aus Brandschutzgründen werden die Außenwände massiv aufgeführt. Im Innern ist die solide Zimmermannskonstruktion auch in den Dachgeschossen auf die Aufnahme von Lasten ausgerichtet. Die Erschließung der Scheunen erfolgt von der Südseite aus über Rundbogentore; über Ladeluken werden die einzelnen Lagerböden beschickt. An der Nordseite verläuft die geschlossene Stadtmauer. Die Ökonomiegebäude des Spitals dienen der Eigenversorgung. Außerdem nehmen sie die Abgaben aus Zehnt- und Feudalrechten auf. Im Erdgeschoss sind zusätzlich Stallungen untergebracht.


1884

Im 19. Jahrhundert sinkt der Eigenbedarf des Spitals an Lagerflächen. Die Spitalscheunen werden zunehmend an Gewerbetreibende verpachtet. Ende des 19. Jahrhunderts und im frühen 20. Jahrhundert nutzen zunehmend auch Vereine die Scheunenflächen. Beispielhaft dafür steht die 1884 erfolgte Verpachtung eines Spitalscheuerraums an den Haller Gewerbeverein.


1928

Die Pachtverträge mit den Gewerbetreibenden werden 1928 und 1929 aufgelöst. Die Spitalscheunen gelangen an die nördlich gelegene Justizvollzugsanstalt. Die Ausrichtung zum Gefängnisgelände erfordert nun auch Öffnungen in der ehemaligen Stadtmauer.


2000

Nach Verlegung der Justizanstalt aus der Stadtmitte kann die 2000 gegründete Fachhochschule für Gestaltung die großräumigen Gebäude optimal nutzen.

 

2013

Die ehemaligen Spitalscheuern dienen nach zweijähriger Instandsetzung erneut Gewerbe und Handel und nehmen Verkaufsflächen sowie die neu eingerichtete Markthalle auf. Die charakteristische Großräumigkeit der einstigen Ökonomiebauten bleibt dabei in weiten Teilen erhalten.

Beschreibungen

1827: Spitalscheuer mit 35,9 Ruten in Spitalbachgasse

Ehem. Spitalscheuer, 1735, drei Giebelbauten mit Tordurchfahrten und Aufzugsfenstern. In der nördlichen Außenmauer Teile der mittelalterlichen Stadtmauer (unter Putz). Am 08.10.1925 in das Landesverzeichnis der Baudenkmale in Württemberg eingetragen. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, Stand 10/1982, S. 276)

 

Kornhausstraße 4, 4/1, 6 (Flst.Nr. 0-88/1, 0-88/2, 0-88/3). Ehem. Spitalscheune. Drei Giebelbauten mit Tordurchfahrten und Aufzugsfenstern. Nördliche Außenmauer mit Stadtmauerrest, 1735 (Sachgesamtheit), (siehe auch unter Sachgesamtheit Stadtbefestigung "Am Markt 14, ..."). § 28. Stadtbefestigung der Kernstadt, wohl um 1156 bis ca. 1250. Teil der Sachgesamtheit "Stadtbefestigung" - siehe Am Markt 14. § 2. (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)