Gebäudeverzeichnis

Ripperg 1, 3, 5, 6, 7, 8 und 12 - ehem. Baumwollspinnerei Held & Teufel

Adresse: Ripperg 1, 3, 5, 6, 7, 8 und 12
Primärkatasternummer: keine
Besitzer: 1827
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Beschreibungen

Einträge in den Denkmallisten

Die ehem. Baumwollspinnerei, Churr und Söhne, später Held und Teufel - eine Gebäudegruppe nördlich der Stadt, zwischen dem Kocher und den Ausläufern der Ohrenklinge - entstand zwischen dem frühen 19. und beginnenden 20. Jh. in mehreren Bauphasen. Um die Mitte des 18. Jh. wurden an dieser Stelle Gradierhäuser und andere Bauten der Haller Saline errichtet. Sie bestanden bis ins 2. Viertel des 19. Jh. hinein, bis die neugegründete Baumwollspinnerei Churr und Söhne das Gebäude erwarb und die Salinenbauten abbrach. Das Haus Ripperg 1 dürfte freilich im Kern noch um 1800 entstanden sei - diese Datierung legen die profilierten Traufgesimse des schlichten zweigeschossigen Putzbaues mit achsialen Fensteröffnungen nahe.
Die um 1830 gegründete Baumwollspinnerei des Haller Kaufmanns Johann Friedrich Churr gehörte zu den ersten Fabrikunternehmen in Hall und wuchs im 19. Jh. zum bedeutensten Arbeitgeber in der Stadt und seiner Umgebung heran (z.B. um 1877 ca. 130 Arbeiter und als Zulieferer 200 Weber). Aus der Entstehungszeit der Fabrik von Churr sind noch zwei Bauten erhalten, entworfen von dem Haller Salinen- und Kreisbaumeister Carl Stock (1780-1844, zahlreiche Bauten in Hall und Umgebung, u.a. Salinenbauten, Friedhofskapelle, Brücken, Entwürfe für die Kirche in Mainhardt und das Rathaus in Michelbach a.d. Bilz): das alte Spinnereigebäude (Nr. 7, 1831 erbaut) und der Remisenanbau an das Wohnhaus von 1800 (Nr. 1, 1837) beides Putzbauten mit symmetrischer Fassadengliederung durch achsiale Fenster- und Türöffnungen sowie Serliana im Dachgeschoss. Im Kern dürften auch das Stallgebäude (Nr. 5 und Magazin Nr. 6) zumindest in der 1. Hälfte des 19. Jahrhundert entstanden sein. Die Bauten dieser Zeit stellen seltene Beispiele der Fabrikarchitektur aus der Frühzeit der Industrialisierung dar.
Um 1870 ging die Baumwollspinnerei in den Besitz der Firma Held und Teufel über. In der 2. Hälfte des 19. Jh. und im frühen 20. Jh. wurde der Baukomplex wesentlich erweitert. 1872 entstand das Turbinenhaus (Nr. 3, von Amtsbaumeister Gansser), 1896 das Kesselhaus (Nr. 8) und das neue Spinnereigebäude (Nr. 12) nach Entwürfen des Stuttgarter Architekten P.J. Manz und 1908 das Baumwollmagazin (Nr. 3, Architekt J. Weiler). Kennzeichnend für diese zweite Phase der Bautätigkeit ist die Verwendung des unverputzten Ziegelmauerwerkes und eine im Vergleich zu den Bauten der 1. Hälfte des Jahrhunderts stärke Durchbildung der Fassaden, die dichte Reihe von großformatigen Fensteröffnungen, sowie die weitgehend einheitliche Gliederung, die lediglich durch funktionsbedingte Teile (z.B. Treppenturm und Staubturm beim Spinnereigebäude) unterbrochen wird. (StadtA Schwäb. Hall: Liste der Kulturdenkmale Stadt Schwäb. Hall, S. 357)

 

Ripperg 1, 3, 5, 6, 7, 8, 12 (Flst.Nr. 0-1000). Ehem. Baumwollspinnerei Churr und Söhne, später Held und Teufel. Gebäudegruppe nördlich der Stadt. Zweigeschossiges, profiliertes, verputztes Traufgesims. Frühes 19./ Anfang 20. Jahrhundert, im Kern wohl um 1800 (Sachgesamtheit). § 2 ( aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Besonderheiten

Brand am 8./9.Februar 1897

"Großer Brand in der Baumwollspinnerei von Held und Teufel, Abgebrannt ist das Batteurhaus, ein großes 4stockiges Fabrikgebäude sowie eine Scheuer und die Stallung. Bei diesem Brand erwies sich die telephonische Feuermelde-Einrichtung, die verschiedene Fabrik-Etablissements seit 1895 haben, als sehr wertvoll." (zit. nach Chur: Geschichte).

Quellen

Literatur:

  • A. Chur: Zur Geschichte des Feuerlöschwesens in Schw. Hall. Festschrift zur Feier des Fünfzigjährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr Hall., Schwäbisch Hall 1897, S. 29