Gebäudeverzeichnis

Stuttgarter Straße 20 - ehem. Taglöhnerhaus - heute nicht überbaut

Adresse: Stuttgarter Straße 20
Primärkatasternummer: --- [1062]
Besitzer
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Besitzerliste

In den Adressbüchern genannte Besitzer und Bewohner:

1886: als Besitzer genannt: Karl Schreier, Schlosser [Anschrift: "Hofklingenstraße 1062"]
Mieter/Mitbewohner: Maria Dürrich, Witwe; Magdalene Münz, Korbmachers Witwe; Rosine Rüger, Taglöhners Witwe; Ludwig Seyboth, Schuhmacher

1890: als Besitzer genannt: Karl Schreier, Schlosser
Mieter/Mitbewohner: Maria Dürrich, Witwe u. Taglöhnerin; Michael Haas, Taglöhner

1895: als Besitzer genannt: Michael Schmidt, Taglöhner
Mieter/Mitbewohner: Maria Dürrich, Witwe u. Taglöhnerin; Michael Haas, Taglöhner

1901: als Besitzer genannt: Michael Schmidt, Fabrikarbeiter [neue Anschrift: "Stuttgarter Straße 30"]
Mieter/Mitbewohner: Peter Betz, Taglöhner; Friedrich Bayerdörfer, Gipser

1910: als Besitzer genannt: Michael Schmidt, Taglöhner
Mieter/Mitbewohner: Peter Betz, gewesener Stadttaglöhner; Babette Betz,Fabrikarbeiterin; Johann Göller, Stadttaglöhner; Johann Karl Schmauß, Taglöhner; Margarethe Remshardt, Taglöhners Witwe

1928: als Besitzer genannt: Michael Schmidt, Landwirt [neue Anschrift: "Stuttgarter Straße 40"]
Mieter/Mitbewohner: Johann Göller, Arbeiterin; Sofie Göller, Arbeiterin; Friedrich Göller, Arbeiter

1932: als Besitzer genannt: Magdalene Schmidt, Witwe
Mieter/Mitbewohner: Hans Brellochs, Hilfsarbeiter; Johann Schock, Hilfsarbeiter; Emil Eberhardt, Arbeiter

1938: Bewohner [Besitzverhältnisse im Adressbuch nicht mehr angegeben]: Fritz Schreyer, Arbeiter; Gottfried Blind, Sozialrentner; Otto Frenz, Schlosser; Johann Schock, Arbeiter [neue Anschrift: "Stuttgarter Straße 20"]

1956: Bewohner: Karl Hägele, Bauarbeiter; Margot Lechner, Hausfrau; Frida Schreyer, Hausfrau; Fritz Schreyer, Arbeiter; Anna Weber, Hausfrau; Heinrich Weber, Schlosser

Befunde aus Bauakten

1883: Der Monteur bzw. Schlosser Carl Schreyer erbittet die Genehmigung, "in seinem an der Staatsstraße Heimbach-Michelfeld gelegenen Garten Parc. 891 ein 1stock. Wohnhaus mit Souterain und Stallung zu erbauen". Das "Wohnhäuschen" soll 7,60 m lang und 5,50 m breit werden. "Das Souterain massiv enthält Stall u. Keller. Das Parterre von geriegeltem Fachwerk, 1 heizbares, 1 unheizbares Gelaß u. Küche enthaltend, 2,7 m im Licht hoch. Das Dach mit Platten gedeckt. Auf der Rückseite des Hauses ist ein Abtritt mit Bretterverschalung anzubauen beabsichtigt." Das Bauvorhaben wird genehmigt, ebenso Änderungen zum usprünglichen Plan, denen zufolge "im Parterre bzw. Souterrain nach der Straße eine heizb. Wohn- & unheizbarer Schlafstube eingerichtet werden sollen,  Küche u. Keller nach hinten gegen [den] Berg".

1903: Der Taglöhner Michael Schmidt lässt einen 9 m langen und 4,50 m breiten Scheueranbau an sein Wohnhaus Nr. 1062 anbauen, weiterhin wird der Aufbau eines weiteren Stockwerks auf dem hinteren Anbau am Wohnhaus behördlich genehmigt.

1928: In der Scheuer wird eine "Automobil-Garage" eingerichtet.

1936: Gottfried Blind lässt östlich vom Haus eine aus Gelbingen stammende, dort abgebaute, alte Scheuer aufstellen.

1962: Der Hausbesitzer erhält im Zuge des laufenden Ausbau der Stuttgarter Straße (B14) die Auflage, das Anwesen an die städtische Kanalisation anzuschließen, "damit später der Straßenkörper nicht wieder aufgegraben werden muß". In der Folge werden drei Spülaborte mit direktem Dolenanschluß erstellt. 

1980-1981: Pläne der Stadtverwaltung, das Gebäude zwecks Abbruch zu erwerben, werden nicht weiter verfolgt, da "der bauliche Wert doch recht bedeutend ist, so daß an den Kauf zum Abbruch aller Wahrscheinlichkeit nicht gedacht werden kann." Da der Bereich des Anwesens im Bebauungsplanvorentwurf "Ausbau Ortsdurchfahrt B14/19" als Grünfläche ausgewiesen ist (d.h. langfristig sollen die Gebäude abgebrochen werden), wird auch ein Umbau des Hauses und der Scheune zwecks erweiterter Wohnnutzung abgelehnt.

2003: Das mittlerweile baufällige Dach der Scheuer wird instandgesetzt, um eine Gefährdung von Passanten zu vermeiden.

2020: Wohnhaus und angebaute Scheuer werden im Februar 2020 abgerissen, der Standort eingeebnet und begrünt.

Quellen

Archivalien:

  • StadtA Schwäb. Hall 27/561 (Bauakten)

Literatur:

  • Adressbücher 1886-1956