Gebäudeverzeichnis

Bretzinger Steige 7 - Bretzinger Tor

Adresse: Bretzinger Steige 7
Primärkatasternummer: 118 (121, 56)
Besitzer
Schnertz, Balthas, Polizeidiener (1/2); Spengler, Josef, Gerbergeselle (1/2)


Besitzerliste

1830 (Primärkataster):
Balthas Schnertz, Polizeidiener (1/2)
Josef Spengler, Gerbergeselle (1/2)

danach: der Hausanteil des Polizeidieners Schnertz geht an (die Töchter?) Marianne, Margaretha und Dorothea Schnertz; den Spengler'schen Anteil erwirbt Josef Knödler

die Hälfte an einem zweistöckigen Wohnhaus, das sog. Türmle am Bretzinger Tor, und zwar die untere Hälfte

gemeinschaftlich mit den Schmelzschen Töchtern Marianne, Margaretha und Dorothea

1853: Stiftungspfleger Anton Erath erwirbt am 26. November 1853 nach einer am 3. November abgehaltenen, öffentlichen Versteigerung die untere Hälfte am "Bretzinger Thürmle" für 100 Gulden aus der Verlasenschaftsmasse des Maurergesellen und Witwers Josef Knödler.

1860: Stiftungspfleger Anton Erath veräußert die untere Hälfte des "Thürmles am Brezinger Thor" laut Privatvertrag vom 10. April 1860 fpr 150 Gulden an Bernhard Betzler in Bühlertann.

1870: Der Maurer Bernhard Betzler aus Bühlertann verkauft am 27. Mai 1870 die untere Hälfte des "Thürmles" am Bretzinger Tor für 500 Gulden an Jakob Heller in Schwäbisch Hall.

1870: Noch am selben Tag (27. Mai 1870) verkauft Jakob Heller die von ihm erworbene untere Hälfte des "Thürmles"  am Bretzinger Tor für 400 Gulden an Andreas Zwanziger in Steinbach weiter.

1872: Andreas Zwanziger verkauft am 12. Juni 1872 die untere Hälfte am "Thürmle" für 410 Gulden an Jakob Grau aus Rieden.

1874: Jakob Grau aus Rieden verkauft laut eines Privatvertrags vom 26. August 1874 die untere Hälfte an einem "zweistokigten Wohnhauß, dem sogen. Brezinger Thorthurm", für 500 Gulden an Jakob Feil. Der Käufer darf die Kaufsumme größtenteils nicht dem Verkäufer aushändigen, sie ist stattdessen an dessen Gläubiger Andreas Zwanziger (wegen des "Kaufschillingsguthabens"), an die Ehefrau des Rau (wegen deren Ehebeibringens) und an Heinrich Herz in Hall (schuldenhalber) auszuzahlen. Grau selbst soll lediglich 62 Gulden erhalten.

1874: Jakob Feil veräußert den von ihm kurz zuvor erworbenen unteren Teil des Bretzinger Torturms zufolge eines Privatvertrags vom 6. Oktober 1874 für 500 Gulden an Heinrich Probst, Sägmühlenbesitzer in Steinbach.

1874: Margarethe Butz in Steinbach verkauft ihre obere Hälfte an "einem zweistockigten Wohnhauß, dem sogenannten Brezinger Thorthurm" laut Privatvertrag vom 6. Oktober 1874 für 300 Gulden an Heinrich Probst, Sägmühlenbesitzer in  Steinbach. Vom Kaufpreis sind insgesamt 50 Gulden direkt an die Stiftungspflege Steinbach zu entrichten, um Schulden der Verkäuferin abzutragen (Verweise auf Güterbuch Nr. 126, S. 3 u. Nr. 26, S. 4). Probst ist damit alleiniger Besitzer des Anwesens.

1896/1898: Im Zuge eines Gesamtverkaufs von Heinrich Probst an die A. F. Probst oHG abgetreten.

1900 umgeschrieben in das Grundbuch.

1957: nach dem Tod von Wilhelm Kade testamentarisch dem Hospital zum Heiligen Geist in Schwäbisch Hall übergeben (laut Beutter: Max Kade).

In den Adressbüchern genannte Besitzer und Bewohner

1932: als Besitzer genannt: Wilhelm Kade, Ingenieur, Tel. 217 [Anschrift: "Bretzinger Steige 56"]
Mieter/Mitbewohner: Luise Frank, Hausdame

1938: [ab diesem Jahr Besitzer nicht mehr gekennzeichnet] Wilhelm Kade, Fabrikant; Emma Brutzer, Hausgehilfin

1956: Wilhelm Kade, Fabrikant; Emma Brutzer, Hausgehilfin

1961: Emma Brutzer, Hausgehilfin

1966: Emma Brutzer, Hausgehilfin [neue Anschrift: "Bretzinger Steige 7"]

1973: Emma Brutzer, Hausgehilfin

Beschreibungen

1830 (Primärkataster): das Bretzinger Thor, Wohnung (Thorgebäude) mit 5,7 Ruthen

Bretzinger Steige 7 (Flst.Nr. 2-49/1, 2-352). Torturm, 1698-1736. § 28 (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Besonderheiten

Korrektion der Mühlsteige

Nach der erfolgten "Correction" der Mühlsteige wird u.a. folgende Vereinbarung getroffen: "Ferner verzichtet Heinrich Probst auf jeden Anspruch an die Gemeinde, der daraus entstehen könnte, daß der Brezinger Thorturm infolge Rutschung oder sonstiger Ursachen gefährdet u. in seinem baulichen Zustand beschädigt würde, u. gestattet hierüber Eintrag in die öffentlichen Bücher" (Kaufbuch 1888-1898, Eintr. v. 17. Juli 1890).

Rechte am Keller unter dem Torturm

Für das Gebäude Bretzinger Steige 7 war bis 1990 ein Stockwerkseigentum hinsichtlich des Gewölbekellers unterhalb des Torbogens zugunsten der Besitzerin des Hauses Bretzinger Steige 2 eingetragen. Der Keller wurde 1990 durch die Stadt Schwäbisch Hall für die Hospitalstiftung erworben. Das im Grundbuch eingetragene Stockwerkseigentum ist damit erloschen.

Quellen

Literatur:

  • Adressbücher 1932-1973
  • Herta Beutter: Max Kade (1882-1967). Ein New Yorker aus Schwäbisch Hall-Steinbach, in: dies. u. Armin Panter (Hrsgg): Im Dienste der Menschheit. Max Kade  (1882 - 1967) Industrieller, Sammler, Mäzen (Kataloge des Hällisch-Fränkischen Museums; Bd. 7),Sigmaringen 1993, S. 11-17, hier S. 13

Archivalien:

  • Landratsamt Schwäbisch Hall, Vermessungsamt, Primärkataster für Steinbach, 1830 (Kopie im Stadtarchiv Schwäbisch Hall, Signatur S01/1559)
  • StadtA Schwäb. Hall 86/222, Nr. 26, S. 4
  • StadtA Schwäb. Hall 86/223, Nr. 36
  • StadtA Schwäb. Hall 86/256 (Kaufbuch 1848-1855), Bl. 162r
  • StadtA Schwäb. Hall 86/257 (Kaufbuch 1855-1861), S. 402f
  • StadtA Schwäb. Hall 86/259 (Kaufbuch 1867-1873), S. 225ff, 228ff.
  • StadtA Schwäb. Hall 86/260 (Kaufbuch 1873-1880), S. 77f,80f, 82f
  • StadtA Schwäb. Hall 86/262 (Kaufbuch 1888-1898), S. 176ff
  • StadtA Schwäb. Hall 98/3463 (Kauf Bretzinger Steige 2 u. 7, 1990)