Gebäudeverzeichnis

Comburg 15 - Westturm

Adresse: Comburg 15
Primärkatasternummer: 215 (alt 16)
Besitzer
Kameralamt Hall


Besitzerliste

1830 (Primärkataster): das Kameralamt Hall für den Staat

Befunde aus Bauforschung

Der Westturm unterscheidet sich durch seinen rechteckigen Grundriss von den anderen in der Zeit des Dekans Erasmus Neustetter (im Amt 1551-1594, ab 1583 auch Propst) errichteten (runden oder halbrunden) Türmen der neuen Befestigungen. Er weist einen weit herabreichenden Sockelbereich auf, in dem es einen Raum mit einer auf die Kocherbrücke ausgerichteten Schießscharte für Geschütze gab. Die Öffnung ist noch erkennbar, aber von innen zugemauert, der Raum ist verfüllt und nicht mehr zugänglich. Das darüber liegende Gdschoss weist kleine, fast schießschartenartige Fenster auf und ist nach oben durch ein auffälliges Gesims abgeschossen. Die beiden darüber befindlichen Stockwerke sind eine Ergänzung wohl des 17. Jahrhunderts. Sie dürften zeitgleich mit einer  Aufstockung der beiden zu den Türmen am Wamboldbau und an der Kaplanei führenden Mauerzüge entstanden sein, die sich ebenfalls im Mauerwerk ablesen lassen. Beide Stockwerke sind vom Wehrgang aus zugänglich, der untere Stock ist jedoch nicht niveaugleich, sondern etwas tiefer gelegen. Während das Nordfenster im Oberstock noch seine ursprüngliche Größe hat, wurden die Fenster in der West- und Südseite wahrscheinlich im 18. oder frühen 19. Jahrhundert deutlich vergrößert.   

Beschreibungen

1830 (Primärkataster): Thurm mit 6,6 Ruthen

Comburg 1, 2, 4, 5, 6, 7, 7/1, 7/2, 8, 8/1, 9, 9/1, 10, 11, 12, 13, 15, 16, 17, Großcomburger Weg 8 (Flst.Nr. 2-112, 2-114, 2-116, 2-118, 2-123/1, 2-130, 2-134/1, 2-134/2, 2-168, 2-433, 2-433/1, 2-433/2, 2-433/3, 2-433/4, 2-433/5, 2-433/6, 2-433/7, 2-433/8, 2-433/9, 2-433/10, 2-433/11, 2-433/12, 2-433/13, 2-434, 2-434/1, 2-434/2, 2-434/3, 2-434/4, 2-434/5, 2-434/6, 2-434/7, 2-434/8, 2-434/9, 2-434/10, 2-434/11, 2-435, 2-435/1, 2-435/2, 2-435/3, 2-435/4, 2-436, 2-436/1, 2-436/2, 2-436/3, 2-436/4, 2-437, 2-437/2, 2-439, 2-439/1, 2-439/3, 2-439/4, 2-440, 2-440/1, 2-441-443) Sog. Große Comburg mit ehem. Fruchtkasten (Großcomburger Weg 8), bez. 1705 (Sachgesamtheit). § 28 (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Zur Geschichte und Baugeschichte der Comburg insgesamt siehe Comburg 12 (Stiftskirche St. Nikolaus) unter „Beschreibungen“, zu den Befestigungen Comburg 14-18 (Ringmauer mit Wehrgang) unter „Befunde aus Bauforschung“.

Besonderheiten

Bei der Anlage des Primärkatasters 1830 erhielten die Gebäude der Comburg eine separate, mit 1 beginnende Nummerierung. Um Verwechslungen zu vermeiden, wurden hier die späteren Nummern verwendet.

Quellen

Literatur:

  • Ulrich Knapp: Von der Grafenburg zur Königlich Württembergischen Kaserne. Die Befestigungsanlagen der Comburg, in: Klaus Gereon Beuckers (Hrsg.): Kloster Großcomburg. Neue Forschungen. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Regensburg 2019, S. 369-468, hier S. 454-456

Archivalien:     

  • Landratsamt Schwäbisch Hall, Vermessungsamt, Primärkataster für Steinbach (Kopie im Stadtarchiv Schwäbisch Hall, Signatur S01/1559)