Gebäudeverzeichnis

Kleincomburger Weg 8 - ehem. Spital

Adresse: Kleincomburger Weg 8
Primärkatasternummer: 15 (81)
Besitzer
Spital


Besitzerliste

1830 (Primärkataster): der Spital

Befunde aus Bauforschung

Das mit zwei Geschossen in Sichtfachwerk auf einem massiven Steinsockel errichtete Gebäude entstand zufolge einer dendrochronologischen Datierung des Dachstuhls auf 1551 in der MItte des 16. Jahrhunderts. Der Hauptbau besitzt ein zweigeschossiges Fachwerkgerüst, eingeteilt in drei Längs- und drei Querzonen. Im 1. Obergeschoss befindet sich an der Nordostseite ein großer Raum mit Kassettendecke, der vermutlich dem 16., spätestens dem 17. Jahrhundert zuzurechnen ist. An der straßenseitigen Fassade sind die Spuren eines Erkers zu erkennen, der sich über das 1. und 2. Obergeschoss erstreckte und zu einem unbekannten Zeitpunkt entfernt wurde. Im Obergeschoss vorgefundene, abgeblattete Fußbänder aus dem mittleren 16. Jahrhundert deuten an, dass sich hier eine (ansonsten verschwundene) Bohlenstube befand.
In einer zweiten Bauphase wurde nach Osten hin ein ebenfalls dreigeschossiger, längs zur Straße stehender Anbau angegliedert. Ein Balken des Dachstuhls konnte auf 1660 datiert werden, doch da eine Zweitverwertung der Balken möglich ist, lässt sich das Baudatum daraus nicht sicher erschließen. Die geschweiften Andreaskreuze im Dachgiebel deuten aber ebenfalls auf das 17. Jahrhundert. Das barocke Türgewände des Anbaus zeigt die Jahreszahl 1727 und das Wappen des Dekans Wilhelm Ulrich von Guttenberg (1695-1736). Aus dieser Zeit dürfte auch das barocke Treppenhaus stammen. Wahrscheinlich wurde der Anbau zu dieser Zeit erweitert; darauf verweist auch der asymmetrische Dachgiebel, an dem die ursprüngliche Dachform noch abgelesen werden kann (nach Bedal: Historische profane Gebäude).

Beschreibungen

1830 (Primärkataster): an der Straße, Spital mit 36,7 Ruthen, Nebengebäude mit 5,4 Ruthen, Hofraum mit 37,5 Ruthen

 

Kleincomburger Weg 8 (Flst.Nr. 2-39). Ehem. Spital, 15. Jahrhundert. § 12 (aus: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stadt Schwäbisch Hall, Stand 13.11.2013)

Quellen

Literatur:

  • Albrecht Bedal: Historische profane Gebäude in Steinbach – eine Spurensuche, in: Günter Albrecht, Andreas Maisch, Reinhard Schuster, Daniel Stihler: Steinbach. Geschichte eines Dorfes am Fuße der Comburg (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Schwäbisch Hall; H. 34), Schwäbisch Hall 2020, S. 191-219, hier S. 199-203.

Archivalien:

  • Landratsamt Schwäbisch Hall, Vermessungsamt, Primärkataster für Steinbach (Kopie im Stadtarchiv Schwäbisch Hall, Signatur S01/1559)