Haller Häuserlexikon – Besitzerliste 1827

Schönbergweg 47 (Hagenbach) - Hofgut Bauer, ehemals von Zeppelin

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Adresse: Schönbergweg 47 (Hagenbach)
Primärkatasternummer: 6 (Hagenbach)
Besitzer
Rimanoczy, Carl v.


Besitzerliste

1543: Paul und Anna Offenhäußer erwerben den Hof durch Tausch ihres Gutes an der Fischach von Baltas Strobel. 

Nach dem Tod von Paul Offenhäußer bringt seine Witwe Anna das Anwesen in ihre zweite Ehe mit Conrad Clotz, Bürger zu Schwäbisch Hall, ein.

1593: Als Inhaber des Hofs ist Hans Offenhäußer genannt, vermutlich ein Sohn von Paul und Anna Offenhäußer.

1651: Nächster eindeutig identifizierbarer Inhaber des Hofs ist Seyfried Küderer.

Besitznachfolger Seyfried Küderers ist sein Sohn Hans.

1662: neuer Besitzer ist Georg Dietrich Laydig.

Offenbar durch die 1670 erfolgte Eheschließung mit Hans Küderers Witwe Anna Maria setzt sich Georg David Schreyer in den Besitz des Hofs, der ihm spätestens 1673 gehört.

Besitzer des Hofs sind in der Folge offenbar Haller Bürger, die ihn aber nicht selbst bebauen, sondern wohl verpachten. Genannt sind Georg Friedrich Beyschlag, Senator Wibel und Bürgermeister Romig.

1831/32: Der Landesvermessung (Primärkataster) zufolge ist Carl von Rimanoczy Eigentümer des Hofes.

Der Hof wird in der Folge durch Freiherr Louis von Zeppelin und seine Ehefrau Leopoldine geb. Müller zusammen mit der Schwägerin Caroline Müller erworben.

1877: Louis von Zeppelin verkauft den Hof an Moses Stern in Schwäbisch Hall. Dieser teilt das Anwesen und verkauft einen Anteil an Friedrich Rieger, Bauer in Hagenbach, und Leonhard Friedrich Falk, Bauer und Schuhmacher. Das Wohnhaus und die Schafscheuer besitzen Falk und Rieger gemeinsam (Rieger die östliche Haushälfte), eine "5barnigte" Scheuer und die Hofreite gehen an Rieger. Eine weitere "3barnigte" Scheuer und der Brunnen gehen an Falk.

Der Hofanteil Falk geht 1902 von Leonhard Friedrich Falk an den Sohn Johann Leonhard Falk und dessen Ehefrau Rosine Katharina Maria geb. Wieland. 

1939 geht er an Johann Leonhard Falks Sohn Johann Wilhelm und dessen Ehefrau Marie geb. Single,  nachdem der Vater aufgrund eines Fußleidens nicht mehr arbeitsfähig ist.

1961 verkauft das Ehepaar Falk seine Hofhälfte an die Stadt Schwäbisch Hall, von dieser geht sie 1973 an Robert Bauer und Marie geb. Täuber,  die Besitzer der anderen Hofhälfte.

Der Hofanteil Rieger wird 1881 von Friedrich Rieger an Johann Michael Bauer veräußert.

1912 übernimmt Johann Michael Bauers ältester Sohn Johann Friedrich das Anwesen und sichert seiner Mutter ein Leibgeding auf Lebenszeit, den Geschwistern ein Wohnrecht auf zwölf Jahre zu. 

1939 übergibt der krankheitsbedingt nicht mehr arbeitsfähige Johann Friedrich Bauer den Hof an seinen Sohn Robert Bauer. Dieser erwirbt 1973 auf die andere Hofhälfte.

Das Anwesen ist der letzte landwirtschaftliche Betrieb Hagenbachs.

 

Beschreibungen

1673: Zum Anwesen Schreyer gehören ein Haus, zwei Scheuern, ein Schöpfbrunnen, die Hofreite und ein Gemeinderecht, ferner 45½ Morgen Äcker, 15½ Tagwerk Wiesen,  1 Tagwerk und 1/8 Ruten Gärten, 3 Viertel Weinberge und 5 Viertel Ochsenweide.

Bilder

Bild von 2018. Foto: Dietmar Hencke (StadtA Schwäb. Hall DIG 11377) Ansicht vergößern

Bild von 2018. Foto: Dietmar Hencke (StadtA Schwäb. Hall DIG 11377)

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Bild von 2018. Foto: Dietmar Hencke (StadtA Schwäb. Hall DIG 11378)

Bild von 2018 (Nebengebäude). Foto: Dietmar Hencke (StadtA Schwäb. Hall DIG 11379) Ansicht vergößern

Bild von 2018 (Nebengebäude). Foto: Dietmar Hencke (StadtA Schwäb. Hall DIG 11379)

Ausschnitt aus dem Primärkataster von 1827. Das „A“ bezeichnet das Wohnhaus des Hofguts (Plan: Geodatenportal Schwäbisch Hall / Stadt Schwäbisch Hall, Fachbereich Planen und Bauen, Abteilung Vermessung). Ansicht vergößern

Ausschnitt aus dem Primärkataster von 1827. Das „A“ bezeichnet das Wohnhaus des Hofguts (Plan: Geodatenportal Schwäbisch Hall / Stadt Schwäbisch Hall, Fachbereich Planen und Bauen, Abteilung Vermessung).


Quellen

Literatur:

  • Monika Odenwälder: Hagenbach, in:  Gisela Färber, Andreas Maisch, Monika Odenwälder, Daniel Stihler (Hrsgg): Bibersfeld. Geschichte eines Dorfes im Rosengarten und seiner Teilorte (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Schwäbisch Hall; H. 18), Schwäbisch Hall 2002, S. 323-340, hier S. 335-337